Fromm, Friedrich

 

* 8. Oktober 1888, Berlin

† 12. März 1945, Brandenburg-Görden (hingerichtet)

 

Fritz Fromm trat am 30. Dezember 1906 als Fahnenjunker in das kaiserliche Heer ein. Er kam dabei zum 2. Thüringisches Feldartillerie-Regiment Nr. 55 nach Naumburg. Im August 1907 wurde er zum Fähnrich befördert. Am 18. Juni 1908 wurde er beim Feldartillerie-Regiment Nr. 55 zum Leutnant befördert. Zu Beginn des 1. Weltkrieges gehörte er als Adjutant des I. Bataillons noch zum 2. Thüringisches Feldartillerie-Regiment Nr. 55. Als solcher wurde er am 28. November 1914 zum Oberleutnant befördert. 1915 wurde er dann in den Generalstab versetzt. Dort wurde er dann von 1915 bis 1917 im Stab der 38. Feldartillerie-Brigade eingesetzt. Dabei wurde er am 18. April 1916 zum Hauptmann befördert. 1917 wechselte er dann in den Stab der 30. Infanterie-Division. Im Krieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde Hauptmann Fromm in das Reichsheer übernommen. Ab Herbst 1919 wurde er dabei im Reichswehr-Artillerie-Regiment 5 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann als Batteriechef zum 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment. Im Oktober 1921 wurde er dann bei einem Abteilungsstab des 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment eingesetzt. Im Frühjahr 1922 wechselte er dann in den Stab der 3. Division der Reichswehr, wo er im Generalstab eingesetzt wurde. Dort wurde er dann am 1. März 1927 zum Major befördert. Daraufhin wurde er am 1. April 1927 in das 14. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt. Dort wurde er als Chef der Ausbildungs-Eskadron eingesetzt. 1928 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt und dort im Wehramt (WehrA) eingesetzt. Am 1. April 1931 wurde er dann in diesem zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Juni 1932 übernahm er dann als Kommandeur die IV. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment. Am 1. Februar 1933 wurde er zum Oberst befördert und erneut in das Reichswehrministerium versetzt. Er wurde zum Chef des Allgemeines Heeresamt (AHA) ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1935 zum Generalmajor und am 1. Januar 1938 zum Generalleutnant befördert. Am 20. April 1939 wurde er immer noch als Chef des Allgemeines Heeresamt (AHA) im OKH zum General der Artillerie befördert. Mit der Mobilmachung wurde er zum Befehlshaber des Ersatzheeres ernannt. Im Herbst 1939 wurde seine Stelle dann zum Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres erweitert. Als solcher wurde er am 13. Juli 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Ihm wurden auch die Spangen zu seinen beiden Eisernen Kreuzen verliehen. Am 19. Juli 1940 wurde er durch Hitler zum Generaloberst befördert. Er blieb in seiner Dienststellung bis zum Sommer 1944. Am 20. Juli 1944 spielte er eine sehr merkwürdige Rolle. Am Nachmittag des Tages erhielt Fromm von seinem Vertreter, General der Infanterie Olbricht, die Meldung, dass Hitler einem Attentat zum Opfer gefallen sei und es nun an der Zeit wäre, das Stichwort für innere Unruhen „Walküre" auszugeben. Fromm bestand darauf, sich vor Ausgabe eines so schwerwiegenden Befehls erst selbst vom Tode Hitlers beim Führerhauptquartier zu vergewissern. Von Generalfeldmarschall Keitel erfuhr Fromm, dass Hitler das Attentat überlebt hatte und lehnte es ab den von Olbricht erwünschten Befehl zu geben. Gegen 17 Uhr wurde Olbricht und Stauffenberg erneut bei Fromm vorstellig und teilte ihm mit das „Walküre" unter Verwendung seines Namens ausgelöst worden sei. Nach dem Fromm sich immer noch nicht bereit erklärte mitzumachen wurde er von den Verschwörern unter Hausarrest gestellt. Gegen Mitternacht konnte er sich mit ihm ergebenen Stabsoffizieren befreien, ließ die Verschwörer festnehmen und einige von ihnen kurze Zeit später im Bendlerblock erschießen. Er wurde auf seinem Posten durch Heinrich Himmler abgelöst. Am 19. September 1944 wurde er durch den Ehrenhof aus der Wehrmacht ausgestoßen. Seine zwielichtige Verwicklung in die Ereignisse des 20. Juli 1944 brachte ihn von den Volksgerichtshof, wo er Anfang 1945 wegen „Feigheit" zum Tode verurteilt wurde. Außerdem wurde seine Wehrwürdigkeit aberkannt, was den Verlust aller Orden und Ehrenzeichen zur Folge hatte. Am 12. März 1945 wurde er in der Haftanstalt Brandenburg-Görden erschossen.

 

Ritterkreuz (13. Juli 1940)