von Greiffenberg, Hans

 

* 12. Oktober 1893, Tschebiatkow, Kreis Bütow in Pommern

† 30. Juni 1951, Königstein im Taunus

 

Hans von Greiffenberg trat am 20. Januar 1914 als Leutnant in das Königlich Preußische Heer ein. Das Patent wurde dabei später auf den 22. Juni 1912 datiert. Er kam dabei zum 3. Pommersches Infanterie-Regiment "Graf Schwerin" Nr. 14. In diesem Regiment zog er zu Beginn vom 1. Weltkrieg an die Front. Dort wurde er bereits Ende August 1914 verwundet. Mitte November 1914 kam er dann wieder zum Regiment an die Front zurück. Noch vor Weihnachten 1914 wurde er schwer verwundet. Erst im Sommer 1915 kam er wieder zum Regiment an die Front zurück. Dort wurde er am 18. August 1917 zum Oberleutnant befördert. Zum Ende des Ersten Weltkrieges wurde er als Regimentsadjutant in seinem Regiment verwendet. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Weiß (Silber) widerspiegelte. Außerdem wurden ihm beide Eisernen Kreuze sowie andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er nach einer gewissen Zeit im Grenzschutz als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Im 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 kam er dann zum Reichwehr-Schützen-Regiment 4. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er jetzt als Adjutant in einem Bataillonsstab eingesetzt. Ab dem 1. Januar 1923 wurde er dann auch als Regimentsadjutant beim 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Kolberg eingesetzt. Am 1. Oktober 1923 wurde er dann in den Stab vom 10. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Züllichau versetzt. Von diesem wurde er für das erste Jahr der Führergehilfenausbildung zum Stab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin kommandiert. Am 1. Oktober 1924 wurde er wieder in das 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment versetzt. Dort wurde er jetzt bei der 13. (Minenwerfer) Kompanie eingesetzt. Am 1. April 1925 wurde er zum Hauptmann befördert. Am 1. Oktober 1925 wurde er in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er in der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) eingesetzt. Er absolvierte jetzt sein zweites Jahr der Führergehilfenausbildung. Am 1. Mai 1927 wurde er dann in die 4. Eskadron vom 3. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Stendal versetzt. Er blieb aber weiter zum Reichswehrministerium kommandiert. Auch bei seiner Versetzung zur Ausbildungs-Eskadron vom 10. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Züllichau, blieb er weiter dorthin kommandiert. Am 1. Oktober 1928 wurde er wieder in die Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) vom RWM nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann die nächsten beiden Jahren auch in verschiedene Länder kommandiert. Am 1. Oktober 1930 wurde er zum Stab vom 10. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Züllichau versetzt. Von diesem wurde er dann zur geheimen Wehrmachtakademie (Wachenfeld-Kurse) kommandiert. Am 1. Oktober 1931 wurde er zum Chef der 10. Kompanie vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Deutsch Krone ernannt. Ab dem Sommer 1932 wurde er dann an die amerikanische Generalstabsschule in Fort Leavenworth in Kansas kommandiert, die er länger als ein Jahr besuchte. Am 1. Oktober 1932 wurde er dort zum Major befördert. Am 1. Oktober 1933 wurde er wieder in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er im Herbst 1934 zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) beim Wehrkreiskommando IV ernannt. Bei der Umbenennung seines Stabes wurde er automatisch zum Ia vom Generalkommando IV. Armeekorps in Dresden ernannt. Am 1. Juni 1935 wurde er als solcher zum Oberstleutnant i.G. befördert. Am 6. Oktober 1936 wurde er dann zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 103 ernannt. Am 12. Oktober 1937 gab er sein Kommando wieder ab. Er wurde jetzt zur Wehrmachtsakademie versetzt. Dort wurde er am 1. Januar 1938 zum Oberst i.G. befördert. Im Zuge der Personalveränderungen bei der Blomberg-Fritsch-Affäre wurde er Anfang Februar 1938 in das Oberkommando des Heeres (OKH) versetzt. Im Herbst 1938 wurde er zum Leiter der 1. Abteilung vom Oberquartiermeister I (O Qu I) ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1938 wurde er zum Chef der Operations-Abteilung im OKW ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1940 zum Generalmajor befördert. Am 1. Januar 1941 wurde er zum Chef des Generalstabes der 12. Armee ernannt. Mit dieser nahm er dann erfolgreich am Balkanfeldzug teil. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 18. Mai 1941 wurde ihm auch noch das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Ebenfalls im Mai 1941 wurde er dann zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B ernannt. Bei Beginn des Ostfeldzuges am 22. Juni 1941 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Mitte ernannt. Diese war beim Angriff für den Mittelabschnitt der Ostfront zuständig. Am 1. April 1942 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant von seinem Posten abgelöst. Er wurde dann noch im gleichen Monat zum Chef des Generalstabes vom Stab Anton ernannt. Ende Mai 1942 wurde er dann durch die Umbenennung des Stabes zum Chef des Generalstabes vom Küstenstab Asow ernannt. Durch die erneute Umbenennung des Stabes wurde er dann im Sommer 1942 zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe A ernannt. Bei dieser war er damit im Sommer 1942 verantwortlich für den Vormarsch in Richtung Kaukasus. Von Ende Februar 1943 bis Anfang Mai 1943 befand er sich anscheinend im Urlaub. Mitte Juli 1943 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Anfang Oktober 1943 wurde er zum Militärattaché an der deutschen Botschaft in Budapest ernannt. Am 1. April 1944 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie zum Bevollmächtigten General der Deutschen Wehrmacht in Ungarn ernannt. Diese Position behielt er dann bis zum Jahr 1945. Kurz vor Kriegsende geriet er dann in Gefangenschaft. Aus dieser wurde er im Sommer 1947 wieder entlassen. Danach wirkte er bis zu seinem Tod bei der Historical Division.

 

Ritterkreuz (18. Mai 1941)