Rieke, Georg

 

* 27. Januar 1894, Hameln

† 2. November 1970, Bad Pyrmont

 

 

Georg Rieke trat kurz nach Beginn des 1. Weltkrieges am 6. August 1914 als Fahnenjunker in das kaiserliche Heer ein. Er kam dabei zum 4. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 164 in Hameln. Bereits am 15. Oktober 1914 wurde er zu einem Fahnenjunker-Kursus nach Döberitz kommandiert, wo er am 5. Dezember 1914 zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert wurde. Nach seiner Rückkehr zu seinem Regiment Mitte Dezember 1914 wurde er am 18. Januar 1915 in das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 260 versetzt. Am 16. März 1915 wurde er zum Fähnrich befördert. Danach wurde er als Kompanie-Offizier und stellvertretender Kompanieführer eingesetzt. Am 25. April 1915 erfolgte die Beförderung zum Leutnant. Am 23. Mai 1915 wurde er an der Front verwundet und in ein Lazarett eingeliefert. Nach seiner Genesung wurde er ab dem 30. August 1915 als Kompanie-Offizier beim II. Ersatz-Bataillon des 1. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 74 in Hannover eingesetzt. Am 15. Dezember 1915 kehrte er als Kompanieführer in das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 260 an die Front zurück. Ab Juli 1916 absolvierte er eine Flieger-Ausbildung bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 6 in Großenhain. Zwischenzeitlich befand er sich Anfang Oktober 1916 wegen Krankheit für zwei Wochen im Lazarett. Danach setzte er seine Ausbildung bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 6 in Großenhain fort. Ab dem 25. November 1916 folgte eine Beobachter-Ausbildung bei der Fliegerersatz-Abteilung 10 in Böblingen. Ab dem 14. Januar 1917 folgte noch ein Beobachter-Kursus beim Versuchs- und Übungsflugpark Ost im Bereich Warschau. Nach seiner bestandenen Ausbildung wurde er am 1. März 1917 als Beobachter dem Kampfgeschwader 4 der OHL zugeordnet. Am 12. Dezember 1918 wurde er dann zur Fliegerfunker-Lehranstalt in Neuruppin versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Am 1. April 1919 wurde er zum Adjutant vom Fliegerhorst Neuruppin ernannt. Im Jahr 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Sein Rangdienstalter als Leutnant wurde dabei auf den 1. September 1915 festgelegt. Am 16. Oktober 1919 wurde er schließlich Kommandoführer und Leiter der Abwicklungsstelle des Fliegerhorstes Schwerin ernannt. Im Anschluss daran, wurde er am 12. Februar 1920 als Kompanie-Offizier zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 19 versetzt. Bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 wurde er dann als Kompanie-Offizier bei der Kraftfahr-Abteilung 7 der Reichswehr-Brigade 7 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er dann ab dem 1. Oktober 1920 in das 16. Infanterie-Regiment übernommen. In diesem wurde er dann die nächsten Jahre als Zugführer eingesetzt. Im Frühjahr 1923 diente er in der 7. (Preußische) Kompanie vom 16. Infanterie-Regiment in Hannover. Am 1. Oktober 1923 wurde er als Nachfolger von Leutnant André zum Adjutant des II. (Preuß.) Bataillons vom 16. Infanterie-Regiment in Hannover ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1925 zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1926 wurde er wieder Zugführer, diesmal in der 5. Kompanie vom 16. Infanterie-Regiment in Hannover. Ab dem 1. Juni 1927 wurde er auch noch als Bataillons-Nachrichten-Offizier verwendet. Im Frühjahr 1929 gehörte er wieder zur 7. (Preußische) Kompanie vom 16. Infanterie-Regiment in Hannover. Am 31. Juli 1929 wurde er offiziell aus der Reichswehr entlassen. Von August 1929 bis Oktober 1931 absolvierte er eine geheime Fliegerausbildung in Lipezk in der UdSSR. Am 1. November 1930 wurde er in die Geheime Fliegerliste aufgenommen. Neben ihm enthielt sie die Namen von 167 Piloten im aktiven Dienst. Nach seiner Rückkehr am 1. Oktober 1931 wurde er wieder in der Reichswehr reaktiviert. Als Rittmeister wurde er jetzt als Nachfolger von Rittmeister Vogel zum Chef der 3. Eskadron der 2. (Preuß.) Fahr-Abteilung in Rendsburg ernannt. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1929 festgelegt. Am 30. Juni 1933 wurde er erneut aus dem Militärdienst entlassen, um im Anschluss eine geheime Fliegerausbildung in Italien zu absolvieren. Nach deren Beendigung trat er am 1. Oktober 1933 als Rittmeister in die Luftwaffe ein und wurde Offizier z.b.V. bei der Inspektion der Schulen im Reichsluftfahrtministerium (RLM). Sein Rangdienstalter wurde dabei wieder auf den 1. Oktober 1929 festgelegt. Am 10. Oktober 1933 wurde er zum Leiter der Luftwaffen-Streckenschule Berlin-Tempelhof ernannt. Am 1. Februar 1934 wurde er zum Leiter der Streckenstaffel 1 in Berlin-Tempelhof ernannt. Am 1. Mai 1934 wurde er zum Leiter der Streckenstaffel 2 in Berlin-Tempelhof ernannt. Am 1. Juli 1934 übernahm er dann das Kommando über die 1. Staffel der Fliegergruppe Fassberg, aus der später die II. Gruppe vom Kampfgeschwader 154 "Boelcke" hervorging. Am 1. Dezember 1934 folgte seine Beförderung zum Major. Am 21. März 1935 wurde er dann als Gruppenleiter bei den Infanterie-Lehrgängen in Königsbrück eingestezt. Am 1. September 1935 wurde er als Referent und Gruppenleiter zum Luftwaffen-Personalamt beim RLM versetzt. Am 18. Januar 1937 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Januar 1937 festgelegt. Am 1. April 1938 wurde er bereits zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde später auf den 1. Oktober 1938 festgelegt. Ab dem 1. Februar 1939 wurde er als Abteilungschef LP IA im Luftwaffen-Personalamt verwendet. Diese Position behielt er auch bei Ausbruch des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939. Als Abteilungschef wurde er am 1. September 1941 zum Generalmajor befördert. Ab dem 23. März 1943 wurde er zum Stab der 10. Flieger-Division nach Frankreich kommandiert und dort am 1. September 1943 zum Generalleutnant befördert. Am 15. Mai 1943 wurde er als Nachfolger von Generalleutnant Walter Lackner zum Kommandeur der 10. Flieger-Division ernannt. Durch die Umbenennung seiner Division wurde er am 12. November 1943 zum Kommandeur der 1. Flieger-Ausbildungs-Division ernannt. Am 1. Mai 1944 gab er sein Kommando an Generalmajor Heinz Funcke ab. Dafür wurde er an diesem Tag zum ständigen Vertreter des Chefs des Luftwaffen-Personalamtes im RLM ernannt. Am 6. Februar 1945 übernahm er schließlich noch das Kommando über die Flieger-Ersatz-Division. Am 1. März 1945 wurde er dann noch zum General der Flieger ernannt. Am 19. April 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 10. März 1947 wieder entlassen.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945 Teil II, Band 3: Odebrecht–Zoch, Biblio Verlag, Osnabrück 1992