Raschick, Erich

 

* 15. April 1882, Freienwalde

† 31. Mai 1946, Lager Mühlberg/Elbe

 

 

Erich Raschick trat am 3. März 1902 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Der Sohn des Rittergutsbesitzers Georg Raschick und seiner Ehefrau Charlotte, geborene von Derenthall, kam dabei zum 2. Westfälisches Infanterie-Regiment "Prinz Friedrich der Niederlande" Nr. 15. In diesem wurde er am 18. August 1903 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 19. August 1902 datiert. Ab dem 1. Oktober 1906 war er an der Militärturnanstalt im Einsatz. Am 15. Mai 1908 wurde er als Adjutant und Gerichtsoffizier zum Bezirkskommando Naumburg versetzt. Am 21. März 1909 wurde sein Sohn Klaus geboren. Am 18. August 1911 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1911 wurde er an die Kriegsakademie kommandiert. Später wechselte er zum 5. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 165. Am 28. April 1914 wurde sein Sohn Arun geboren. Mit dem 5. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 165 kam er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 als Oberleutnant an die Front. Ab dem 1. September 1914 wurde er als Divisionsadjutant eingesetzt. Ab dem 16. Oktober 1914 wurde er dann als Ordonnanzoffizier im Stab der 48. Reserve-Division eingesetzt. Dort wurde er am 8. November 1914 zum Hauptmann befördert. Ab dem 15. November 1914 wurde er kurzzeitig als Kompanieführer im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 222 verwendet. Am 21. November 1914 wurde er zum Brigadeadjutant ernannt. Am 31. Mai 1915 wurde er zum Stab des Armeeoberkommandos Süd versetzt. Vom 29. Januar 1918 bis zum 31. Januar 1918 besuchte er einen Lehrgang an der Heeres-Minenwerfer-Schule. Am 17. Juli 1918 wechselte er zum Oberkommando der Armeeabteilung B. Am 28. Dezember 1918 wurde er dann wieder als Kompanieführer im 5. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 165 verwendet. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen und dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern noch einige andere Orden verliehen. Nach Kriegsende wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dort wurde er anfangs beim Reichswehr-Schützen-Regiment 7 eingesetzt. Auch bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 wurde er noch bei diesem eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er als Kompaniechef im 12. Infanterie-Regiment übernommen. Am 1. Februar 1922 hat er den 8. November 1914 als neues Rangdienstalter bekommen. Am 20. September 1922 wurde er zum Generalstab vom Infanterieführer IV nach Dresden versetzt. Am 1. Februar 1923 wurde er dann zum Generalstab vom Gruppenkommando 1 nach Berlin versetzt. Am 1. Oktoberl 1923 wurde er dort auch zum Major befördert, sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1923 festgelegt. Als solcher wurde er dann die nächsten Jahre im Generalstab vom Gruppenkommando 1 in Berlin eingesetzt. Ab dem 1. Oktober 1925 war er dann beim Generalstab der 6. Division der Reichswehr in Münster im Einsatz. Am 1. Juni 1927 wurde er zum Stab der 6. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung ebenfalls in Münster versetzt. Am 1. Mai 1928 wurde er dann zum Kommandeur des I. Bataillons vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Oppeln ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1929 zum Oberstleutnant befördert. Vom 3. Mai 1929 bis zum 2. Juni 1929 besuchte er einen Schießlehrgang für schwere Infanteriewaffen. Vom 26. Oktober 1930 bis zum 5. November 1930 besuchte er einen Schießlehrgang für Artillerieoffiziere. Am 1. Februar 1931 wurde er dann als Lehrer an die Infanterieschule Dresden versetzt. An 1. Juni 1931 wurde er in den Regimentsstab vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Brelau versetzt. Am 1. Oktober 1931 wurde er dort zum Oberst befördert. Als solcher wurde er am 1. April 1932 zum Leiter vom 1. Lehrgang der Infanterieschule Dresden ernannt. Am 1. März 1934 wurde er zum Artillerieführer IV in Dresden ernannt. Am 16. Juli 1934 hat er erst geheiratet. Als Artillerieführer IV wurde er am 1. September 1934 zum Generalmajor befördert. Diese Position behielt er dann auch bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht. Dadurch wurde er bei der Enttarnung der Verbände zum Kommandeur der 4. Infanterie-Division in Dresden ernannt. Diese Funktion übte er dann die nächsten Jahre aus. Vom 28. Januar 1936 bis zum 31. Januar 1936 besuchte er einen Gasschutzlehrgang. Vom 10. Mai 1936 bis zum 13. Mai 1936 besuchte er einen Lehrgang für Generale, bei dem es um die Leistungsfähigkeit der Kraftfahrkampfzüge ging. Als Divisionskommandeur wurde er auch am 1. August 1936 zum Generalleutnant befördert. Am 10. November 1938 gab er das Kommando über die Division ab. Er wurde jetzt zur Verfügung des Oberbefehlshabers des Heeres gestellt. Am 24. November 1938 wurde er dann zum Kommandeur vom Kommandostab Eifel ernannt. Am 1. März 1939 wurde aus diesem dann das Generalkommando der Grenztruppen Eifel gebildet zu dessen Kommandeur er dann auch ernannt wurde. Mit seiner Beförderung zum General der Infanterie am 1. April 1939 wurde er dann auch zum Kommandierenden General vom Generalkommando der Grenztruppen Eifel ernannt. Mit diesem wurde er am 26. August 1939 mobil gemacht. Bei Beginn des 2. Weltkrieges bezog er dann mit seinen Truppen Stellungen im Westen. Durch die Umbenennung des Stabes wurde er am 18. September 1939 zum Kommandierenden General des XXIII. Armeekorps ernannt. Am 23. Oktober 1939 gab er sein Kommando an Generalleutnant Albrecht Schubert ab. Dafür wurde er jetzt zum Kommandierenden General des neu aufzustellenden Höheres Kommando XXXVII ernannt. Am 1. März 1940 gab er er sein Kommando ab. An diesem Tag wurde er zum General z.b.V. II ernannt. Am 24. Februar 1941 erhielt er von Generaloberst Friedrich Fromm, Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres, folgende Beurteilung: "Hohe charakterliche Qualitäten. Sehr wohlwollend und fürsorgend. Wertvoller Charakter. Äußerlich etwas rauh. In Ausbildung bestens bewährt, größerer Wirkungskreis erscheint möglich und zwar zur Hebung der inneren Schwungkraft notwendig. Alte Zähigkeit und Frische vielleicht noch nicht ganz zurückgewonnen." Bei der Mobilmachung seines Stabes gab er das Kommando im März 1941 ab. Er wurde jetzt in die Führerreserve OKH versetzt. Am 1. Mai 1941 wurde er dann als Nachfolger von General der Artillerie Peter Weyer  zum Kommandierenden General des Stellvertretenden Generalkommando X. Armeekorps in Hamburg ernannt. Damit wurde er dann auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis X ernannt. Am 24. April 1942 erhielt er von Generaloberst Friedrich Fromm, Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres, folgende Beurteilung: "Hat als Stellvertretender Kommandierender General seine hervorragenden Qualitäten des Charakters und der Leistung in vollem Umfang bewahrt. Voll klarer Entschlüsse, sicher und frisch im Handeln. Nicht nur Ausbildung der Ersatztruppen, sondern auch die Organisation der Küstenverteidigung hat er hervorragend geleitet. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Belassung in jetziger Stelle." Am 24. März 1943 erhielt er von Generaloberst Friedrich Fromm, Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres, folgende Beurteilung: "Beurteilung 1942 bleibt in vollem Umfang aufrechterhalten. Trotz fehlender Kampferfahrung aus dem Osten bleibt seine Tätigkeit als Ausbilder aber in keiner Weise eingeschränkt. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Auslaufstellung." Am 1. August 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Am 1. Februar 1944 erhielt er von Generaloberst Friedrich Fromm, Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres, folgende Beurteilung: "Hat seine Aufgabe in der Dienstführung des Wehrkreises auch bis zum letzten Tag ausgezeichnet gemeistert." Am 1. März 1944 gab er sein Kommando an General der Infanterie Wilhelm Wetzel ab. Er wurde dafür in die Führerreserve OKH versetzt. Er wurde dabei dem Wehrkreis VI zugeteilt. Ab dem 1. Juni 1944 wurde er dann in der Führerreserve OKH dem Wehrkreis IV zugeteilt. Am 30. Juni 1944 ist er endgültig aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Er wohnte damals in Dresden. Bei Kriegsende wurde er dann direkt von den sowjetischen Besatzungskräften verhaftet. Diese steckten ihn dann in das NKWD Speziallager Nr. 1 in Mühlberg. Dort ist er dann etwa ein Jahr nach Kriegsende verstorben. Es lag keine Verurteilung durch die Rote Armee vor. Nach dem Denkmal vor Ort ist das Todesdatum der 2. Juni 1946.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938

Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
NARA T-78 R-891