Arndt, Edgar

 

* 1. Juli 1892, Lissa / Posen

+ 24. August 1944, Les Loges Margueron (gefallen)

 

 

Edgar Arndt war der Sohn des Rechnungsrates Albert Arndt und dessen Ehefrau Henriette. Er trat am 20. September 1911 als Fahnenjunker in das Grenadier-Regiment König Friedrich der Grosse (3. Ostpreußisches) Nr. 4 ein, in dem er am 22. Mai 1912 zum Fähnrich und am 15. Februar 1913 zum Leutnant befördert wurde. Zwischen Mai 1912 und Januar 1913 besuchte er die Kriegsschule in Anklam. Bei Kriegsausbruch wurde Edgar Arndt am 20. August 1914 Ordonnanz-Offizier im Stab des Ersatz-Regiments 1 und bereits am 28. August 1914 Kompaniechef in der 44. Ersatz-Division. Am 5. September 1914 wurde er zum Adjutant der Ersatz-Abteilung des Grenadier-Regiments König Friedrich der Grosse (3. Ostpreußisches) Nr. 4. Am 3. April 1915 übernahm er das Kommando über eine Kompanie im Ersatz-Grenadier-Regiment 4. Am 25. Mai 1915 wurde er in das 1. Festungs-MG-Bataillon des I. Armeekorps versetzt. Ab dem 16. September 1915 war er Führer des 2. MG-Bataillons Tilsit II und ab dem 18. Oktober 1915 Kompaniechef im Infanterie-Regiment 381. Am 6. Juni 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert  und am 7. März 1917 zum Erstz-Regiment 4 versetzt, bis er am 16. März 1917 den Posten des Adjutanten des Infanterie-Regiments 165 übernahm. Am 19. Juni 1917 wurde er erneut Kompaniechef im Ersatz-Regiment 4. Am 14. Juli 1917 wurde er Kommandeur des Füsilier-Bataillons im Grenadier-Regiment König Friedrich der Grosse (3. Ostpreußisches) Nr. 4. Vom 24. August bis zum 22. September 1917 war er MG-Offizier im Stab des Landwehr-Infanterie-Regiments 9. Anschließend wurde er zum Adjutanten der Landwehr-Infanterie-Brigade 5 ernannt und am 18. Februar 1918 wurde er 1. Ordonnanz-Offizier im Stab der  226. Infanterie-Division. Ab dem 15. April 1918 fungierte er als Verbindungsoffizier der Division beim Generalkommando des III. Reservekorps und war vom 25. April 1918 bis 16. Januar 1919 erneut Adjutant bei der Landwehr-Infanterie-Brigade 5. Zugleich war er vom 28. Oktober bis zum 5. November 1918 Generalstabsoffizier im Aufklärungsstab der Gruppe "von dem Borne". Ab dem 16. Januar 1919 war er Hilfsoffizier IIa beim Generalkommando des 1. Kavallerie-Korps und ab dem 1. Oktober 1919 1. Ordonnanz-Offizier beim Wehrkreiskommando I. Am 1. Februar 1920 wurde er Kompaniechef im Schützen-Regiment 1. Ab dem 1. Juni 1920 war er Nachrichten-Offizier im I. Bataillon, am 1. November 1920 wurde er in das Infanterie-Regiment 11. Am 1. Oktober 1921 folgte seine Versetzung in den Stab der Kraftfahrzeug-Abteilung 1 und am 1. Februar 1924 in das Infanterie-Regiment 1, wo er am 1. Dezember 1924 Kompaniechef wurde. Am 1. März 1923 war er zum Rittmeister befördert worden. Am 31. Januar 1932 wurde Edgar Arndt aus dem Militärdienst verabschiedet. Am 1. Februar 1932 trat er der Landwehr bei und übernahm dort am 1. Oktober 1932 die Führung der MG-Ausbildungs-Truppe 3 in Kolberg. Am 1. Dezember 1933 wurde er zum Major (E)* befördert und nach Wandsbek versetzt. Am 1. Oktober 1934 wurde er als Major wieder in den aktiven Dienst übernommen und Bataillons-Kommandeur im Infanterie-Regiment 25. Ab dem 1. Oktober 1937 fungierte er als Ausbildungsleiter Cottbus. Am 1. August 1939 zum Oberstleutnant befördert, wurde er am gleichen Tag Kommandeur des Infanterie-Regiments 337. Mit seinem Regiment nahm er 1949 am Polenfeldzug und 1940 am Westfeldzug teil. Am 1. Januar 1940 wurde er zum Oberst befördert. Mit seinem Regiment verblieb er nach dem Westfeldzug in Frankreich im Raum Calais. Am 10. März 1942 musste er wegen einer schweren Erkrankung das Kommando über das Regiment abgeben. Er wurde in die Führerreserve versetzt und nach seiner Genesung am 20. März 1942 Leiter der Kompanieführerschule der 1. Armee. Ab dem 30. November 1942 fungierte er als General z.b.V. beim AOK 1. Ab dem 9. Mai 1943 war er mit der Führung der 158. Reserve-Division beauftragt, bis er am 1. Juni 1943 erneut in die Führer-Reserve versetzt wurde. Ab dem 30. Juli 1943 war er Kommandeur der 708. Infanterie-Division. Am 24. August 1944 ist er als Divisionskommandeur während der Kämpfe in Frankreich bei Les Loges Margueron gefallen.

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.

 

Literatur und Quellen:

Ottomar Krug: Die Generale der Wehrmacht 1918 - 1945, Bundesarchiv Freiburg, Sig. MSG 109/10843
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953