Straehler, Herbert Ludwig Karl Alexander

 

* 6. Januar 1887, Breslau

† 16. Mai 1979, Braunschweig

BArch Pers 6/2316

 

Herbert Straehler war das erste Kind des Gerichtsassessors und späteren Oberregierungs- und Ministerialrat a.D. Georg Conrad Johannes Straehler und dessen ein Jahr jüngeren Ehefrau Margarethe, geborene Gottschalk. Seine Mutter starb bereits am 24. Juli 1894 im Alter von 33 Jahren in der elterlichen Wohnung in Berlin. Er trat nach seinem Abitur am Luisengymnasium in Berlin am 1. April 1906 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Er kam zuerst vom 1. April 1906 bis zum 6. April 1906 zur Marineschule Kiel. Nach seiner 1. Infanteristischen Grundausbildung vom 7. April 1906 bis zum 10. Mai 1906 absolvierte seine Schiffsausbildung vom 1 Mai 1906 bis zum 31. März 1907 auf dem Großen Kreuzer SMS "Stein". Anschließend kam er für den Offizierkursus vom 1. April 1907 bis zum 31. März 1908 an die Marineschule in Mürwik,wo er der V. Inspektion zugeteilt wurde. Dabei wurde er am 6. April 1907 (S3s) zum Fähnrich zur See befördert. Nachdem er die Schule erfolgreich absolviert hatte, absolvierte er danach verschiedene Spezialkurse. Zuerst absolviere er vom 1. April 1908 bis zum 30. Juni 1908 einen Artillerielehrgang an der Schiffsartillerieschule. Vom 1. Juli 1908 bis zum 31. August 1908 absolvierte er einen Torpedokurs an Bord der SMS "Württemberg". Es folgte vom 1. September 1908 bis zum 30. September 1908 beim II. Seebataillon ein Infanterielehrgang. Am 1. Oktober 1908 wurde er an Bord des Linienschiffs SMS "Hessen" versetzt. Vom 17. September 1909 bis zum 30. September 1909 wurde er an Bord des Linienschiffs SMS "Nassau" kommandiert, welches kurz vor der Indienststellung stand. Am 30. September 1909 (V20) erfolgte unter Bestätigung des ihm erteilten Reifezeugnisses zum Seeoffizier seine Beförderung zum Leutnant zur See. Bei der Indienststellung wurde er am 1. Oktober 1909 an Bord des Linienschiffs SMS "Nassau" vom I. Geschwader versetzt. Dort verbrachte er die nächsten Jahre. Am 3. Dezember 1909 wurde ihm die allerhöchste Belobigung für Hilfe bei der Lebensrettung eines Matrosen im Kieler Hafen ausgesprochen. Im Jahr 1912 erhielt er die Rettungsmedaille am Band für die Errettung von 3 Personen vorm Tod des Ertrinkens unter erheblicher eigener Lebensgefahr bei Nidden (Kurische Nehrung). Am 19. September 1912 (P2p) wurde er zum Oberleutnant zur See befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1912 zur Stammabteilung der Matrosenartillerieabteilung Kiautschou versetzt. Er erhielt einen Urlaub und reiste vom 30. Oktober 1912 bis zum 14. November 1912 nach Neapel. Die Reichsgrenze überschritt er am 8. November 1912. Vom 15. November 1912 bis zum 18. Dezember 1912 reiste er als Passagier mit dem Dampfer "Kleist" von Neapel nach Tsingtau. Dort wurde er als Kompanieoffizier eingeteilt. Noch im Herbst 1912 wurde er zum ostasiatischen Marinedetachement kommandiert. Vom 4. Oktober 1913 bis zum 14. Oktober 1913 reiste er von Tsingtau nach Hankou. Dort wurde er dann als Führer des Matrosen-Detachements im Deutschen Konsulat eingesetzt. Vom 15. Februar 1914 bis zum 20. Februar 1914 reiste er wieder nach Tsingtau mit einem Aufenthalt in Shanghai. n Tsingtau wurde er wieder als Kompanieoffizier der Matrosenartillerieabteilung Kiautschou verwendet. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges am 2. August 1914 kommandierte er die Batterien VII und VIIa der Landfront Tsingtau. Er geriet nach der Belagerung Tsingtaus und der Kapitulation der deutschen Truppen am 8. November 1914 in japanische Kriegsgefangenschaft. Am 16. November 1915 konnte Straehle aus der Gefangenschaft entkommen und floh gemeinsam mit Korvettenkapitän Fritz Sachsse von Fukuoka über Korea, Mukden und Peking, was sie am 20. November 1915 erreichten. Sie versuchten die Flucht auf chinesischem Gebiet fortzusetzen, wobei sie sogar die Wüste Gobi durchquerten und bis Kavaschar in Turkestan kamen. Da der Versuch nach Afghanistan durchzubrechen nicht erfolgreich war, entschlossen sie sich einen anderen Weg zu suchen. Die Rückreise nach Shanghai war ihnen durch Räuberbanden verlegt. Sie reisten per Floß mehrere Wochen auf dem Hoang-ho. In Tientsin wurden sie von Rusen mehrere Stunden festgehalten. Sie kehrten beide im Juli 1916 nach Shanghai zurück. Am 14. Juli 1916 wurden sie vom schwedischen Dampfer "Nippon" heruntergeholt. Ihm gelang vom 1. August 1916 bis zum 19. August 1916 als holländischer Kapitänskoch auf dem norwegischen Tankdampfer "Maricopa" nach San Francisco. Von dort fuhr er per Bahn weiter nach Chicago bzw. New York. Er traf wieder mit Korvettenkapitän Fritz Sachsse zusammen und sie versuchten ihr Glück danach wieder zu zweit. Am 28. Oktober 1916 fuhren beide als blinder Passagier von New York mit dem norwegischen Postdampfer "Bergensfjord" in Richtung Bergen. Sie wurden am 7. November 1916 bei einer britischen Kontrolle in Kirkwall (Orkney-Inseln) verraten und vom Schiff heruntergeholt. Er wurde mit falscher Identität vom 15. November 1916 bis zum Sommer 1918 im zivilen Internierungslager in Knockaloe auf der Isle of Man interniert.  Nachdem Straehler jedoch seine wahre Identität enthüllt hatte, wurde er im Sommer 1918 in das Offizierslager Raikeswood Camp in Skipton (Yorkshire) verlegt und dort bis Ende Oktober 1919 gefangengehalten. Er kehrte Ende Oktober 1919 an Bord des Dampfers "Lisboa" vom 27. Oktober 1919 bis zum 29. Oktober 1919 von Hull nach Brunsbüttel nach Deutschland zurück, wobei er Dover-Calais am 28. Oktober 1919 passierte. Er wurde daraufhin vom 30. Oktober 1919 bis zum 6. März 1920 beurlaubt. Am 17. November 1919 wurde er mit Wirkung vom 26. April 1917 (G2) zum Kapitänleutnant befördert. Ihm wurde am 6. März 1920 mit Verfügung des Reichswehrministers (Admiralität) unter Erlaubnis zum Tragen der bisherigen Uniform und der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst der Abschied bewilligt.

Er wohnte jetzt privat in der Geisbergstraße 12/13 in Berlin W 50 und war als Referent bei der Reichsrücklieferungs-Kommission tätig. Die Aufgabe der durch Verordnung vom 3. Januar 1920 errichteten Kommission war die Ausführung der im Friedensvertrag vorgesehenen Rücklieferungen von Gegenständen aus dem Besitze von Angehörigen der bisher feindlichen Staaten, soweit sie sich auf deutschem Gebiete feststellen lassen. Ausgenommen von der Zuständigkeit ist die Rücklieferung von Tieren und von Eisenbahnmaterial, wofür besondere Organisationen vorhanden sind. In der Kommission sind folgende Stellen der bisherigen Waffenstillstandskommission aufgegangen, die für diese Zwecke der Rücklieferung auf Grund des Waffenstillstandsabkommen gegründet worden waren: Der Kommissar für Rückgabe von Maschinen und Material in Berlin: die Kommission für Rückgabe von Maschinen und Material in Frankfurt am Main; der Reichskommissar für die Lieferung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten an die Entente sowie der Kommissar der Friedensabteilung des Auswärtigen Amtes für Rückgabe von Werten. Außerdem ist mit der Reichsrücklieferungskommission die vorher dem Reichsschatzminister (Reichsverwertungsamt) angegliederte Maschinenabgabestelle vereinigt worden. Vom 13. März 1920 bis zum 31. März 1920 gehörte er zum Schutzregiment Groß-Berlin. Er wurde bei der Kompanie Oranje eingesetzt. Am 9. September 1920 wurde er im aktiven Marinedienst wieder eingestellt. Er wurde anfangs zur Verfügung der Station der Nordsee zur Verfügung gestellt. Er wurde direkt bis zum 4. Oktober 1920 beurlaubt. Am 5. Oktober 1920 wurde er zur Küstenwehrabteilung III versetzt und dort mit der Führerstelle in der 4. Kompanie in Röcklitz eingeteilt. Dort wurde er am 5. November 1920 auf die neue Reichsverfassung vereidigt. Am 1. Juni 1921 wurde er als Kompaniefüherer der 3. Kompanie zur Küstenwehrabteilung IV in Cuxhaven versetzt und dort als Garnisonsältester in Lehe / Geestemünde eingesetzt. Er wohnte damals in der Kronprinzenallee 9 in Lehe. Sein Vater heiratete am 27. Dezember 1921 die Stiefmutter Klara Minna Burghard, geborene Bestehorn, Witwe des am 18. Mai 1919 gestorbenen Oberjustizrates Johannes Wilhelm Ferdinand 'Hans' Burghardt, Tochter des Kaufmanns und Fabrikanten Christian Heinrich Bestehorn, in Berlin-Charlottenburg. Ab dem 22. Februar 1922 wurde er in der Küstenwehrabteilung IV als Führer der MG-Kompanie verwendet. Am 1. Oktober 1922 wurde er als Navigationsoffizier an Bord des Kleinen Kreuzers "Arcona" versetzt. Vom 28. Dezember 1922 bis zum 4. Februar 1923 wurde er nach Berlin, Auerbach und Rothenburg ob der Tauber beurlaubt. Vom 30. März 1923 bis zum 4. April 1923 wurde er nach Berlin-Charlottenburg für den Osterurlaub beurlaubt. An Bord der "Arcona" wurde ihm vom Kapitän, Fregattenkapitän Friedrich Hermann, am 15. Mai 1923 wegen chronischen Hustenanfällen und Luftröhrenkatarrh eine Kriegsdienstbeschädigung anerkannt. Vom 2. Juli 1923 bis zum 8. Juli 1923 erhielt er Sonderurlaub nach Kiel. Während dieses Urlaubs heiratete er am 3. Juli 1923 die über sechseinhalb Jahre jüngere Lissy Ruslaub-Andresen, Tochter des Kieler Kaufmanns Ruslaub-Andresen in Kiel. Vom 7. August 1923 bis zum 5. September 1923 wurde er für einen Artillerielehrgang zur Schiffsartillerieschule kommandiert. Danach war er vom 6. September 1923 bis zum 24. September 1923 als Navigationsoffizier wieder an Bord der "Arcona". Daraufhin besuchte er vom 25. September 1923 bis zum 24. November 1923 wieder einen Lehrgang an der Schiffsartillerieschule, bevor er wieder als Navigationsoffizier zurück auf sein Schiff kam. Bereits am 1. Dezember 1923 wurde er als Navigationsoffizier an Bord des Kleinen Kreuzers "Amazone" versetzt. Vom 17. Dezember 1923 bis zum 12. Januar 1924 wurde er nach Kiel beurlaubt. Gleiches geschah vom 23. Februar 1924 bis zum 3. März 1924. Vom 18. April 1924 bis zum 4. Mai 1924 wurde er nach Kiel beurlaubt, genauso wie vom 6. Juni 1924 bis zum 10. Juni 1924. Vom 28. Juni 1924 bis zum 30. Juni 1924 wurde er nach Auerbach (Hessen) beurlaubt. Er wurde am 27. September 1924 von Bord zum Marinearsenal Kiel versetzt. Sein einziger Sohn war der am 24. Juli 1925 in Kiel geborene Rolf Konrad Hans Straehler. Am 10. September 1925 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1925 zum Korvettenkapitän befördert. Am 16. November 1925 wurde er als II. Artillerieoffizier an Bord des Linienschiffs "Hessen" versetzt. Vom 5. Februar 1926 bis zum 28. Februar 1926 wurde er nach Kiel beurlaubt. Vom 24. Juli 1926 bis zum 14. August 1926 wurde er zur Wiederherstellung der Gesundheit nach Kiel beurlaubt. Ab dem 18. September 1926 wurde er sogar als I. Artillereoffizier an Bord der "Hessen" verwendet. Vom 25. Oktober 1926 wurde er bis zum 11. November 1926 nach Kiel beurlaubt, wobei der Urlaub am 5. und 6. November 1926 unterbrochen wurde. Am 1. Januar 1927 wurde er für einen Tag beurlaubt. Vom 10. Januar 1927 bis zum 15. Januar 1927 wurde er zu einem Gasschutzlehrgang nach Berlin kommandiert. Vom 15. August 1927 bis zum 3. September 1927 wurde er inklusive eines Reisetages für 19 Tage nach Kiel und Berlin beurlaubt. Vom 20. September 1927 bis zum 27. September 1927 wurde er für einen Artillerielehrgang für Stabsoffiziere zur Schiffsartillerieschule kommandiert. Vom 17. November 1927 bis zum 23. November 1927 wurde er für einen Stabsoffizierlehrgang für Küstenartillerie (Flak) zur Küstenartillerieschule kommandiert. Sein Schwiegervater starb am 25. November 1927 in Kiel. Bereits ab dem 24. November 1927 gehörte er bis zum 30. September 1928 als I. Artillereoffizier wieder zum Linienschiff "Hessen". Dabei besuchte er vom 6. Dezember 1927 bis zum 16. Dezember 1927 einen Lehrgang in Wetterkunde für Offiziere beim Observatorium Wilhelmshaven. Vom 27. Dezember 1927 bis zum 29. Dezember 1927, vom 31. Dezember 1927 bis zum 2. Januar 1928 und vom 19. Januar 1928 bis zum 6. Februar 1928 wurde er jeweils nach Kiel beurlaubt. Seine einzige Tochter war die am 16. April 1928 in Kiel geborene Liselotte Margarethe Auguste Straehler. Die Familie wohnte damals im Düsternbrooker Weg 45 in Kiel. Vom 14. August 1928 bis zum 27. August 1928 wurde er wieder nach Kiel beurlaubt. Vom 1. Oktober 1928 bis zum 5. Dezember 1928 wurde er zur Verfügung der Marinestation der Ostsee gestellt. Er wurde vom 9. Oktober 1928 bis zum 1. November 1928 zu einem Infanterielehrgang auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Vom 22. Oktober 1928 bis zum 1. Dezember 1928 wurde er zu einem Schießlehrgang auf den Truppenübungsplatz Munster kommandiert. Am 6. Dezembr 1928 wurde er zum Kommandeur der V. Marineartillerieabteilung in Pillau ernannt. Am 20., 27. und 28. Oktober 1929 wurde er nach Kiel bzw. Berlin beurlaubt. Dazwischen besuchte er vom 21. Oktober 1929 bis zum 26. Oktober 1929 einen Stabsoffizier-Funklehrgang. Vom 3. März 1930 bis zum 8. März 1930 besuchte er einen Stabsoffizierlehrgang über technische Navigation bei der Marineleitung in Berlin. Direkt im Anschluß nahm er drei Tage Urlaub in Berlin. Vom 20. März 1930 bis zum 30. April 1930, vom 18. Dezember 1930 bis zum 15. Januar 1931 und vom 4. Mai 1931 bis zum 14. Mai 1931 wurde er zeitweise mit der Verantwortung als Kommandant von Pillau beauftragt. Vom 15. Juli 1930 bis zum 5. August  1930 wurde er nach Pillau beurlaubt. Er wurde am 1. Oktober 1930 (7) zum Fregattenkapitän befördert. Vom 14. Juli 1931 bis zum 5. August  1931 wurde er nach Pillau beurlaubt. Vom 15. August 1931 bis zum 17. August 1931 erhielt er drei Tage Sporturlaub nach Danzig. Am 28. September 1931 wurde er abgelöst. Er wurde am 29. September 1931 zum Kommandeur der Marineschule Friedrichsort ernannt. Vom 24. März 1932 bis zum 1. April 1932 und vom 12. November 1932 bis zum 1. Dezember 1932 wurde er nach Friedrichsort beurlaubt. Am 1. Januar 1933 (2) wurde er zum Kapitän zur See befördert. Vom 15. Juli 1933 bis zum 6. August 1933 wurde er nach Berlin und Kiel beurlaubt. Als Kapitän zur See wurde er im Herbst 1933 als Schulkommandeur durch Korvettenkapitän Otto Schenk abgelöst und dafür am 3. Oktober 1933 zum Vorstand der Zentralabteilung vom Marinearsenal Kiel ernannt. Vom 22. Januar 1934 bis zum 10. Februar 1934 erhielt er 20 Tage Urlaub nach Kiel. Auch am 14. und 15. Mai 1934 erhielt er zwei Tage Urlaub nach Kiel. Vom 11. Juli 1934 bis zum 2. August 1934 wurde er nach Bernkastel/Cues beurlaubt. Seine Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erfolgte am 2. August 1934. Am 1. Oktober 1934 wurde er zum Kommandant vom Marinearsenal Kiel ernannt. Vom 20. Februar 1935 bis zum 4. März 1935 wurde er nach Kiel beurlaubt. Vom 8. Juli 1935 bis zum 10. August 1935 wurde er nach Birgsau bei Oberstdorf beurlaubt. Am 27. September 1936 wurde er als Abteilungsleiter in das Reichskriegsministerium nac Berlin versetzt. Dort wurde er als Leiter der Werfthauptabteilung eingesetzt. Er wohnte jetzt privat in der Bruchwitzstraße 8 in Berlin-Lankwitz und hatte dort die Telefonnummer 738989. Er wechselte dann auch in dieser Position in das Oberkomamndo der Marine. 1938 wechselte seine Privatanschrift mit der gleichen Telefonnummer auf die Bruchwitzstraße 10 in Berlin-Lankwitz. Am 31. März 1939 wurde ihm mit Wirkung vom 1. April 1939 der Charakter als Konteradmiral verliehen. Sein Vater starb am 17. November 1939 um 19:45 Uhr im Alter von 79 Jahren in der eigenen Wohnung in der Stormstraße 3 in Berlin-Charlottenburg. Als Todesursache wurden Krebs der Harnblase, Blutarmut durch Blasenblutungen und Krebskachexie angegeben. Am 28. November 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. November 1939 zum Konteradmiral befördert. Bereits am 8. November 1939 wurde er zum Inspekteur der Rüstungsinspektion im Wehrkreis XX in Danzig ernannt. Er wohnte jetzt privat in der Schlageterstraße 30 in Zoppot und hatte dort die Telefonnummer 51802. Seine Stiefmutter starb am 28. Juli 1941. Vom 14. Oktober 1941 bis zum 27. Oktober 1941 erhielt er Urlaub nach Zoppot bewilligt. Am 15. April 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1942 (9) zum Vizeadmiral befördert. Am 16, Mai 1943 wurde er dem Oberbefehlshaber der Marine zur Verfügung gestellt. Am 9. Mai 1943 wurde er mit Wirkung vom 31. Mai 1943 nach § 24 (3) Wehrgesetz unter Verleihung des Rechts zum Tragen der bisherigen Uniform aus dem aktiven Wehrdienst entlassen und mit dem gleichen Datum der Kriegsmarine zur Verfügung gestellt. Daraufhin erhielt er vom 15. Mai 1943 bis zum 30. Mai 1943 Urlaub nach Zoppot bewilligt. Er gab daraufhin am 31. Mai 1943 seinen Posten als Inspekteur der Rüstungsinspektion XX in Zoppot ab. Er war danach bis Kriegsende als Geschäftsführer der Abteilung Industrie in der Gauwirtschaftskammer Danzig/Wetpreußen tätig. Bei Kriegsende floh er an Bord von U 290 und U 500 nach Travemünde. Ab Juni 1945 war er als Bürgermeister in Timmendorfer Strand (Ostsee) tätig. In diesem Ort war er von 1946 bis 1948 Gemeinde- und Kurdirektor. Von August 1948 bis Oktober 1948 war er II. Geschäftsführer im Hotel Immenhof in Niendorf (Ostsee). Danach war er fast ein Jahr mit einer Sonderaufgabe für das Niedersächsisches Ministerium für Arbeit, Wiederaufbau und Gesundheit beauftragt. Von 1949 bis 1952 war er Angestellter der Stadtverwaltung in Branschweig. Im April 1952 ging er nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand. Er war danach noch als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Landesverkehrsverbände. Er wohnte damals in der Spinner Straße 5 in Braunschweig.

Aus der am 1. April 1886 in Breslau geschlossenen Ehe seiner Eltern sind noch Geschwister bekannt.
Eine jüngere Schwester war die am 20. November 1892 in Berlin geborene Anni Hedwig Emilie Straehler. Diese heiratete am 16. November 1912 den sechseinhalb Jahre älteren Kaufmann und Fabrikbesitzer Hans Heino Goehde in Charlottenburg. Die Ehe wurde durch das am 5. November 1916 rechtskräftig gewordene Urteil des Landgerichts III Berlin geschieden. Der Ehemann war inzwischen Vizewachtmeister. Seine Schwester heiratete in zweiter Ehe am 27. Dezember 1921 den viereinhalb Jahre älteren ehemaligen Feldartillerieoffizier Hauptmann a.D. Alfred Adolf Heimerdinger in Berlin-Charlottenburg. Ihr Trauzeuge war ihr Bruder der Kapitänleutnant Herbert Straehler. Der Ehemann starb am 27. April 1973 in Wiesbaden.

 

Literatur und Quellen:

Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band 2: P–Z (Packroß bis Zuckschwerdt). Biblio Verlag, Osnabrück 1990
Chroniken der deutschen Marinebesatzung 1906
Pers 6/2316