Keller, Alfred

 

* 19. September 1882, Bochum

+ 11. Februar 1974, Berlin

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Alfred Keller trat am 5. April 1902 als Fahnenjunker in die kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum westpreußischen Pionier-Bataillon Nr. 17. Dort wurde er am 18. August 1903 zum Leutnant befördert. Er wurde in der Folgezeit als Kompanieoffizier eingesetzt. Am 18. August 1911 folgte die Beförderung zum Oberleutnant und 1912 wurde er als Beobachter für die noch junge Fliegertruppe ausgebildet. 1913 schloss sich dann die Flugzeugführer-Ausbildung an. Am 8. November 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges zog er als Führer der Feldflieger-Abteilung 27 an die Front. 1915 wurde er Führer des Armeeflugparks 5 und 1916 des Armeeflugparks 1. 1916 wurde er dann zum Kommandeur der Feldflieger-Abteilung 40 ernannt. Diese Abteilung war eine speziell auf Nachtflüge spezialisierte Einheit. Da er sich auch hier bewährte, wurde Alfred Keller am 1. April 1917 zum Kommandeur des Bombergeschwaders 1 der Obersten Heeresleitung ernannt. Mit den schweren Bombern führte Keller mehrere erfolgreiche Nachtangriffe durch. Bei diesen Angriffen wurde vor allem Dünkirchen, der Haupt-Etappen-Stützpunkt des britischen Expeditionskorps schwer bombardiert, so daß die Briten mitten in der Flandernschlacht ihren Stützpunkt nach Calais verlegen mussten. Für diesen Erfolg erhielt "Bomben-Keller" am 4. Dezember 1917 den Orden "Pour le mérite" verliehen. 1918 führte er schwere Nachtangriff gegen Paris, so dass die französische Armee gezwungen war, Flak-Geschütze zum Schutz ihrer Hauptstadt von der Front abzuziehen. Ihm wurden im 1. Weltkrieg auch noch beide Eisernen Kreuze, sowie das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und andere Orden verliehen.

Nach dem Krieg schied Alfred Keller Mitte Januar 1920 mit dem Charakter eines Majors aus der Armee aus. Von 1919 bis 1923 war er Leiter des Landflugdienstes, anschließend ging er zur Flugzeugfirma Junkers. 1925 wurde er Leiter der Deutschen Verkehrs-Fliegerschule in Berlin-Staaken, ab 1929 in Braunschweig. Anfang 1934 trat Keller wieder in die Armee ein und wurde als Oberst zum 2. (Preuß.) Pionier-Bataillon 2 kommandiert. Zum 1. Februar 1934 erfolgte sein Wechsel zur Luftwaffe, wo er ab Mai 1934 zur Verfügung vom Kommandeur der 1. Flieger-Division, Hugo Sperrle, stand. Er blieb aber weiterhin Kommandeur Verkehrs-Fliegerschule in Braunschweig, um den Nachwuchs für die neu aufzustellende Luftwaffe auszubilden. Im Juli 1934 wurde er dann zum Kommandeur der I. Gruppe des Kampfgeschwaders 154 und Kommandeur des Fliegerhorst Fassberg ernannt. Im Frühjahr 1935 wurde er dann zum Höherer Fliegerkommandeur IV ernannt. Am 20. April 1936 wurde Alfred Keller als solcher zum Generalmajor befördert. Nach einer kurzen Verwendung als Offizier im Reichsluftfahrtministerium im Oktober 1937 wurde Keller am 1. November 1937 zum Kommandeur des Luftkreiskommando I ernannt. Am 1. Januar 1938 wurde er zum Kommandeur des Luftkreiskommando II ernannt. Am 1. Februar 1938 wurde er zum Generalleutnant befördert und direkt am 4. Februar 1938 zum Befehlshaber des Luftwaffenkommando Ostpreußen ernannt. Alfred Keller wurde am 1. Februar 1939 zum Kommandeur der 4. Flieger-Division ernannt. Am 1. April 1939 erfolgte dann seine Beförderung zum General der Flieger. Bei Kriegsbeginn erfolgte seine Ernennung zum Chef des IV. Fliegerkorps. Für die Leistungen seiner Flieger erhielt Alfred Keller am 24. Juni 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generaloberst befördert. Nach dem Frankreichfeldzug übernahm er am 20. August 1940 als Befehlshaber die Luftflotte 1. Er führte diese bis zum 26. Juni 1943. Außerdem wurde er ab März 1941 auch noch zum Luftwaffenbefehlshaber Mitte ernannt. Am 26. Juni 1943 wurde Generaloberst Keller in die Führer-Reserve des OKL übernommen. Gleichzeitig wurde er Korpsführer des NS-Flieger-Korps. Bei Kriegsende geriet er er in britische Kriegsgefangenschaft. Aus dieser wurde er 1947 wieder entlassen.

1955 gründete er 1955 die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger, deren Vorsitzender er einige Jahre lang war.

 

Ritterkreuz (24. Juni 1940)