von Hanneken, Hermann Konstantin Albert Julius

 

* 5. Januar 1890, Gotha

† 22. Juli 1981, Herford

 

Hermann von Hanneken trat nach seiner Kadettenausbildung am 19. März 1908 als Fähnrich in die Kaiserliche Armee ein. Der Offizierssohn kam dabei zum Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 19. August 1909 zum Leutnant befördert. Im Herbst 1911 hat er geheiratet, wurde aber noch im gleichen Jahr wieder Witwer. Am 1. Oktober 1913 wurde er als Leutnant zum Oldenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 91 versetzt. Bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg kam er dann zu einem Reserve-Infanterie-Regiment. Im Juni 1915 heiratete er ein zweites Mal. Am 24. Juli 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Später wurde er nach einer Verwundung im Generalstab eingesetzt. Dort wurde er am 15. Juli 1918 zum Hauptmann befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuze noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Er wurde dort anfangs im Reichswehrministerium eingesetzt. Im Sommer 1920 kam er dann zum Wehrkreiskommando VI. Dadurch kam er dann bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr als Hilfsoffizier zum Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Anfang 1922 wurde er dann in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt, bevor er Ende 1922 zum Generalstab vom Infanterieführer VII in München versetzt wurde. Am 1. Mai 1924 wurde er dann wieder in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt im Heeres-Waffenamt (WaA) eingesetzt. Am 1. Oktober 1925 wurde er in die 4. Eskadron vom 14. Reiter-Regiment nach Schleswig versetzt, blieb aber zum Heeres-Waffenamt im Reichswehrministerium kommandiert. Im Sommer 1926 wurde er auch wieder dorthin versetzt. Am 1. Juli 1927 wurde er dann für die nächsten Jahre zum Chef der 1. Kompanie vom 6. Infanterie-Regiment in Schwerin ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1930 zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Dezember 1928 festgelegt. Am 1. November 1930 wurde er wieder in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er wieder im Heeres-Waffenamt, diesmal bei der Wirtschaftsgruppe (Wa Wi) eingesetzt. Am 1. April 1933 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant zum Kommandeur des III. Bataillons vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Breslau ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er dann am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment Breslau ernannt. Ende 1934 wurde er dann wieder in das Heeres-Waffenamt versetzt, wo er jetzt zum Chef des Stabes ernannt wurde. Als solcher wurde er am 1. April 1935 zum Oberst befördert. Im Sommer 1937 wurde er zum Bevollmächtigten für die Eisen- und Stahlbeschaffung für den 4-Jahresplan ernannt. Als solcher wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor am 1. Februar 1938 in das Reichswirtschaftsministerium versetzt. Dort wurde er parallel zu seiner Stellung als Bevollmächtigter für Eisen- und Stahl auch zum Leiter der Hauptabteilung II (Industrie) ernannt. Am 1. Juli 1940 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. Dezember 1941 wurde er zum General der Infanterie befördert. Er konnte aber die immer häufigeren Engpässe in seiner Verantwortung nicht mehr verbergen und wurde im Frühjahr 1942 von den Aufgaben des Bevollmächtigten entbunden. In der Folge wurden viele Aufgaben seiner Hauptabteilung anderen Referaten zugeteilt. Im Sommer 1942 ging von Hanneken auf Urlaub. Im September 1942 wurde er zum Befehlshaber der deutschen Truppen in Dänemark ernannt. Mitte November 1943 wurde er durch die Umbenennung des Stabes zum Wehrmachtsbefehlshaber Dänemark ernannt. Am 12. Februar 1944 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 21. Dezember 1944 wurde mit dem Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern ausgezeichnet. Wegen Korruptionsvorwürfen wurde er Ende Januar 1945 von seinem Kommando abberufen. Nach der Kapitulation wurde er verhaftet und in Dänemark mehrmals vor Gericht gestellt. Im Frühjahr 1949 wurde er endgültig freigesprochen und noch im Sommer des Jahres wieder freigelassen.