Unrein, Martin

 

* 1. Januar 1901, Weimar

† 22. Januar 1972, München

 

Martin Unrein trat am 18. März 1918 vom Kadettenkorps kommend als Fähnrich in das Königlich Preußische Heer ein. Der Sohn eines Regierungsrats kam dabei zum 3. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 71 und nahm noch kurz am 1. Weltkrieg teil. Am 25. September 1918 geriet er verwundet in Gefangenschaft, aus der er im Februar 1920 entlassen wurde. Im Krieg wurde ihm noch das Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 1. April 1920 wurde er in die Reichswehr übernommen und kam dann bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr zum 21. (Bayer.) Infanterie-Regiment. Im Juli 1921 wurde er in das 2. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt, wo er am 1. Juli 1922 auch zum Leutnant befördert wurde. Danach wurde er dann als Eskadronoffizier im 2. (Preuß.) Reiter-Regiment eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann beim Regimentsstab vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment in Fürstenwalde eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1925 wurde er dann für mehrere Jahre in der 4. Eskadron vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment in Beeskow bei Fürstenwalde eingesetzt. Am 1. Juni 1927 folgte dann seine Beförderung zum Oberleutnant. Am 1. Oktober 1927 wurde er dann in die Ausbildungs-Eskadron vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Breslau versetzt. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann beim Regimentsstab vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment in Breslau zum Nachrichten-Offizier ernannt. Ab dem 1. Oktober 1929 wurde er dann als Regimentsadjutant vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment in Breslau eingesetzt. Am 17. September 1931 hat er Maria-Elisabeth von Wallenberg-Pachaly geheiratet. Am 1. September 1933 wurde er zum Rittmeister befördert. Er wurde daraufhin zum Chef der 4. Eskadron vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. August 1935 zum Chef der 4. Eskadron vom Reiter-Regiment 4 ernannt. Am 6. Oktober 1936 wurde er als Taktiklehrer an die Kriegsschule Dresden versetzt. Dort wurde er am 1. Oktober 1938 zum Major befördert. Als solcher wurde er als IIb in den Generalstab vom Generalkommando XI. Armeekorps versetzt. Er nahm dann nach Ausbruch des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939 in dieser Funktion am Polenfeldzug teil. Dabei wurde ihm die Spange zu seinem Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 15. Januar 1940 übernahm er als Kommandeur die Divisions-Aufklärungs-Abteilung 268. Diese führte er dann zuerst im Frühjahr 1940 in den Westfeldzug. Dabei wurde ihm auch das Eisernen Kreuz 1. Klasse verliehen. Am 15. September 1940 wurde er in das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann in der WZ III eingesetzt. Zum 1. Dezember 1940 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert. Auch bei Beginn des Ostfeldzuges zum Sommerbeginn 1941 blieb er weiter dort eingesetzt. Am 15. September 1941 wurde er zum Kommandeur vom Kradschützen-Bataillon 6 ernannt. Dieses führte er dann im Rahmen der 6. Panzer-Division im Mittelabschnitt der Ostfront beim Angriff auf Moskau. Bei den schweren Kämpen um den Knotenpunkt Timkowo vor Moskau befahl Unrein den Rückzug seiner Einheit in eine neue Auffangstellung. Für diesen Befehl wurde er vor ein Kriegsgericht, aber von diesem vollständig rehabilitiert, da der Befehl das Bataillon vor seiner Vernichtung gerettet hatte. Am 28. Februar 1942 wurde er sogar noch mit dem Deutsches Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 1. April 1942 übernahm er die Führung vom Schützen-Regiment 4. Am 18. April 1943 wurde ihm die Ehrenblattspange verliehen. Auch nach der Umbenennung des Regiments im Mai 1942 zum Panzer-Grenadier-Regiment 4 blieb er weiter der Kommandeur des Regiments. Als solcher wurde am 1. Juli 1942 auch zum Oberst befördert. Mitte Juli 1943 wurde er für zwei Tage mit der stellvertretenden Führung der 6. Panzer-Division beauftragt. Bei den Kämpfen um Charkow im August 1943 konnte er mit seinen Grenadieren einen russischen Durchbruch verhindern und wurde am 10. September 1943 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 31. Oktober 1943 wurde er dann als Nachfolger des gefallenen Generalmajor Friedrich Sieberg mit der Führung der 14. Panzer-Division beauftragt. Am 5. November 1943 übernahm er dann auch die Führung der 14. Panzer-Division. Am 1. Januar 1944 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor auch zum Kommandeur der Division ernannt. Für seine Führungsleistungen bei den Kämpfen südwestlich von Tscherkassy wurde er am 26. Juni 1944 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Zum 1. Juli 1944 wurde er auch zum Generalleutnant befördert. Am 6. September 1944 erkrankte er schwer und musste ins Lazarett. Am 30. November 1944 kehrte er wieder zu seiner Division zurück und führte diese in den schweren Abwehrkämpfen in Kurland. Am 1. Februar 1945 wurde er mit der Führung vom Generalkommando III. SS-Panzerkorps beauftragt. Am 10. Februar 1945 wurde er dann dazu in die Gegend von Stargard geflogen und übernahm dort die Führung des III. SS-Panzerkorps. Am 1. April 1945 übergab er seine Führung dann an General der Waffen-SS Felix Steiner. Dafür wurde er an diesem 1. April 1945 zum Kommandeur der Panzer-Division "Clausewitz"  ernannt. Diese führte er jetzt unter dem Generalkommando XXXIX. Panzerkorps. Bei der Zerschlagung der Division im Raum Fallersleben konnte er sich noch absetzen. Am 24. April 1945 geriet er dann in westalliierte Gefangenschaft, als er sich bei Roxförde einem amerikanischen Spähtrupp ergab. Aus dieser Gefangenschaft wurde er dann im Jahr 1947 wieder entlassen. Nach anderer Quelle wurde er angeblich noch an die Sowjetunion ausgeliefert.

 

Ritterkreuz (10. September 1943) Eichenlaub (26. Juni 1944)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Ottmar Krug: Deutsche Generale 1918 -1945, Bundesarchiv Freiburg, Sig. MSG 109/10853, See - Vaas