von Prittwitz und Gaffron, Heinrich

 

* 4. August 1889, Gut Sitzmannsdorf, Kreis Ohlau

† 10. April 1941, vor Tobruk (gefallen)

Heinrich von Prittwitz und Gaffron trat im April 1908 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Der Sohn eines Marineoffiziers kam dabei zum 1. Brandenburgisches Ulanen-Regiment „Kaiser Alexander II. von Rußland“ Nr. 3 nach Fürstenwalde. Bei diesem wurde er am 19. November 1908 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 19. August 1909 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 17. August 1907 datiert. Als solcher wurde er jetzt als Eskadronoffizier im 1. Brandenburgisches Ulanen-Regiment „Kaiser Alexander II. von Rußland“ Nr. 3 eingesetzt. Später ließ er sich auf eine Sprachreise nach England kommandieren. Diese schloss er dann mit dem Dolmetscherexamen ab. Auch kurz vor dem 1. Weltkrieg gehörte er im Sommer 1914 noch zum 1. Brandenburgisches Ulanen-Regiment „Kaiser Alexander II. von Rußland“ Nr. 3. Mit diesem rückte er dann bei Beginn des Krieges an die Front. Als Regimentsadjutant seines Regiments wurde er am 27. Januar 1915 zum Oberleutnant befördert. Im Herbst 1915 gab er seinen Posten ab. Er wurde jetzt in den Stab vom Generalfeldmarschall Colmar Freiherr von der Goltz versetzt. Am 2. Dezember 1915 hat er Renata von Zastrow geheiratet. Nach der Hochzeit wurde er dann in den Orient versetzt. In Persien wurde er bei seinem Stab am 18. Dezember 1916 zum Rittmeister befördert. Vom Herbst 1917 bis zum Kriegsende wurde er in verschiedenen Generalstäben eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch viele weitere Auszeichnungen verliehen. Nach einiger Zeit beim Grenzschutz wurde er dann als Rittmeister in das Reichsheer übernommen. Dort wurde er dann die nächsten Jahre als Eskadronchef im 9. (Preuß.) Reiter-Regiment eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dabei viele Jahre als Chef der Ausbildungs-Eskadron vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment in Fürstenwalde an der Spree eingesetzt. 1928/29 wurde er dann für die nächsten Jahre in den Regimentsstab vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment in Fürstenwalde versetzt. Bei diesem wurde er am 1. Februar 1930 zum Major befördert. Im Sommer 1932 wurde er dann in den Stab vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt. Dort wurde er am 1. April 1934 zum Oberstleutnant befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht gehörte er dann ab dem 1. Oktober 1934 zum Regimentsstab vom Reiter-Regiment Breslau. Am 1. April 1935 wurde er zum Kommandeur vom Reiter-Regiment Breslau ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände nach der Erweiterung der Reichswehr wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur vom Panzer-Regiment 2 in Eisenach ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1936 zum Oberst befördert. Im Herbst 1938 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür am 10. November 1938 zum Kommandeur der 2. Panzer-Brigade in Wien ernannt. In dieser Funktion wurde er dann im Sommer 1939 auch noch bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg eingesetzt. Zum Beginn des Krieges führte er seinen Stab dann im Polenfeldzug. Er griff mit seinen Panzern über den Jablunka-Pass in Richtung Krakau und Lemberg an. Am 1. Oktober 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Noch vor Mitte Oktober 1939 verlegte er mit den Panzern seiner Brigade zur Instandsetzung in die Garnison Wien zurück. Er trug inzwischen beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Im Dezember 1939 verlegte er mit seiner Brigade an die Westfront. Auch im Frühjahr 1940 wurde er im Westfeldzug als Brigadekommandeur der 2. Panzer-Brigade eingesetzt. Im Juli 1940 verlegte er mit den Panzern seiner Brigade zur Instandsetzung in die Garnison Wien zurück. Am 1. Oktober 1940 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür zum Kommandeur der neuen 14. Panzer-Division ernannt. Ende Januar 1941 verlegte er mit seiner Division auf den Truppenübungsplatz Milowitz. Im März 1941 tauschte er dann mit Generalmajor Friedrich Kühn seinen Posten. Dadurch wurde er am 22. März 1941 zum Kommandeur der 15. Panzer-Division ernannt. Mit dieser verlegte er dann nach Afrika. Während die Division noch im Antransport war, befand er sich seit Anfang April 1941 in Afrika. Am 10. April 1941 sollte er im Auftrag von Generalleutnant Erwin Rommel auf der Via Balbia in Richtung Tobruk vorfahren und dort Artilleriestellungen für den Angriff auf die Festung Tobruk erkunden. Er fuhr mit seinem Kübelwagen auf der Straße als er am Straßenrand den Wagen des Divisionsführers der italienischen Division Brescia, Generalmajor Heinrich Kirchheim, vorfand. Er erkannte Kirchheim, der bei einem Tiefflieger verwundet wurden war und besprach mit diesem kurz den Auftrag. Danach fuhr er weiter in Richtung Tobruk. Vorher hatte ihm Generalmajor Kirchheim mitgeteilt, dass sich bei Kilometer 13 italienische Sicherungen befinden. Er wurde dann mit seinem Fahrer nach wenigen Minuten durch englische Pak getötet. Als Generalmajor Kirchheim kurze Zeit später ebenfalls in diese Richtung fuhr, kam ihm bei Kilometer 14 ein winkender Oberleutnant entgegen. Dieser war der Ordonanzoffizier von Prittwitz und Gaffron und teilte ihm den Tod des Generalmajors mit. Kirchheim befahl dem Oberleutnant einzusteigen und fuhr zurück. Später nach vorn gesendete Sanitätstrupps fanden den General und den Fahrer tot vor und brachten die sterblichen Überreste mit zurück. Er wurde dann auf dem Soldatenfriedhof Derna begraben. Posthum wurde er zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1941 festgelegt.