Seuffert, Franz Alexander
| * 16. Dezember 1889, Oberzenn (Uffenheim/Mittelfranken)
† 7. März 1972, Würzburg
BArch Pers 6 1824 im November 1935 als Oberstleutnant |
![]() BArch Pers 6 300624 |
Franz Seuffert war der Sohn vom praktischen Arzt Dr.. med. Heinrich Seuffert und dessen Ehefrau Sophie, geborene Wilhelm. Er trat nach der Erlangung seines Abiturs am Realgymnasium Würzburg am 19. Juli 1909 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 10. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Prinz Ludwig" in Ingolstadt. Bei diesem wurde er am 1. Dezember 1909 zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Seine Beförderung zum Fähnrich erfolgte am 7. März 1910 (40). Nur einen Tag später wurde er zum 9. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Wrede" nach Würzburg versetzt. Nach dem Besuch der Kriegsschule München, der bis zum 20. August 1911 dauerte, wurde er vom 21. August 1911 bis zum 29. Sepetmber 1911 zum Lehrkurs an die Militärschießschule nach Lechfeld kommandiert. Nach dem Abschluß des Lehrgangs in Lechfeld erhielt er am 2. Oktober 1911 sein Zeugnis der Reife zum Offizier. Daraufhin wurde er am 26. Oktober 1911 (91) zum Leutnant befördert. Danach wurde er als Kompanieoffizier im 9. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Wrede" eingesetzt. Er heiratete am 14. März 1914 die fast zwei Jahre jüngere Eleonore Theresia Thambusch, Tochter vom königlichen Rechnungsrat Thambusch, in Würzburg. Vom 27. April 1914 bis zum 16. Mai 1914 wurde er zur Gewehrfabrik Amberg kommandiert. Daran anschließend wurde er vom 25. Mai 1914 bis zum 26. Mai 1914 als Beobachtungsoffizier zum Scheinwerfergerät des 2. Pionier-Bataillons kommandiert. Bei Beginn des 1. Weltkrieges Anfang August 1914 kam er als Zugführer der 6. Kompanie mit dem aktiven Regiment an die Front. Dort wurde er am 26. oder am 30. August 1914 durch Granatschußeinwirkung schwer verwundet. Er erlitt eine Meniskussplitterung des linken Kniegelenks. Vom 31. August 1914 bis zum 4. November 1914 befand er sich zur Lazarettbehandlung in Würzburg. Dabei wurde ihm am 23. September 1914 das Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Vom 5. November 1914 bis zum 4. Dezember 1914 verbrachte er einen Kuraufenthalt in der Kaiser-Wilhelm-Anstalt in Wiesbaden. Danach wurde er bis zum 31. Dezember 1914 in Würzburg ambulant behandelt. Ab dem 1. Januar 1915 wurde er bis zum 15. Juli 1915 als Zugführer beim I. Ersatz-Bataillon des 9. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Wrede" in Würzburg eingesetzt. Sein einziger Sohn Karlheinz Seuffert wurde am 20. Februar 1915 in Würzburg geboren. Später wurde er am 9. Juli 1915 (74) zum Oberleutnant befördert. Am 16. Juli 1915 wurde er zum 1. bayerisches Landwehr-Feldartillerie-Regiment versetzt. Am 1. Mai 1916 wurde er zur Ersatz-Abteilung vom Königlich Bayerisches 6. Feldartillerie-Regiment "Prinz Ferdinand von Bourbon, Herzog von Calabrien" nach Fürth versetzt. Vom 15. Mai 1916 bis zum 8. Juli 1916 wurde er von der Ersatz-Abteilung zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Garmisch beurlaubt. Ab dem 11. August 1916 wurde er als Ordonanzoffizier und Batterieführer beim Königlich Bayerisches 28. Feldartillerie-Regiment verwendet. Am 12. November 1916 erfolgte die Ernennung zum Kommandeur der Munitionskolonne 110. Ab dem 30. Dezember 1917 wurde er wieder als Batterieführer beim Königlich Bayerisches 19. Feldartillerie-Regiment eingesetzt. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 2. Oktober 1918 verliehen. Am 7. Oktober 1918 wurde er zum Regimentsadjutant vom Königlich Bayerisches 11. Feldartillerie-Regiment in Würzburg ernannt. Außerdem wurde er auch als Ordonanzoffizier verwendet. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen verliehen. Am 22. August 1919 wurde er mit einem Patent vom 19. August 1918 (55) zum Hauptmann befördert. Im Jahr 1919 wurde er als Hauptmann noch in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei wurde er am 2. Juni 1919 als Ordonanzoffizier zum 3. bayerisches leichtes Reichswehr-Artillerie-Regiment 23 versetzt. Er wohnte am 1. Juli 1919 in der Rotkreuzstraße 9 in Würzburg. Am 1. Oktober 1919 wurde er zur Abwicklungstelle vom Generalkommando II. bayerisches Armeekorps versetzt. Noch vor der Bildung des 200.000 Mann-Übergangsheeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 wurde er am 4. April 1920 im Zuge der Entmilitarisierung des Abwicklungswesens mit Wirkung vom 30. April 1920 aus dem aktiven Dienst entlassen.
Ab dem 1. Mai 1920 wurde er als Beamter beim Abwicklungsamt vom Generalkommando II. bayerisches Armeekorps angestellt. Seine einzige Tochter Erika Maria Seuffert wurde am 19. Mai 1920 ebenfalls in Würzburg geboren. Am 31. März 1921 schied er aus dem Abwicklungswesen aus. Ab dem 4. April 1921 war er bei der 1.Hundertschaft der Landespolizei Landshut im Einsatz. Dort wurde er am 8. August 1921 auch vereidigt und am 1. Oktober 1922 zum Polizei-Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er ab dem 1. Januar 1923 als Offizier zur Streifstaffel der Landespolizei Würzburg versetzt. Bereits am 30. Mai 1923 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1923 zum Polizei-Hauptmann befördert. Sein Vater starb am 12. Januar 1924. Am 1. November 1924 wurde er zum Hundertschaftsführer bei der Landespolizei in Regensburg ernannt. Am 13. April 1928 wurde er als Hundertschaftsführer zur 2. Hundertschaft der Landespolizei nach Würzburg versetzt. Vom 14. Oktober 1929 bis zum 1. November 1929 besuchte er einen Polizeikraftfahrkurs in Nürnberg. Danach erwarb er am 30. November 1929 den Führerschein der Klasse IIIb. Ab dem 25. August 1931 wurde er als Personalreferent beim Kommando der Schutzpolizei in Würzburg eingeetzt. Am 21. April 1933 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1933 zum Polizei-Major befördert. Ab diesem Tag wurde er bis zum 31. Juli 1934 als Fürsorge-Offizier der Landespolizei Würzburg verwendet. Ab dem 1. August 1934 war er dann Personal- und Ausbildungs-Referent, bevor er ab dem 1. Oktober 1934 nur noch Ausbildungs-Referent war. Am 1. April 1935 wurde er zum Oberstleutnant der Landespolizei befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 1. Juli 1934 datiert. Er gehörte jetzt zur Landespolizei-Abteilung Speyer. Noch während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er vom 1. Juli 1935 bis zum 5. August 1935 zur Dienstleistung zum Infanterie-Regiment Kassel kommandiert. Während dieser Zeit wurde er am 17. Juli 1935 mit Wirkung vom 1. August 1935 in das Rectsverhältnis der Soldaten überführt. Vom 1. Oktober 1935 bis zum 8. Oktober 1935 wurde er zu einem Lehrgang für Offiziere der Landespolizei (Hauptleute und Stabsoffiziere) nach Butzbach kommandiert. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 als Oberstleutnant in die Wehrmacht übernommen und gleichzeitig zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 15 ernannt. Sein Rangdienstalter wurde auf den 1. Juli 1934 (36) festgelegt. Seine Beförderung zum Oberst erfolgte am 18. Januar 1937 mit Wirkung vom 1. Januar 1937 (14). Als solcher wurde er am 12. Oktober 1937 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 94 in Köslin ernannt. Seine Privatanschrift dort wurde die Straße der SA 35, wo er die Telefonnummer 2006 hatte. Bei Beginn des 2. Weltkrieges führte er sein Regiment im Verband der 32. Infanterie-Division in den Polenfeldzug. Dabei wurden ihm am 21. September 1939 und am 21. November 1939 beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 20. Juni 1940 (Verfügung 30. Juni 1940) wurde er zum Kommandant vom Truppenübungsplatz Heuberg ernannt. Sein Nachfolger als Kommandeur vom Infanterie-Regiment 94 wurde Oberstleutnant Wilhelm Wegener. Grund für den Wechsel war eine beim Heeres-Personalamt (HPA) vorgetragene Bitte einen Wechsel in der Regimentsführung eintreten zu lassen. Am 20. November 1940 wurde er mit Wirkung vom 1. Dezember 1940 (5) zum Generalmajor befördert. Am 16. August 1941 wurde er mit der Führung der Feldersatz-Division D beauftragt. Am 17. Januar 1942 wurde er mit der Führung der Feldersatz-Division F beauftragt. Ab dem 10. April 1942 wurde er wieder als Kommandant vom Truppenübungsplatz Heuberg eingesetzt. Am 1. Dezember 1942 wurde er bei der Beförderung zum Generalleutnant übergangen, da er keine Eignung zum Kommandeur einer Kampfdivision hat. Am 20. Mai 1944 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Wehrkreis II. Seine Nachfolge als Kommandant vom Truppenübungsplatz Heuberg trat Generalmajor Helmut Besch an. Bereits am 1. Juni 1944 wurde er zur Einweisung als Militärkommandant zum Bevollmächtigten General der Deutschen Wehrmacht in Italien kommandiert. Dort wurde er am 20. Juni 1944 mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Kommandant der Militärkommandantur 1007 (MK 1007) in Genua-Busalla beauftragt. Am 18. Juli 1944 wurde er auch zum Kommandant der MK 1007 ernannt. Am 19. Januar 1945 wurde er zum Kommandant der Militärkommandantur 1011 (MK 1011) in Brecia-Meran ernannt. Vom 1. Juni 1945 bis zum 10. November 1946 befand er sich in italienischer Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er noch bis zum 7. Juli 1947 auf dem Truppenübungsplatz Munsterlager eingesperrt.