von Vollard-Bockelberg, Alfred Bernhard Karl Egon

 

* 18. Juni 1874, Magdeburg

† 31. Dezember 1945 für tot erklärt

 

Alfred von Vollard-Bockelberg trat nach seiner Kadettenausbildung am 17. März 1894 als Sekondeleutnant in die Königlich Preußische Armee ein. Der Offizierssohn kam dabei zum 2. Garde-Feldartillerie-Regiment. Etwa 1902 zum Oberleutnant befördert. Vor dem 1. Weltkrieg gehörte er als Hauptmann zum 2. Pommersches Feldartillerie-Regiment Nr. 17. Am 28. November 1914 wurde er zum Major befördert. Am 4. November 1917 wurde ihm der Pour le mérite verliehen. Er war zu dieser Zeit Major und Abteilungschef beim Chef des Generalstabes des Feldheeres. Im Krieg wurde er außerdem neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit anderen Orden ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er als Regimentskommandeur des Generalstabes beim Gruppenkommando 2 in Kassel eingesetzt. Auch bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr gehörte er weiter zu diesem Stab. Mit dem Rangdienstalter vom 1. Oktober 1920 wurde er dort auch zum Oberstleutnant befördert. Im Oktober 1921 war er noch immer bei diesem Stab. Danach wurde er wahrscheinlich 1922 zum Kommandeur der II. Abteilung vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Güstrow ernannt. Am 1. Februar 1923 wurde er als solcher zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1924 wurde er dann als Nachfolger von Generalmajor Erich Wöllwarth zum Chef des Stabes vom Gruppenkommando 2 ernannt. Am 30. September 1926 wurde er durch Oberst Gerd von Rundstedt abgelöst und in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Am 1. Oktober 1926 wurde er als Nachfolger von Generalmajor Wilhelm von Natzmer zum Inspekteur der Inspektion der Verkehrstruppen (In 6) ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1927 zum Generalmajor befördert. Auch bei seiner Beförderung zum Generalleutnant am 1. April 1929 war er noch Inspekteur der Verkehrstruppen im Reichswehrministerium. Am 31. Mai 1929 wurde er durch Generalmajor Otto von Stülpnagel abgelöst. Am 1. Juni 1929 wurde er dann dafür als Nachfolger von Generalleutnant Max Ludwig zum Chef vom Heeres-Waffenamt (WaA) im Reichswehrministerium ernannt. Als solcher wurde er dann am 1. Oktober 1933 zum General der Artillerie befördert. Am 31. Dezember 1933 gab er sein Kommando an Oberst Kurt Liese ab. An diesem Tag wurde er auch aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Ab Oktober 1934 gehörte er dann zum vierköpfigen Vorstand der Braunkohle-Benzin AG Berlin (Brabag) am Schinkelplatz 1 in Berlin. Neben ihm gehörten auch Heinrich Koppenberg, der Generaldirektor der Junkers-Werke, Carl Krauch, der I.G. Farben-Vorstand und Spezialist für das Hydrierverfahren und Fritz Kranefuß, einem Vertrauten Himmlers, zum Vorstand, letzterer war der Vorstandssprecher. Oberstes Ziel dieses Zusammenschlusses von Unternehmen der Braunkohlewirtschaft war die synthetische Herstellung von Benzin. Nach der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er im Sommer 1939 als General der Artillerie z.V. wieder aktiviert. Am 6. September 1939 wurde er dann zum Militärbefehlshaber Posen ernannt. Am 25. Oktober 1939 wurde er dann abgelöst. Am 26. Oktober 1939 wurde er dann zum Oberbefehlshaber vom Grenzschutz-Abschnittskommando Nord ernannt. Am 5. November 1939 wurde er dann noch zusätzlich als Nachfolger von Generalleutnant Oskar von Beneckendorff und von Hindenburg zum Kommandierenden General des Stellvertretenden Generalkommando I. Armeekorps in Königsberg ernannt. Damit wurde er jetzt auch Befehlshaber vom Wehrkreis I. Âm 14. Mai 1940 gab er beide Positionen wieder ab und wurde in die Führerreserve OKH am Standort Berlin versetzt. Im Juni 1940 wurde er dann zum Militärbefehlshaber Paris ernannt. Am 1. August 1940 wurde er dann abgelöst und in die Führerreserve versetzt. Am 31. August 1940 wurde er endgültig aus der Wehrmacht verabschiedet. Nach Kriegsende wurde er durch sowjetische Besatzungstruppen verhaftet und verschleppt. Danach ist er verschollen und wurde rückwirkend zum Ende des Jahres 1945 für tot erklärt.