Jodl, Alfred

 

* 10. Mai 1890, Würzburg

† 16. Oktober 1946, Nürnberg (hingerichtet)

Alfred Jodl besuchte ab 1903 die Kadettenschule in München. Am 10. Juli 1910 trat er dann als Fähnrich in die königlich bayerische Armee ein. Dabei kam er zum 4. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment. Im Herbst 1910 wurde er dann an die Kriegsakademie kommandiert. Nach seinem Abschluss wurde er am 28. Oktober 1912 in seinem Regiment zum Leutnant befördert. Am Ersten Weltkrieg nahm er zuerst als Batterie-Offizier teil. Dabei wurde er bis 1916 zweimal verwundet. Ab 1915 wurde er beim 19. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment eingesetzt. Am 14. Januar 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. Anfang 1917 wurde er in ein ungarisches Artillerie-Regiment an der Ostfront versetzt. Ab Frühjahr 1917 wurde er dann als Adjutant wieder beim 19. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment eingesetzt. Bis 1918 wurde er dann auch mit beiden Eisernen Kreuzen ausgezeichnet. 1918 wurde er dann als Generalstabsoffizier an der Westfront eingesetzt. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Zuerst wurde er dabei im Reichswehr-Artillerie-Regiment 21 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres war er dann bei der 7. (Bayer.) Fahr-Abteilung im Einsatz. Anfang 1921 wurde er dann zur Führergehilfenausbildung beim Stab der 7. Division der Reichswehr eingesetzt. 1922 wurde er dann zum Rittmeister befördert, wobei das Rangdienstalter auf den 28. September 1921 festgelegt wurde. Am 1. Oktober 1922 wurde er als Batteriechef in die III. Abteilung vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment versetzt. Ab 1923 absolvierte er eine Ausbildung in Berlin, gehörte nominell aber zum Stab der II. Abteilung vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment. Im gleichen Jahr lernte er Adolf Hitler kennen. Sein Rangdienstalter als Hauptmann wurde bis 1924 auf den 18. Oktober 1918 korrigiert. Am 1. Oktober 1924 kam er dann zum Generalstab der 7. Division der Reichswehr nach München. Ab dem 1. Oktober 1927 gehörte er dann zur 5. Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment. Ab dem 1. Oktober 1928 wurde er dann als Ausbilder für die Führergehilfenausbildung beim Stab der 7. Division der Reichswehr in München eingesetzt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1931 zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Mai 1929 festgelegt. Ab Sommer 1932 wurde er dann in das Reichswehrministerium kommandiert, im Herbst 1932 auch dorthin versetzt. Er kam dabei zum Truppenamt (TA) in die Abteilung für die Operationsführung. Am 1. Oktober 1933 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert. 1935 erhielt er die Leitung der neuen Abteilung "Landesverteidigung" im Reichskriegsministerium. Am 1. August 1935 wurde er auch zum Oberst befördert. Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Affäre wurde er im Februar 1938 zum Chef des Wehrmachtsführungsamtes. Im November 1938 wurde er dann zum Artillerie-Kommandeur 44 in Wien ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1939 zum Generalmajor befördert. Kurz vor Kriegsbeginn wurde er erneut Chef des Wehrmachtsführungsamtes. Während des Polenfeldzuges wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Auch während des Westfeldzuges war er noch Chef des Wehrmachtsführungsamtes. Nach dem Frankreichfeldzug wurde er unter Überspringung des Generalleutnants am 19. Juli 1940 zum General der Artillerie befördert. Ab 1940 war er dann Chef des Wehrmachtsführungsstabes im OKW. In dieser Position wurde Jodl einer der engsten Berater Adolf Hitlers. 1942 übernahm er die Leitung sämtlicher Operationen gegen die Westalliierten, womit er für die Kriegsführung in Norwegen, Frankreich und Afrika verantwortlich war. Am 30. Januar 1943 wurde ihm das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP verliehen. Am 30. Januar 1944 folgte die Beförderung zum Generaloberst. Sein Stellvertreter war bis September 1944 General der Artillerie Warlimont. Beim Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Jodl nur leicht verletzt. Im April 1945 wurde Jodl mit dem Wehrmachtsführungsstab nach Flensburg evakuiert. In den letzten Kriegstagen versuchte er, die Kapitulation gegenüber der Sowjetunion hinauszuzögern, um der deutschen Bevölkerung und der Armee in den Ostgebieten Flucht und Rückzug nach Westen zu ermöglichen. Daher verhandelte er in Reims vergeblich mit den Amerikanern über eine Verschiebung der Kapitulation. Am 7. Mai 1945 unterzeichnete in Reims als Bevollmächtigter von Dönitz die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Am gleichen Tag wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, sowie dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Im November 1945 wurde er von den Alliierten in Nürnberg im Hauptkriegsverbrecherprozeß angeklagt und am 1. Oktober 1946 u.a. wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. Am 16. Oktober 1946 wurde er in Nürnberg gehängt, seine Asche wurde später verstreut. 1953 sprach ihn eine deutsche Spruchkammer postum von allen Verbrechen frei, für die er in Nürnberg verurteilt worden ist. Begründet wurde dies damit, dass Jodl sich als Militär auf rein operative Fragen beschränkt haben soll.

 

Ritterkreuz (7. Mai 1945) Eichenlaub (7. Mai 1945)