Stapf, Otto

 

* 13. November 1890, Hellmitzheim in Mainfranken

† 30. März 1963, München

 

Otto Stapf trat am 1. August 1910 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Dabei kam er zum 22. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Fürst Wilhelm von Hohenzollern". Bei diesem wurde er am 28. Oktober 1912 zum Leutnant befördert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im 22. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Fürst Wilhelm von Hohenzollern" eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er am 14. Januar 1916 zum Oberleutnant befördert. Im Krieg wurde er auch verwundet. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch jede Menge weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Anfangs wurde er dem Reichswehr-Gruppenkommando 4 zugeteilt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er als Hilfsoffizier im Wehrkreiskommando VII eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann als Hilfsoffizier zum Stab der 7. Division der Reichswehr nach München. Anfang 1921 wurde er dann in das 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment versetzt. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Eskadronoffizier zum 17. (Bayer.) Reiter-Regiment versetzt. Dort wurde er dann im Winter 1921/22 zum Hauptmann befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 18. Oktober 1918 festgelegt. Als solcher wurde er dann 1923 zum Chef der 9. Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Lindau ernannt. Im Frühjahr 1925 und 1926 gehörte er zum Generalstab der 7. Division der Reichswehr in München. Danach wurde er für drei Jahre zum Chef der 4. (MG.) Kompanie vom 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment in München ernannt. Er wurde dann 1929/30 wieder für zwei Jahre in den Stab der 7. Division der Reichswehr versetzt. Dort wurde er im Sommer 1930 auch zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1929 festgelegt. Ende 1931 wurde er dann in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann in der Heeres-Organisationsabteilung (T 2) im Truppenamt (TA) eingesetzt. Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. Juli 1934 zum Kommandeur der 7. (Bayer.) Kraftfahr-Abteilung ernannt. Am 1. August 1935 wurde er zum Oberst befördert. Danach wurde er ab dem 1. Oktober 1935 als Abteilungschef im Generalstab des Heeres eingesetzt. Am 10. November 1938 wurde er dann zum Oberquartiermeister III (OQu III) im Oberkommando des Heeres ernannt. Außerdem wurde er auch zum Verbindungsoffizier zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1939 zum Generalmajor befördert. Auch zu Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 wurde er dann zum General des Heeres beim Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt. Nach dem Westfeldzug wurde er Anfang November 1940 zum Kommandeur der neuen 111. Infanterie-Division ernannt. Am 1. Februar 1941 wurde er zum Generalleutnant befördert. Mit seiner verlegte er im Frühjahr 1941 nach Polen. Zum Beginn des Sommers 1941 führte er seine 111. Infanterie-Division im Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Einer der kritischen Befehlshaber des Kommissarbefehls war Generalleutnant Otto Stapf, der seiner 111. Infanterie-Division die Durchführung von Kommissarerschießungen verbot. Gefangen genommene Politoffiziere, bestimmte er, "werden rückwärts erledigt", also im Hinterland der Front, und "nicht von der Truppe", die freilich weiterhin an der Selektion der gefassten Kommissare mitzuwirken hatte. Am 31. August 1941 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er trug bereits vorher die Spangen zu seinen beiden Eisernen Kreuzen. Zum 1. Januar 1942 gab er das Kommando über die 111. Infanterie-Division ab. Dafür wurde er jetzt mit der stellvertretenden Führung vom Generalkommando XXXXIV. Armeekorps beauftragt. Am 26. Januar 1942 gab er diese Führung wieder ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Ab dem 1. März 1942 wurde er dann als General z.b.V. im OKH eingesetzt. Am 25. Juli 1942 wurde er dann zum Chef vom Wehrwirtschaftsstab Ost ernannt. Diese Position trat er dann etwa eine Woche später auch an. Am 1. Oktober 1942 wurde er zum General der Infanterie befördert. Als solcher wurde ihm am 10. September 1944 das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern verliehen. Er war der einzige Soldat dem beide Arten der Ritterkreuze verliehen wurden. Nachdem er den Rest vom ehemaligen Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt, übernommen hatte, und beide Einrichtungen als Feldwirtschaftsamt zusammenlegte, wurde der Wehrwirtschaftsstab Ost aufgelöst. Am 15. Oktober 1944 wurde er dann zum Chef der Amtsgruppe Feldwirtschaftsamtes im OKW ernannt. Er wurde auch als Wehrmachtbeauftragter Kohle bezeichnet.

Nach dem Kriegsende wirkte er bei der Historical Division mit. Er wurde auch mit zur Beratung über den Aufbau der Bundeswehr herangezogen.

 

Ritterkreuz (31. August 1941)