Krebs, Hans

 

* 4. März 1898, Helmstedt / Braunschweig

† 1. Mai 1945, Berlin (Selbstmord)

 

Hans Krebs trat nach Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 als Fahnenjunker in das Kaiserliche Heer ein. Er kam dabei als Freiwilliger zum Hannoversches Jäger-Bataillon Nr. 10. Im November 1914 wurde er dann in das Ostfriesisches Infanterie-Regiment Herzog "Friedrich Wilhelm von Braunschweig" Nr. 78 versetzt. Bei diesem wurde er am 18. Juni 1915 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 19. Dezember 1915 datiert. Er wurde mit dem Regiment auch bis zu seiner Verwundung im Sommer 1915 eingesetzt. Noch im Sommer kehrte er dann wieder zu seinem Regiment an die Front zurück. Bereits jetzt wurde ihm das Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Während des Ersten Weltkrieges wurde er noch mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern und dem Eisernen Kreuz 1. Klasse. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Im April 1920 hat er geheiratet. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 20. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann als Kompanieoffizier in das I. Bataillon vom 17. Infanterie-Regiment übernommen. Dort wurde er jetzt die nächsten Jahre eingesetzt. Sein Rangdienstalter wurde dann noch auf den 1. Oktober 1915 korrigiert. Am 1. Oktober 1923 wurde er in die Ausbildungs-Eskadron vom 8. (Preuß.) Reiter-Regiment in Breslau versetzt. Er wurde von dort zur Führergehilfenausbildung in den Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster kommandiert. Am 1. Oktober 1924 wurde er dann wieder zur 11. Kompanie vom 17. Infanterie-Regiment in Goslar versetzt. Im Sommer 1925 wurde er zum Oberleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. Am 1. Oktober 1926 wurde er dann in die 15. Kompanie vom 17. Infanterie-Regiment nach Celle versetzt. Im Frühjahr 1928 gehörte er dann wieder zur 11. Kompanie vom 17. Infanterie-Regiment in Goslar. Ab August 1928 gehörte er dann zur 13. (Minenwerfer) Kompanie vom 17. Infanterie-Regiment in Braunschweig. Am 1. Oktober 1930 wurde er dann zur Ausbildungs-Eskadron vom 3. (Preuß.) Reiter-Regiment in Rathenow versetzt. Er absolvierte jetzt seine weitere Führergehilfenausbildung bei der Kommandantur in Berlin. Am 1. Oktober 1931 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Er kam dabei zur Abteilung Fremde Heere (T 3) im Truppenamt (TA). Wegen seiner angeeigneten russischen Sprachkenntnisse wurde er von dieser Einheit längere Zeit nach Russland und in den Fernen Osten kommandiert. Von Sommer 1933 bis Herbst 1934 wurde er als Assistent beim Militärattaché in Moskau eingesetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Dort wurde er am 1. Oktober 1934 als Kompaniechef im Infanterie-Regiment Gumbinnen eingesetzt. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 zum Ia im Stab der 24. Infanterie-Division in Chemnitz ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1936 zum Major i.G. ernannt. Am 6. Oktober 1937 wurde er in das OKH nach Berlin versetzt, wo er in der 11. Abteilung (11. Abt.) beim Oberquartiermeister II (OQu II) eingesetzt wurde. Dort wurde er am 1. Februar 1939 zum Oberstleutnant befördert. Kurz nach Beginn des 2. Weltkrieges wurde er in die Führerreserve versetzt. Am 15. Dezember 1939 wurde er zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando VII. Armeekorps ernannt. Mit diesem nahm er am Westfeldzug teil, in dem ihm bereits früh beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen wurden. Anschließend an den Frankreichfeldzug wurde er im Juli 1940 zum 1. Gehilfen des deutschen Militärattachés in Moskau ernannt. Am 1. Oktober 1940 wurde er zum Oberst i.G. befördert. Mit der Kriegserklärung an die Sowjetunion wurde er in die Führerreserve versetzt. Am 14. Januar 1942 wurde er zum Chef des Generalstabes der 9. Armee ernannt. Als solcher wurde er am 26. Januar 1942 mit dem Deutsches Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 1. Februar 1942 wurde er zum Generalmajor befördert. Ende Januar 1943 wurde er abgelöst und in die Führerreserve versetzt. Am 1. März 1943 wurde er dann zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Mitte ernannt. Am 1. April 1943 wurde er dann zum Generalleutnant befördert. Für seine Planungsarbeit im Mittelabschnitt der Ostfront wurde er am 26. März 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 1. August 1944 wurde er zum General der Infanterie befördert und am 5. September 1944 Generalstabschef der Heeresgruppe B. Für seine Planungsarbeit wurde er am 20. Februar 1945 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Bereits am 17. Februar 1945 wurde er zum stellvertretenden Chef der Führungsgruppe im OKH ernannt. Bei einem Luftangriff auf Zossen wurde er Mitte März 1945 leicht verwundet. Am 29. März 1945 als Nachfolger von Guderian mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des Generalstabes des Heeres beauftragt. In den Morgenstunden des 1. Mai 1945 versuchte er, sich für Waffenstillstandsverhandlungen im Raum Berlin einzusetzen. Nachdem dies mißlungen war, nahm er sich am gleichen Tag um 21.30 Uhr gemeinsam mit General der Infanterie Wilhelm Burgdorf in der Reichskanzlei das Leben.

 

Ritterkreuz (26. März 1944) Eichenlaub (19. Februar 1945)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Dermiont Bradley, Markus Rövekamp, Ernes Henriot: Deutschlands Generale und Admirale: Teil IV /Band 7: Die Generale des Heeres 1921-1945. Knabe - Luz, Biblio-Verlag