Marinestation der Ostsee
Marineoberkommando Ostsee
Oberbefehlshaber des Marineoberkommandos Ostsee

 

In Danzig war im Mai 1854 das Stationskommando Ostsee gebildet worden, das vom März 1865 an in Kiel stationiert war. Der Chef der Marinestation der Ostsee erhielt im Juni 1935 die Dienstbezeichnung "Kommandierender Admiral der Marinestation der Ostsee". Den Stationschefs fielen im Wesentlichen folgende Aufgaben zu:
verantwortliche Leitung und Überwachung aller auf die Mobilmachung der Streitkräfte und Streitmittel ihres Bereiches abzielenden Arbeiten
Leitung des aktiven und passiven Küstenluftschutzes ihres Bereiches; letzteren soweit hierfür nicht außerhalb der Marine stehende Zivilverwaltungsbehörden in Frage kommen
Leitung der Ausbildung und des Dienstbetriebes der unterstellten Marineteile und Behörden an Bord und an Land, insbesondere Leitung und Überwachung der einheitlichen Ausbildung der Marine-Artillerie-Abteilungen, nach den für diese Truppenteile und ihre erlassenen Richtlinien
Regelung des Mannschaftsersatzes des Stationsbereichs nach Maßgabe der vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine festgesetzten Personalstärken und Grundsätze
Leitung des militärischen Nachrichtendienstes und Ausgestaltung und Erhaltung des Nachrichtennetzes
Leitung der geistigen und körperlichen Fürsorge bei den unterstellten Marineteilen
Bereitstellung und Belegung von Kasernen und Unterkünften in Zusammenarbeit mit den Intendanten
Regelung des Hafenpolizeidienstes in den Reichskriegshäfen im Einvernehmen mit den örtlichen Zivilbehörden
Überwachung der Abwicklung außer Dienst gestellter Schiffe und Schiffsverbände der Marine
Regelung und Leitung des Verkehrs zwischen den militärischen Dienststellen und den örtlichen zuständigen Organen der Regierung, Zivilverwaltung und den städtischen Behörden in allen Angelegenheiten grundsätzlicher militärischer oder militärpolitischer Art.
 Im Laufe des Krieges erweiterte sich der ursprüngliche Befehlsbereich (deutsche Ostseeküste). Mit dem Polenfeldzug trat auch Gdingen (jetzt Gotenhafen) und das Gebiet des polnischen Korridors hinzu und mit der Besetzung Dänemarks die Ost- und Nordküste dieses Landes einschl. der dänischen Inseln und einschl. Bornholm. Mit dem Rußlandfeldzug kam weiterhin das Baltikum und Nordrußland, soweit von deutschen Truppen besetzt, hinzu.

Am 1. Februar 1943 wurde das Stationskommando in "Marineoberkommando Ostsee" umbenannt und damit der Kommandierende Admiral Oberbefehlshaber. Im Laufe des Jahres 1943, beginnend im Februar, traten verschiedene Umorganisationen in Kraft. Zunächst wurde die Marineoberbaudirektion als Teilstab des Marineoberkommandos Ost aufgestellt. Die Oberbaudirektion umfaßte die bisher zur Kriegsmarinewerft Kiel gehörenden Ressorts V (Hafenbau) und VII (Strombau) und die bisher zur Marine-Intendantur Kiel gehörende Gruppe 4 (Hochbau). Weiterhin wurde die Admiralstabsabteilung in Führungsstab und Oberquartiermeisterstab geteilt. Die Marine-Intendantur Kiel wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1943 als Oberverwaltungsstab Teilstab des Marineoberkommandos Ostsee. Der bisherige Verwaltungsoffizier des Marineoberkommando Ostsee übernahm die Abteilung II dieses Stabes.

 

Kommandierender Admiral:

November 1938 Generaladmiral Carls

Januar 1940 Admiral Guse (i.V.)

Februar 1940 Admiral Guse (m.d.V.b.)

September 1940 Admiral Guse

März 1943 Admiral Schmundt

März 1944 Generaladmiral Kummetz

 

Gliederung:

unterstellte Verbände 1939:

Der Kommandierende General der Marinestation der Ostsee 2. Admiral der Ostseestation
Inspektion der Marineartillerie
Inspektion des Bildungswesens der Marine
Torpedoinspektion
Sperrwaffeninspektion
Marinenachrichten-Inspektion
Oberwerftdirektion Kiel
Sanitätsamt der Marinestation der Ostsee
Marineintendantur Kiel
Befehlshaber der U-Boote
Der Küstenbefehlshaber westliche Ostsee
Der Küstenbefehlshaber der Pommernküste
Der Küstenbefehlshaber östliche Ostsee

 

unterstellte Verbände 1941:

Der Kommandierende General der Marinestation der Ostsee 2. Admiral der Ostseestation
Inspektion der Marineartillerie
Inspektion des Bildungswesens der Marine
Torpedoinspektion
Sperrwaffeninspektion
Marinenachrichten-Inspektion
Kriegsmarinewerft Kiel
Marineintendantur Kiel
Sanitätsamt der Marinestation der Ostsee
sonst. Kriegsmarinedienststellen
Befehlshaber der U-Boote
Der Küstenbefehlshaber westliche Ostsee
Der Küstenbefehlshaber Pommern
Der Küstenbefehlshaber östliche Ostsee
Der Marinebefehlshaber Dänemark
Marineerholungsheime
Marine-Artillerie-Abteilung z.b.V. (M.A.A. 520)
Marinehafenneubaudirektion Gotenhafen
Kriegsmarinearsenal Gotenhafen
1. Marinenachrichten-Abteilung
3. Marinenachrichten-Abteilung
Troß mit Versorgungs- und Lazarettschiffen

 

unterstellte Verbände 1942:

Kommando der Marinestation der Ostsee 2. Admiral der Ostseestation
Inspektion der Marineartillerie
Inspektion des Bildungswesens der Marine
Torpedoinspektion
Sperrwaffeninspektion
Höherer Kommandeur der Marinenachrichtenschulen
Der Küstenbefehlshaber westliche Ostsee
Der Küstenbefehlshaber Pommern
Der Küstenbefehlshaber östliche Ostsee
Der Marinebefehlshaber Dänemark
Der Marinebefehlshaber Ostland
Kriegsmarinearsenal Gotenhafen
Marinehafenneubaudirektion Gotenhafen
Marineintendantur Kiel
Marineheime
M.N.O. Station der Ostsee
Pionierpark der Marinestation der Ostsee
Netzsperrverband 1
Lazarettschiffe
sonst. Kriegsmarinedienststellen

 

unterstellte Verbände 1943:

Marineoberkommando Ostsee 2. Admiral der Ostseestation
Inspektion der Marineartillerie
Inspektion des Bildungswesens der Marine
Torpedoinspektion
Sperrwaffeninspektion
Höherer Kommandeur der Marinenachrichtenschulen
Der Küstenbefehlshaber westliche Ostsee
Der Küstenbefehlshaber mittlere Ostsee
Befehlshaber der Sicherung der Ostsee
Admiral Dänemark
Admiral Ostland
Führer der Minensuchverbände Ost
Kriegsmarinearsenal Kiel
Kriegsmarinearsenal Gotenhafen
Sanitätsamt des Marineoberkommandos Ostsee
Kriegsmarinedienststellen Stettin und Danzig
Marineverbindungsstab Finnland
M.N.O. Helsinki
Seetransportstelle Finnland
Marineintendanturdienststelle Helsinki
Bauaufsicht der Kriegsmarine in Turuk
Marinenachrichtenmittelarsenal Gotenhafen
Marinenachrichtenmittelkommando Gotenhafen
Marinenachrichtenmittelkommando Miel
M.N.O. Marineoberkommando Ostsee
1. Marinenachrichtenkompanie
Marineobservatorium Gotenhafen
Marinewetterwarte Kiel
Marineabrechnungs- und Vorprüfungsamt Ost
Abwicklungsamt des M.O.K. Ost
Dienststelle für Eignungsprüfungen des M.O.K. Ost
Heimatstab Ausland
Heimatverwaltung Norwegen
Heimatverwaltung Süd und Ost
Netzsperrverband I
Erprobungskommando für Kriegsschiffneubauten
Marine-Bergungs. und Seedienstkommando Mitte
Lazarettschiff "Berlin"

 

4. Literatur und Quellen:

W. Lohmann / H.H. Hildebrand: Die Deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945, Band 2, Podzun-Verlag
Hans H. Hildebrand: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Band 2, Biblio-Verlag 2000
Bundesarchiv / Militärarchiv Freiburg, Signatur RM 20/1827