Völckers, Paul

 

* 15. März 1891, Kiel

† 23. Januar 1946, Rußland

 

Paul Völckers trat am 3. März 1910 als Fähnrich in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 2. Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Prinz Louis Ferdinand von Preußen" Nr. 27. In diesem wurde er am 20. März 1911 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 24. Juni 1909 datiert. Von seinem Regiment wurde er im Frühjahr 1914 als Assistent zur Infanterie-Schießschule kommandiert. Als Zugführer im 5. Garde-Regiment zu Fuß zog er in den Ersten Weltkrieg, wo er bereits am 11. Oktober 1914 schwer verwundet wurde. Nach seiner Genesung wurde er am 26. Februar 1915 zum Kompanieführer der 11. Kompanie vom 5. Garde-Regiment zu Fuß ernannt. Als solcher wurde er am 18. Juni 1915 zum Oberleutnant befördert. Am 29. Dezember 1916 kam er in das II. Bataillon seines Regiments. Am 6. März 1917 wurde er dann Ordonnanz-Offizier beim Beskiden-Korps ernannt. Am 20. Juni 1918 zum Hauptmann befördert, wurde er am 28. Juli 1918 als Batterie-Führer zum Feldartillerie-Regiment 43 kommandiert. Am 15. November 1918 wurde er dann Bataillonsführer des II. Bataillons vom 1. Magdeburgisches Infanterie-Regiment "Fürst Leopold von Anhalt-Dessau" Nr. 26. Im 1. Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Dabei gehörte er im Übergangsheer im Frühjahr 1920 zum Reichswehr-Schützen-Regiment 8. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 12. Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er dann als Kompaniechef eingesetzt. Spätestens ab Frühjahr 1924 war er für viele Jahre Chef der 12. (MG.) Kompanie vom 12. Infanterie-Regiment in Magdeburg. Im Frühjahr 1928 gehörte er dann zum Stab des III. (Preuß.) Bataillons vom 12. Infanterie-Regiment in Magdeburg. Ab dem 1. Oktober 1928 gehörte er dann zum Stab des (Preuß.) Ausbildungs-Bataillons vom 12. Infanterie-Regiment in Halberstadt. Von diesem wurde er als Lehrer an der Infanterie-Schule nach Dresden kommandiert. Dort wurde er am 1. März 1931 zum Major befördert. Im April 1932 wurde er dann in den Stab des I. Bataillons vom 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Königsberg versetzt. In der Folge führte er während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht diverse Bataillone, wobei er am 1. Juli 1934 zum Oberstleutnant befördert wurde. Am 1. Februar 1937 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 115 ernannt. Mit seinem Regiment bezog er bei Ausbruch des 2. Weltkrieges Stellungen im Westen. Er führte das Regiment dann zuerst im Westfeldzug in den Kampf. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Mitte Oktober 1940 wurde er zum Kommandeur der neuen 15. Schützen-Brigade ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1941 zum Generalmajor befördert. Am 15. April 1941 wurde Paul Völckers Deutscher General bei der bulgarischen Heeresleitung. Ende 1941 gab er diesen Posten ab und wurde dafür zum Kommandeur der 78. Infanterie-Division ernannt. Diese führte er jetzt im Mittelabschnitt der Ostfront vor Moskau. Am 1. April 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 1. September 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 11. Dezember 1942 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 12. Dezember 1942 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Bei den Kämpfen südwestlich Kalinin zeichnete sich die 78. Infanteriedivision unter Führung von Generalleutnant Völkers und eine Sturmgeschützabteilung besonders aus". Am 1. April 1943 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 8. Juni 1943 wurde er mit der Führung vom XXVII. Armeekorps beauftragt. Am 1. September 1943 folgte seine Beförderung zum General der Infanterie und damit die Ernennung zum Kommandierenden General des XXVII. Armeekorps. Am 23. November 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Westlich Smolensk haben die unter dem Oberbefehl des Generalobersten Heinrici und unter Führung des Generals der Infanterie Voelckers stehende schlesische 18. Panzergrenadierdivision, die württembergisch-badische 25. Panzergrenadierdivision, die württembergisch-badische 78. Sturmdivision, die 1. SS-Infanteriebrigade (mot.) und die im Erdkampf eingesetzten Teile der 18. Flakdivision in der siebentägigen 3. Schlacht an der Smolensker Rollbahn einen hervorragenden Abwehrerfolg errungen". Am 9. Juli 1944 geriet er im Zuge der sowjetischen Sommeroffensive in russische Gefangenschaft. In dieser gehörte er zu den Unterzeichnern des Generals-Aufruf vom Bund deutscher Offiziere. In der sowjetischen Gefangenschaft ist er dann am 23. Januar 1946 verstorben.

 

Ritterkreuz (11. Dezember 1942)