Warlimont, Walter

 

* 3. Oktober 1894, Osnabrück

† 1976, Kreuth am Tegernsee

Walter Warlimont trat am 17. Februar 1913 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Der Sohn eines Buchhändlers kam dabei zum Niedersächsisches Fußartillerie-Regiment Nr. 10. In diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule Danzig am 19. Juni 1914 zum Leutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 23. Juni 1912 festgelegt. Er nahm dann anfangs als Leutnant in einem Artillerie-Regiment am Ersten Weltkrieg teil. Am 16. September 1917 wurde er zum Oberleutnant befördert. Nach dem Krieg nach einer gewissen Zeit beim Freikorps Märcker  in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er zuerst beim Reichswehr-Artillerie-Regiment 10 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment, bei dem er die nächsten Jahre als Batterieoffizier eingesetzt wurde. 1924 wurde er bei der 2. Batterie vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Münster eingesetzt. Am 1. Mai 1925 wurde er dann zum Hauptmann befördert. Er wurde jetzt bei der 8. Batterie vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Hannover eingesetzt. Im Jahr 1926 wurde er dann in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann in der Heeres-Organisations-Abteilung (T 2) eingesetzt. 1927 wurde er dann als Rittmeister bei der 1. Eskadron vom 2. (Preuß.) Reiter-Regiment in Lyck eingesetzt. In diesem Jahr hat er auch geheiratet, aus der Ehe gingen auch zwei Töchter und ein Sohn hervor. 1928 war er dann Chef der 9. Batterie vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Wolfenbüttel. 1929 wurde er dann zur 5. Batterie vom 1. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Königsberg versetzt. Im Frühjahr 1930 gehörte er dann zur 9. Batterie vom 1. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Allenstein. Im Frühjahr 1931 und 1932 gehörte er dann zur 7. Batterie vom 1. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Allenstein. 1933 wurde er dann wieder in das RWM nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt die nächsten Jahre bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht in der Wehrwirtschaftlichen Abteilung eingesetzt. Am 1. Mai 1935 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert. Im Sommer 1936 wurde er als militärischer Berater bei General Franco im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzt. Anfang 1937 wurde er zum Kommandeur der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment 34 in Trier ernannt. Anfang 1938 wurde er zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment 26 in Düsseldorf ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1938 zum Oberst befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1937 festgelegt. Im Herbst 1938 wurde er dann Stellvertreter von Alfred Jodl im OKH, Amt Landesverteidigung, wo er bis 1944 maßgeblich die Führerdirektiven umsetzte. Am 1. August 1940 wurde er zum Generalmajor befördert. So unterzeichnete er am 6. Juni 1941 "im Auftrag des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht" den sogenannten "Kommissar-Befehl", wonach "im Kampf gegen den Bolschewismus (...) insbesondere gegenüber den politischen Kommissaren (..) eine Schonung und völkerrechtliche Rücksichtnahme (..) falsch ist (..) Sie sind daher, wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grundsätzlich sofort mit der Waffe zu erledigen." Am 1. April 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. April 1944 wurde er zum General der Artillerie befördert. Beim Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er am Arm schwer verwundet. Bei einem Frontbesuch 1944 in Frankreich erkannte Warlimont die Sinnlosigkeit der Fortführung des Krieges. Im September 1944 entzog ihm Hitler wegen Kontroversen sein Vertrauen. General Warlimont wurde daraufhin am 15. November 1944 in die Führerreserve versetzt. Er fand bis Kriegsende keine Verwendung mehr.

Nach dem Krieg wurde Walter Warlimont im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess, Fall XII (OKW-Prozess), 1948 zu lebenslanger Haft verurteilt. 1951 wurde das Urteil in 18 Jahr Haft umgewandelt. Anfang Juni 1954 wurde er aus dem Gefängnis Landsberg entlassen. Später verfasste er dann das Werk ""Im Hauptquartier der deutschen Wehrmacht 1939-1945".