Böhme, Franz

 

* 15. April 1885, Zeltweg / Österreich

† 29. Mai 1947, Nürnberg (Selbstmord)

 

Franz Böhme trat nach seiner Zöglingsausbildung am 18. August 1904 als Kadett-Offiziersstellvertreter in die k.u.k. Armee ein. Er kam dabei zum k.u.k. Infanterie-Regiment 95. Bei diesem wurde er am 1. November 1905 zum Leutnant befördert. Bereits vor dem 1. Weltkrieg kam er in den Generalstab der k.u.k. Armee. Dort wurde er dann auch in verschiedenen Generalstäben im 1. Weltkrieg eingesetzt. Dort wurde er am 1. Mai 1915 zum Hauptmann befördert. Im Ersten Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch vielen anderen Orden ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er in das österreichische Bundesheer übernommen. Dort wurde er in verschiedenen Stäben eingesetzt. Am 24. Dezember 1935 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er im Frühjahr 1938 in die Deutsche Wehrmacht übernommen. Im Sommer 1938 wurde dann als General z.b.V. beim Oberbefehlshaber des Heeres verwendet. Am 10. November 1938 wurde er zum Infanterie-Kommandeur 23 in Brandenburg ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juni 1939 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Juli 1939 wurde er zum Kommandeur der 30. Infanterie-Division in Lübeck ernannt. Bereits Mitte Juli 1939 gab er sein Kommando wieder ab. Dafür wurde er jetzt zum Kommandeur der 32. Infanterie-Division in Köslin ernannt. Diese Division führte er bei Beginn des 2. Weltkrieges in den Polenfeldzug. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Mitte September hatte er die Führung aber zwischenzeitlich abgegeben. Danach führte er die Division in den Westfeldzug. Am 5. Juni 1940 wurde er mit der Führung vom XXXXIII. Armeekorps beauftragt. Am 15. Juni 1940 wurde er mit der Führung vom XVIII. Armeekorps beauftragt. Am 29. Juni 1940 wurde er für seine Leistungen als Kommandeur der 32. Infanterie-Division mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 1. August 1940 wurde er zum General der Infanterie befördert. Als solcher wurde er dann am 1. November 1940 zum Kommandierenden General des XVIII. Gebirgskorps ernannt. Im November und Dezember 1941 wurde er auch als Militärbefehlshabers Serbien eingesetzt. Am 10. Dezember 1943 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 10. Dezember 1943 wurde er zum Kommandierenden General vom Stellvertretenden Generalkommando XVIII. Armeekorps ernannt. Dadurch wurde er dann auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis XVIII ernannt. Am 10. Februar 1944 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 23. März 1944 wurde sein Dienstgrad in General der Gebirgstruppen umbenannt. Am 24. Juni 1944 wurde mit der Führung der 2. Panzerarmee beauftragt. Dabei wurde er Mitte Juli 1944 bei einem Unfall schwer verwundet. Daraufhin wurde er in die Führerreserve versetzt. Am 18. Januar 1945 wurde er zum Wehrmachtsbefehlshaber Norwegen und Oberbefehlshaber der 20. Gebirgsarmee ernannt. Als solcher geriet er bei Kriegsende in Gefangenschaft. Er wurde dann in das Allgemeine Kriegsverbrechergefängnis Nürnberg verlegt. Dort hat er am 29. Mai 1947 Selbstmord verübt.

 

Ritterkreuz (29. Juni 1940)