Kühn, Friedrich Wilhelm Hermann
| * 7. August 1889, Eutin † 15. Februar 1944, Berlin (gefallen) |
Fritz Kühn war der Sohn vom Oberlehrer und späteren Geheimen Regierungsrates Carl Anton Julius Kühn und dessen Ehefrau Hedwig Rosalie Elisabeth, geborene Walther. Er trat im Frühjahr 1909 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dann zum 2. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 32. In diesem wurde er am 19. November 1909 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 22. August 1910 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 22. August 1908 datiert. Als solcher wurde er jetzt als Kompanieoffizier im 2. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 32 eingesetzt. Auch vor dem 1. Weltkrieg gehörte er noch zum 2. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 32. Am 25. Februar 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 27. Januar 1918 wurde er zum Hauptmann befördert. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet. Ihm wurden neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern und beiden Eisernen Kreuzen noch viele andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Hauptmann mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Er heiratete als Brigade-Adjutant am 15. Juni 1919 die etwas über zwei Jahre jüngere Emma Marie Charlotte Arnold, Tochter des Rechnungsrates Emil Arnold, in Meiningen. Sein einziger Sohn war der am 20. März 1920 in Kassel geborene Fritz Kühn. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er zum Reichswehr-Schützen-Regiment 21 der Reichswehr-Brigade 11. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 17. Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er die ersten zwei Jahre als Kompaniechef eingesetzt. Ab dem 1. Oktober 1922 gehörte er als Rittmeister zur Ausbildungs-Eskadron vom 3. (Preuß.) Reiter-Regiment in Rathenow. Seine erste Ehe wurde durch das am 31. März 1923 rechtskräftig gewordene Urteil vom Landgericht Göttingen geschieden. Im Frühjahr 1925 und 1926 wurde er jeweils als Chef der 2. Kompanie der 6. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung in Hannover verzeichnet. Im Frühjahr 1927 wurde er als Chef der 3. Eskadron vom 4. (Preuß.) Reiter-Regiment in Potsdam verzeichnet. Im Frühjahr 1928 wurde er dann im Reichswehrministerium in Berlin eingesetzt. Dort gehörte er jetzt zur Inspektion der Verkehrstruppen (In 6). Am 30. September 1928 wurde er verabschiedet. Im Frühjahr 1929 wurde er daraufhin nicht in der Rangliste verzeichnet. Er wurde aber inzwischen als Lehrgangsleiter des 1. Lehrgangs nach Kasan in Russland geschickt um dort an der Kama eingesetzt zu werden. Anfang 1930 wurde er wieder in die Reichswehr übernommen. Im Frühjahr 1930 ist er dann wieder bei der Inspektion der Verkehrstruppen (In 6) im Reichswehrministerium in Berlin verzeichnet. Dort wurde er am 1. Februar 1931 zum Major befördert. Im Frühjahr 1932 gehörte er dann zum Stab der I. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Schweidnitz. Am 1. Juni 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er dann am 15. Oktober 1935 für über drei Jahre zum Kommandeur vom neuen Panzer-Regiment 4 ernannt. Am 1. August 1936 wurde er zum Oberst befördert. Er heiratete am 14. Januar 1937 die verwitwete Auguste Charlotte Klara Behrens, geborene Bischoff, Witwe vom am 5. Februar 1928 verstorbenen Kaufmann Kurt Eduard Franz Behrens, Tochter vom 1897 verstorbenen Christian Friedrich Bischoff, in Berlin-Schöneberg. Am 10. November 1938 gab er sein Kommando ab. Er wurde an diesem Tag zum Kommandeur der Panzertruppenschule in Wünsdorf ernannt. Diese Funktion behielt er dann auch noch die ersten Monate im 2. Weltkrieg. Angeblich wurde er am 10. Dezember 1939 zum Kommandeur der 14. Panzer-Brigade ernannt, eine solche hat es aber nicht gegeben. Er blieb also wahrscheinlich noch bis zum Februar 1940 Kommandeur der Panzertruppenschule. Am 15. Februar 1940 übernahm er dann die 3. Panzer-Brigade als Kommandeur. Diese führte er dann im Frühjahr 1940 in den Westfeldzug. Am 1. Juli 1940 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 3. Juli 1940 wurde ihm für seine Leistungen im Westfeldzug das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im September 1940 wurde er dann mit der stellvertretenden Führung der 3. Panzer-Division beauftragt. Am 3. Oktober 1940 übergab er die Führung dann wieder an den Kommandeur, Generalmajor Horst Stumpff. Er wurde dafür nur wenige Tage später zum Kommandeur der 33. Infanterie-Division ernannt. Durch deren Umgliederung wurde er dann im November 1940 zum Kommandeur der neuen 15. Panzer-Division ernannt. Im März 1941 tauschte er dann mit Generalmajor Heinrich von Prittwitz und Gaffron seinen Posten. Dadurch wurde er am 22. März 1941 zum Kommandeur der 14. Panzer-Division ernannt. Diese führte er dann zuerst im Frühjahr 1941 im Balkanfeldzug. Im Sommer 1941 führte er die Division dann im Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Sein einziger Sohn (aus erster Ehe) ist am 24. Juli 1941 als Gefreiter und Angehöriger der 1. Kompanie vom Kradschützen-Bataillon 7 bei Jarzowa durch Kopfschuß gefallen. Am 22. April 1942 wurde ihm selbst das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 30. Juni 1942 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve OKH versetzt. Am 1. Juli 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 10. September 1942 wurde er dann zum General für Heeresmotorisierung ernannt. Am 23. Februar 1943 wurde er dann zum Chef des Wehrmacht-Kraftfahrwesens und für die Heeresmotorisierung ernannt. Seine zweite Frau ist am 28. Mai 1943 im Alter von 49 Jahren an Krebs gestorben und wurde am 1. Juni 1943 auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt. Er wohnte 1944 privat in Wünsdorf in der Panzertruppenschule. Am 15. Februar 1944 ist er in Berlin im Hotel Bristol einem Luftangriff zum Opfer gefallen. Seine Beisetzung fand am 23. Februar 1944 auf dem Waldfriedhof Dahlem statt.
Er hatte noch zwei ältere Geschwister:
Seine einzige Schwester war die am
15. Juli 1884 in Eutin geborene Johanna Magdalena Elisabeth 'Hanna' Kühn. Diese
blieb ledig und war 1944 als Sekretärin in Bremen tätig.
Sein einziger
Bruder war der am 17. Juli 1885 ebenfalls in Eutin geborene Karl Johannes Ernst
Kühn. Dieser schlug die Laufbahn als Marineoffizier ein. Er heiratete als
Schiffer auf großer Fahrt am 12. September 1918 die fast vier Jahre jüngere
Frida Johanne Martha Deppe, Tochter des Hafenpolizisten Gerd Johann Heinrich
Ferdinand Deppe. In dieser Ehe gab es auch die
am 9. Oktober 1917 geborene Tochter Irmgard Johanna Kühn. Die Tochter heiratete
am 12. Februar 1944 in Hamburg. Der Bruder Ernst Kühn war 1944 Korvettenkapitän.
Ritterkreuz (3. Juli 1940)