von Ravenstein, Hans

 

* 1. Januar 1889, Strehlen

† 26. März 1962, Duisburg

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Hans von Ravenstein kam von der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde 1909 als Fähnrich zum Grenadier-Regiment König Wilhelm I. (Westpr.) Nr. 7 nach Liegnitz. Hier wurde er 1910 zum Leutnant ernannt. Noch vor dem Krieg kam er zum 7. Westpreußischen Infanterie-Regiment Nr. 155 nach Ostrowo, mit dem er 1914 als Bataillonsadjutant in den Krieg zog. Hans von Ravenstein kämpfte ausschließlich an der Westfront. 1915 erhielt er das Eiserne Kreuz 1. Klasse, im Juni 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Nach einer schweren Verwundung 1916 kehrte er heimlich zu seiner alten Einheit zurück und stürmte mit seiner Kompanie den beherrschenden Hügel "Toter Mann". Für diesen Erfolg wurde ihm das Ritterkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern. Während der schweren Kämpfe vom 30. März 1918 waren beim Schwester-Regiment, den Steinmetz-Füsilieren (Nr. 37) der Regimentsführer und alle Bataillonskommandeure gefallen. Von Ravenstein erhielt den Befehl, das I. Bataillon zu übernehmen. Mit diesem gelang ihm am 27. Mai 1918 der Durchstoß durch die französische Front und die Inbesitznahme der Aisne-Brücke bei Bourg. Für diesen Erfolg wurde von Ravenstein zum Hauptmann befördert und mit dem Orden Pour le mérite ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde von Ravenstein in den Grenzschutz übernommen  und beendete im Anschluss sein Studium und ging in den Kommunaldienst. Er wurde Direktor des Städtischen Verkehrs- und Presseamtes in Duisburg. 1934 wurde er wieder Soldat und Bataillonskommandeur des II. Bataillons vom Infanterie-Regiment 60. Im Oktober 1938 wurde er Kommandeur des Kavallerie-Schützen-Regiments 4. Dieses Regiment führte er in den Kämpfen in Polen und Frankreich. Dabei gelang  ihm im Begegnungsgefecht bei le Catelet die Festnahme des Stabes der 9. französischen Armee. Hierfür wurde ihm am 3. Juni 1940 das Ritterkreuz verliehen. Im Herbst 1940 wurde Oberst von Ravenstein Kommandeur der 16. Schützen-Brigade, die als Lehrtruppe in Bulgarien eingesetzt war. Am 20. Mai 1941 wurde von Ravenstein zum Generalmajor befördert und Kommandeur der 21. Panzer-Division in Afrika. Bei den Kämpfen der Division ostwärts Capuzzo geriet von Ravenstein in englische Kriegsgefangenschaft.

Nach dem Krieg war von Ravenstein Verkehrsdirektor der Stadt Duisburg.

 

Ritterkreuz (3. Juni 1940)