Wegener, Wilhelm

 

* 29. April 1895, Trebatsch / Brandenburg

† 24. September 1944, Wolmar (gefallen)

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Wilhelm Wegener war der Sohn des Pastors Paul Wegener und dessen Ehefrau Gertrud, geborene Fischer. Er trat kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs als Fähnrich in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Ersatz-Bataillon vom 2. Pommersches Colbergsches Grenadier-Regiment "Graf Gneisenau" Nr. 9 nach Stargard in Pommern. Im Herbst 1914 kam er zum aktiven Regiment an die Front. Am 19. Januar 1915 wurde er zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Im Sommer 1916 geriet er während eines Sturmangriffs in britische Gefangenschaft, aus der er Ende 1918 entlassen wurde. Daraufhin kehrte er am 20. Dezember 1918 wieder nach Deutschland zurück. Ab dem 30. März 1919 wurde er mit dem Freiwilligen-Bataillon Kolberg im Grenzschutz eingesetzt. Er wurde daraufhin in das vorläufige Reichsheer übernommen. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr gehörte er Mitte Mai 1920 zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 3 der Reichswehr-Brigade 2. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 als Kompanieoffizier in das Infanterie-Regiment 4 übernommen. Er heiratete am 18. Oktober 1921 die fast auf den Tag genau drei Jahre jüngere Paula Emilie Sophie Haberlandt, Tochter vom verstorbenen Rittergutsbesitzer von Beelitz-Schwochow Walter Siegfried Karl Haberlandt. Vom 8. Januar 1922 bis zum 21. Januar 1922 wurde er zu einem leichtem MG-Kurs kommandiert. Ein neues Rangdienstalter als Leutnant vom 1. September 1915 (78) erhielt er am 1. Juli 1922 im inzwichen zum 4. (Preußisches) Infanterie-Regiment umbenannten Regiment zugewiesen. Sein ältester Sohn Bernd-Wilhelm Wegener wurde am 7. August 1922 geboren. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 gehörte er als Kompanieoffizier zur 1. Kompanie vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Stargard. Die Wehrkreisprüfung absolvierte er am 21. März 1924. Vom 16. Februar 1925 bis zum 24. März 1925 wurde er zu einem Nachrichten-Lehrgang kommandiert. Im Frühjahr 1925 gehörte er zur 3. Kompanie seines Regiments in Stargard. Am 31. Juli 1925 wurde er zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdientalter wurde dabei auf den 1. April 1925 (56) festgelegt. Als solcher wurde er als Kompanieoffizier in die 6. Kompanie zum II. (Jäger) Bataillon vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Kolberg versetzt. Sein mittlerer Sohn Jochen Wegener wurde am 11. Juli 1926 geboren. Im Herbst 1926 wurde er in gleicher Funktion in die 5. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Er errang jetzt das Sportabzeichen in Silber. Am 1. Oktober 1927 wurde er zum Adjutant des I. Bataillons vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Stargard ernannt. Ein Jahr später wurde er als Regiments-Nachrichtenoffizier eingeteilt. Er wurde jetzt etatmäßig der 13. (Minenwerfer) Kompanie in Kolberg zugeteilt. Seine Beförderung zum Hauptmann erfolgte dort am 1. Februar 1930 (18). Am 1. April 1931 wurde er als MG-Offizier zum Regimentsstab vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment ebenfalls in Kolberg versetzt. Am 1. August 1931 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Holger Holm zum Chef der 2. Kompanie seines Regiments in Stargard ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht war er ab dem 1. Oktober 1934 Regimentsadjutant vom Infanterie-Regiment Stargard. Bei der Enttarnung der Einheiten am 15. Oktober 1935 wurde er durch die Umbenennung seines Regiments zum Adjutant vom Infanterie-Regiment 25 ernannt. Seine Beförderung zum Major erfolgte am 1. November 1935 (39). Am 6. Oktober 1936 wurde er als Major zum Adjutant der 32. Infanterie-Division in Köslin ernannt. Er wohnte privat in der Adolf-Hitler-Straße 47 in Köslin und hatte dort die Telefonnummer W466. Sein jüngster Sohn Immo Wegener wurde am 5. April 1937 geboren. Als Divisionsadjutant wurde er am 1. Oktober 1938 (6) zum Oberstleutnant befördert. Bei Kriegsausbruch war Wegener noch immer Divisionsadjutant der 32. Infanterie-Division. Während des Polenfeldzuges wurde er als solcher noch verwendet. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 26. September 1939 verliehen. Ab dem 1. November 1939 diente Wegener als Stabsoffizier beim Generalkommando II. Armeekorps. Mit diesem nahm er im Frühjahr 1940 am Frankreichfeldzug teil. Dort wurde ihm am 29. Mai 1940 auch die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse verliehen. Am 20. Juni 1940 wurde er als Nachfolger von Oberst Franz Seuffert zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 94 ernannt. Bei Beginn des Rußlandfeldzuges zum Sommerbeginn 1941 war Wegener noch immer Regimentskommandeur vom Infanterie-Regiment 94. Mit diesem wurde er im Verband der 32. Infanterie-Division eingesetzt. Zum 1. September 1941 (41) wurde er zum Oberst ernannt. Am 27. Oktober 1941 wurde ihm für die Erfolge seines Regiments das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Bereits im Januar 1942 erhielt er für die Rolle seines Regiments bei den Kämpfen östlich des Ilmensees das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Sein Rangdienstalter als Oberst wurde am 30. Januar 1942 auf den 1. Oktober 1940 (10a) vordatiert. Zum 1. Juni 1942 (18b) wurde Wegener im Kessel von Demjansk zum Generalmajor befördert. Außerdem wurde er Kommandeur der 32. Infanterie-Division. Zum 1. März 1943 (3) wurde er zum Generalleutnant ernannt, gab Wegener am 15. September 1943 seine Division ab und wurde daraufhin in die Führerreserve OKH versetzt. Nur zwei Tage später wurde er mit der Führung vom L. Armeekorps beauftragt. Am 1. Dezember 1943 wurde er nach wiederholter Bewährung in den Abwehrschlachten vorgezogen zum General der Infanterie befördert. Gleichzeitig wurde er zum Kommandierender General vom Generalkommando L. Armeekorps ernannt. Am 28. Mai 1944 erhielt er einen 4-wöchigen Erholungsurlaub. Im Sommer 1944 übernahm Wegener das Kommando über die "Korpsgruppe Wegener". Am 17. September 1944 wurden Wegener die Schwerter zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub verliehen. Auf dem Weg zum Hauptquartier seiner Armeegruppe wurde Wegener am 24. September 1944 bei Wolmar durch sowjetische Tiefflieger getötet. Er wurde daraufhin am 26. September 1944 in Riga beigesetzt.

 

Ritterkreuz (27. Oktober 1941) Eichenlaub (19. Januar 1942) Schwerter (17. September 1944)