Graf von Schweinitz und Krein, Freiherr von Kauder, Hans-Hermann Karl Richard
| * 21. Juli 1883, Liebenburg, Harz † 4. März 1959, Hamburg |
![]() BArch Pers 6/2476 |
Hans-Hermann Graf von Schweinitz und Krain Freiherr von Kauder war der Sohn des späteren Amtsgerichtsrats Hans Bernhard Friedrich Graf von Schweinitz und Krain Freiherr von Kauder und dessen zweiter Ehefrau der dreizehn Jahre jüngeren Adelheid Marie Claire Ernestine Níemann. Sein Vater starb bereits am 8. August 1889 im Alter von 54 Jahren an Typhus in Borkum. Er trat nach dem Erhalt des Reifezeugnisses für Prima vom Gymnasium in Goslar am 10. April 1901 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein und kam zuerst vom 10. April 1901 bis zum 17. Mai 1901 zur Marineschule Kiel. Nach seiner 1. Infanteristischen Grundausbildung absolvierte seine Schiffsausbildung vom 18. Mai 1901 bis zum 31. März 1902 auf der Gedeckten Korvette SMS "Stein". Mit diesem Schiff nahm er vom 30. Mai 1901 bis zum 1. August 1901 an Manövern teil und besuchte Riga um an den Feierlichkeiten zum 700. Jahrestag der Stadtgründung teilzunehmen. Am 23. August 1901 ging er mit dem Schiff auf große Fahrt nach Westindien. Am 18. Oktober 1901 erreichte das Schiff Port of Spain und trat damit der Ostamerikanischen Kreuzerdivision bei. Am 6. Januar 1902 erreichte sein Schiff aber bereits wieder Deutschland und verlegte am 17. März 1902 nach Kiel zurück. Anschließend kam er für den Offizierkursus vom 1. April 1902 bis zum 4. April 1903 an die Marineschule. Dabei hat er am 5. April 1902 sein Reifezeugnis zum Fähnrich zur See erhalten. Daraufhin wurde er am 22. April 1902 (R6r) zum Fähnrich zur See befördert. Nachdem er die Schule erfolgreich absolviert hatte, absolvierte er danach verschiedene Spezialkurse. Zuerst absolvierte er vom 5. April 1903 bis zum 30. Mai 1903 einen Torpedokursus auf der SMS "Blücher". Vom 31. Mai 1903 bis zum 4. Juli 1903 absolvierte er beim II. Seebataillon einen Infanteriekursus. Es folgte vom 5. Juli 1903 bis zum 30. September 1903 ein Artilleriekursus auf der SMS "Mars". Im August 1903 wurde er der Marinestation der Nordsee in Wihlemshaven zugeteilt. Danach wurde er am 1. Oktober 1903 auf das Linienschiff SMS "Zähringen" versetzt. Sein Patent als Fähnrich zur See wurde am 20. Oktober 1903 auf den 22. April 1902 (W4w) abgeändert. Das Reifezeugnis zum Seeoffizier hat er am 11. September 1904 erhalten. Am 29. September 1904 (S4s) erfolgte auf der "Zähringen" seine Beförderung zum Leutnant zur See. Am 1. Oktober 1906 wurde er als Kompanieoffizier zur 1. Abteilung der II. Matrosendivision versetzt. Er wurde am 21. Februar 1907 als Wachoffizier auf den Kreuzer "Leipzig" vom Kreuzergeschwader versetzt. Daher schiffte er am 26. April 1907 an Bord des Dampfers "Borussia" ein und passierte am 27. April 1907 die Linie Dover-Calais bei der Ausreise nach Ostasien. An diesem 27. April 1907 (Mm) wurde er auch zum Oberleutnant zur See befördert. Am 26. Februar 1909 wurde er als Wachoffizier auf den Panzerkreuzer "Fürst Bismarck", dem Flaggschiff des Kreuzergeschwaders, versetzt. Kurz vor dessen Heimreise am 8. April 1909, wobei das Schiff als Flaggschiff am 29. April 1909 im Hafen von Colombo durch den Panzerkreuzer "Scharnhorst" abgelöst wurde, wurde er am 6. April 1909 auf das Kanonenboot "Tiger" versetzt, welches in Shanghai stationiert war. Bereits am 1. Mai 1909 ging er als Transportführer auf den Reichspostdampfer "Bülow" mit dem er die Heimreise nach Deutschland antrat. Er passierte am 10. Juni 1909 die Linie Dover-Calais. Am 14. Juni 1909 wurde er der II. Werftdivision zugeteilt. Dort wurde er als Kompanie- und Ausbildungsoffizier eingesetzt. Vom 2. August 1909 bis zum 30. September 1909 besuchte er einen Artillerieoffizier-Lehrgang (A.B.) an der Schiffsartillerieschule. Am 1. Oktober 1909 wurde er als Ausbildungsoffizier der 1. Abteilung der II. Werftdivision für die Ausbildung der Ingenieur-Anwärter zugeteilt. Am 21. Februar 1910 wurde er mit Wirkung vom 31. Mai 1910 als Wachoffizier zum neu in Dienst gestellten Großlinienschiff "Posen" versetzt. Mit diesem führte er anfangs bis zum 27. August 1910 Probefahrten durch. Anfang September 1910 wurde due Besatzung kurzzeitig reduziert, um am 20. September 1910 durch die Besatzung der außer Dienst gestellten "Wittelsbach" wieder auf Sollstärke gebracht zu werden. Am 23. August 1911 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1911 auf die Kaiserliche Yacht "Hohenzollern" versetzt. Allerdings besuchte er vom 1. Oktober 1911 bis zum 10. November 1911 einen F.T.-Lehrgang auf der SMS "Württemberg". Seezeit auf der Yacht war vom 1. März 1912 bis zum 17. Mai 1912, vom 11. Juli 1912 bis zum 2. August 1912, vom 10. Juli 1913 bis zum 4. August 1913. Bereits am 18. November 1912 (E) wurde er auf der "Hohenzollern" zum Kapitänleutnant befördert. Vom 1. Oktober 1913 bis zum 21. Februar 1914 wurde er zum I. Lehrgang der Marineakademie komandiert. Danach befand er sich wieder auf der "Hohenzollern" und war vom 24. Februar 1914 bis zum 16. Mai 1914 auf See. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er als Nachrichtenkommissar zur Kommandantur Cuxhaven versetzt. Er unterstand dem Befehlsbereich des Gouverneurs des Reichskriegshafens Wilhelmshaven. Am 1. Mai 1915 wurde er als Navigationsoffizier auf den Kleinen Kreuzer "Rostock" versetzt. Dabei handelte es sich um das Flaggschiff des I. Führers der Torpedoboote. Er befuhr mit dem Schiff die Nordsee und die Ostsee. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 18. Juni 1915 verliehen. Am 31. Mai 1916 nahm das Schiff an der Skagerrakschlacht, dem größten Seegefecht zwischen der Grand Fleet der Royal Navy und der deutschen Hochseeflotte, teil. Das Schiff erhielt in der Nacht zum 1. Juni 1916 einen Torpedotreffer in die Kessel- und Heizräume und machte nur noch wenig Fahrt. Es wurde daraufhin um 4:45 Uhr bei Insichtkommen britischer Kreuzer mit eigenen Torpedos versenkt. Er überlebte den Untergang und gehörte danach zur Stammbesatzung der "Rostock". Bereits am 5. Juni 1916 wurde er bis zum 13. Juni 1916 als Navigationsoffizier in Vertretúng dem Leichten Kreuzer "Regensburg", Flaggschiff des II. Führers der Torpedoboote, in heimischen Gewässern zugeteilt. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 12. Juni 1916 verliehen. Vom 14. Juni 1916 bis zum 30. Juni 1916 gehörte er wieder zur Stammbesatzung der "Rostock", bevor er vom 1. Juli 1916 bis zum 5. Juli 1916 als Navigationsoffizier in Vertretúng dem Kleinen Kreuzer "Stettin" zugeteilt wurde. Dieser war in der Schlacht am Skagerrag beschädigt wurden. Danach war er wieder für ein paar Tage Teil der Stammbesatzung der "Rostock", bevor er am 12. Juli 1916 als Navigationsoffizier auf den Kleinen Kreuzer "Danzig" versetzt wurde, der sich gerade zur Überholung in Bremen befand. Mit dem Schiff wurde er bei Vorpostendiensten in der Deutschen Bucht eingesetzt. Am 1. Oktober 1916 wurde er als Navigationsoffizier auf den Leichten Kreuzer "Regensburg" versetzt. Mit dem Schiff war er am 5. November 1916 dabei, den bei Horns Riff gestrandeten U-Booten U 20 und U 30 zu helfen. Ab März 1917 wurde das Schiff in der Kaiserlichen Werft in Kiel gründlich überholt. Am 29. März 1917 wurde er als Navigationsoffizier auf den Kleinen Kreuzer "Emden", dem Flaggschiff des II. Führers der Torpedoboote, versetzt. Mit diesem wurde er im Vorposten- und Sicherungsdienst eingesetzt. Am 26. August 1917 verlegte das Schiff in die Ostsee. Von September 1917 bis November 1917 unterstützte sie, zusammen mit dem Großlinienschiff Bayern, beim Unternehmen Albion, einer Landungsoperation im Bereich des Baltikum. Danach folgte am 11. Dezember 1917 ein Vorstoß zur Doggerbank. Im Jahr 1918 nahm der Kreuzer"Emden" an nahezu allen Flottenoperationen in der Nordsee teil. Er war vor Norwegen, im Skagerrak und im Ärmelkanal im Einsatz. Das Schiff wurde dabei in viele Gefechte verwickelt, blieb aber von Verlusten verschont. Vom 1. August 1918 bis zum 20. September 1918 nahm er an einem Unterseeboot-Torpedooffizier-Lehrgang (N.T) auf dem Torpedoschulschiff "Württemberg" teil. Danach wurde er als Unterseeboots-Kommandant-Schüler auf den ehemaligen Kleinen Kreuzer "Meteor", der inzwischen die Unterseebootschule beheimatete, kommandiert. Am 5. Oktober 1918 wurde er als Navigationsoffizier auf das Linienschiff "Markgraf" versetzt. Von dort wurde er am 8. Oktober 1918 zur Dienstleistung zur Stab der Marinestation der Ostsee kommandiert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm nicht nur beide Eisernen Kreuze, sondern auch weitere Auszeichnungen wie der Türkische Eiserne Halbmond (13. November 1917) verliehen. Am 29. März 1919 wurde er zum I. Adjutant der Inspektion des Bildungswesens der Marine ernannt. Außerdem war er zeitweise auch als Verbindungsoffizier zur Marine-Friedenskommission im Einsatz. Er wohnte damals privat im Niemansweg 32 in Kiel. Auf die Verfassung des Deutschen Reiches wurde er am 10. Oktober 1919 vereidigt. Am 8. März 1920 (J) wurde er zum Korvettenkapitän befördert. Vom 17. Juli 1920 bis zum 11. August 1920 war er zugleich auch noch in Vertretung Chef des Stabes der Inspektion des Bildungswesens der Marine. Vom 1. April 1921 bis zum 14. September 1921 wurde er zur Information zum 16. Infanterie-Regiment kommandiert. Im Anschluß daran wurde er vom 15. September 1921 bis zum 30. September 1921 zur Information zur Küstenwehrabteilung III nach Kiel kommandiert, bevor er am 1. Oktober 1921 (Verfügung vom 13. August 1921) zum Kommandeur der Küstenwehrabteilung IV in Cuxhaven ernannt wurde. Am 12. November 1924 wurde er abgelöst und dafür als Marine-Verbindungsoffizier zum Stab der 6. Division der Reichswehr (Wehrkreiskommando VI) nach Münster in Westfalen kommandiert. Vom 16. Juli 1925 bis zum 29. Juli 1925 hat er an der Wehrkreisübungsreise des Wehrkreis VI teilgenommen. Vom 18. August 1926 bis zum 25. August 1926 wurde er zum Flaklehrgang für Stabsoffiziere kommandiert. Am 29. September 1926 wurde er zum Kommandant der Befestigungen der Elb- und Wesermündung in Cuxhaven ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1926 (3) zum Fregattenkapitän befördert. Vom 8. Februar 1927 bis zum 12. Februar 1927 wurde er zum Stabsoffizier-Nachrichten-Lehrgang kommandiert. Vom 16. Mai 1927 bis zum 21. Mai 1927 wurde er zum Stabsoffizier-Küstenartillerie-Lehrgang kommandiert. Vom 12. Juli 1927 bis zum 16. Juli 1927 wurde er zum Sperrlehrgang für Stabsoffiziere kommandiert. Er heiratete am 3. Oktober 1927 die zweiundzwanzig Jahre jüngere verwitwete Ruth Anna Sophie Frieda Simon-Eberhard, geborene von Uslar, Witwe vom dreizehneinhalb Jahre älteren Rittmeister und Lehrer an der Kavallerieschule Hannover, Hermann Heinich Friedrich Johannes Simon-Eberhard, Tochter vom Oberstleutnant Rudolf Georg Arthur August Ferdinand von Uslar, in Hannover. Deren erster Ehemann war nach dem Hochzeit am 28. September 1925 (standesamtlich) und 29. September 1925 (kirchlich) in Hannover durch Sturz mit dem Pferde beim Reit- und Fahrturnier in Hollenstedt bei Harburg am 9. Mai 1926 gestorben und wurde am 14. Mai 1926 in Hannover beigesetzt. Seine einzige Tochter Sigrid Johanna Adelheid Alice Jutta Ingeborg Ursula Gräfin von Schweinitz und Krain wurde am 18. Mai 1928 in Cuxhaven geboren. Seine Beförderung zum Kapitän zur See erfolgte am 29. September 1928 mit Wirkung vom 1. Oktober 1928 (5). Vom 11. März 1929 bis zum 23. März 1929 besuchte er einen Pionierlehrgang an der Pionierschule München. Er schiffte sich am 6. April 1929 mit seiner Ehefrau auf der "Marsala" unter Kapitän Niemann in Hamburg ein, um eine Rundreise über Malaga, Valencia, Barcelona, Genua und Neapel zu unternehmen. Sein einziger Sohn Hans Kurt Rudolf Heinrich Arthur Graf von Schweinitz und Krain Freiherr von Kauder wurde am 31. August 1930 in Cuxhaven geboren. Er selbst war damals 175 Zentimeter groß und 68 Kilogramm schwer. Wegen nervöser Erschöpfung absolvierte er ab dem 24. Juni 1930 bis zum 18. Juli 1930 eine Kur in Goslar. Am 14. September 1931 wurde er mit Wirkung vom 30. September 1931 unter Bewilligung der gesetzlichen Versorgung und mit der Berechtigung zum Tragen der bisherigen Uniform aus dem aktiven Dienst der Reichsmarine verabschiedet. Dabei wurde ihm der Charakter als Konteradmiral verliehen. Für die dreimonatige Entlassungsfrist erhielt er vom 1. Oktober 1931 bis zum 31. Dezember 1931 die bis zuletzt bezogenen Gebührnisse.
Am 1. Januar 1934 wurde er als Landesschutzoffizier wieder bei der Reichsmarine angestellt. Er wurde der Marineleitung im Reichswehrministerium (RWM) in Berlin als Leiter der Marinedruckschriftenverwaltung (M Dv) zugeteilt. Am 5. September 1934 wurde er auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt. Ab dem 5. März 1935 gehörte er dann als Char. Konteradmiral (E) zum Ergänzungsoffizierkorps. Er wohnte damals in der Heimdallstraße 62 in Berlin-Zehlendorf. Am 11. Januar 1936 wurde er der Kriegsmarine überstellt und gehörte danach weiter als Vorstand der Marinedruckschriftenverwaltung zum Oberkommando der Kriegsmrine (OKM). Anfang Februar 1938 befand er sich wegen Grippössen Infekts mit herdförmiger Nierenentzündung (Grippe mit Herd-Nephritis) im Hindenburglazarett in Berlin-Zehlendorf. Vom 18. Februar 1938 bis zum 17. März 1938 befand er sich im Genesungsheim Taunus in Falkenstein im Taunus zur Kur. Auch bei Beginn des 2. Wetkrieges behielt er weiter diese Stelle. Am 1. Januar 1941 wurde er in das aktive Offizierkorps übernommen und erhielt ein Patent als Konteradmiral. Das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern wurde ihm am 30. Januar 1941 verliehen. Am 28. September 1941 gab er seinen Posten als Vorstand der M Dv ab und wurde dafür am 11. Oktober 1941 Kommandant der Seeverteidigung "V" (Seekommandant "V"). Durch die Umgliederung der Seekommandanten wurde er im November 1941 Kommandant der Seeverteidigung Krim. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 5. Mai 1942 verliehen. Die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 8. September 1942 verliehen. Das Krimschild wurde ihm wie die Ostmedaille am 19. Dezember 1942 verliehen. Ab Januar 1943 übernahm er auch wieder die Verantwortung über die Ukraine. Er wurde jetzt auch als Kommandant der Seeverteidigung Krim und Ukraine bezeichnet. Am 31. März 1943 wurde er abgelöst und zur Verfügung des Oberbefehlshabers des Marineoberkommandos Ostsee gestellt. Seine Kommandierungsreise in die Heimat trat er am 2. April 1943 an. Im April 1943 befand er sich beim Deutschen Marinekommando Italien in Rom. Seine Adresse war Viale Martiri, Faseisti 53 in Rom. Am 1. Juni 1943 wurde er mit Wirkung vom 30. Juni 1943 nach § 24 (3) Wehrgesetz aus dem aktiven Wehrdienst entlassen und mit dem gleichen Datum der Kriegsmarine zur Verfügung gestellt. Am 1. Juni 1943 wurde entschieden, dass seine Entlassung unter Verleihung des Rechts zum Tragen der bisherigen Uniform verfügt wird. Auf Erlaß des 1. Juni 1943 wurde er mit dem 1. Juli 1943 der Kriegsmarine als Konteradmiral z.V. zur Verfügung gestellt. Seine Privatanschrift war die Reichsstraße 1 in Berlin-Charlottenburg. Bis zur Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde er nicht mehr zum aktiven Dienst einberufen. Er war aber als Einsatzleiter Norwegen der Transportflotte Speer im Einsatz. Ab dem 28. November 1945 befand er sich in britischer Gefangenschaft. Er wurde am 9. Januar 1946 vom Camp I in das Island Farm Special Camp 11 verlegt. Am 10. Oktober 1947 wurde er mit dem Schiff "El Nil" nach Hamburg repatriiert. Am 15. Oktober 1947 wurde er dort aus der Gefangenschaft entlassen. 1955 wohnte er am Georgenbegr 1 in Goslar, wo bereits seine Mutter während des 2. Weltkrieges gelebt hatte. Später ging er wieder nach Hamburg. Er starb dort auch etwa zwölf Jahre nach seiner Entlassung. Er wurde auf dem Alten Niendorfer Friedhof in Hamburg beigesetzt. Seine Witwe starb erst am 6. Juli 1999 ebenfalls in Hamburg. Seine einzige Tochter starb am 10. Dezember 2001. Sein Sohn brachte es bei der Bundeswehr bis zum Brigadegeneral war Leiter des Militärischen Nachrichtendienstes und dann Deutscher Militärischer Vertreter im Obersten Alliierten Hauptquartier. Der Sohn starb am 7. Oktober 2024 in seiner Wahlheimat London.
Er hatte insgesamt 8 Geschwister:
Aus der am 27. September 1865 in
Stellichte geschlossenen ersten Ehe seines Vaters mit der fast neun Jahre
jüngeren Marie Luise Charlotte von Behr, die am
7. Juni 1869 gestorben ist, sind einige Halbgeschwister bekannt:
Sein
ältester Halbbruder war der am 27. Juli 1866 in Stade geborene Hans Heinrich
Friedrich Graf von Schweinitz und Krain Freiherr von Kauder. Er starb am 28.
April 1932.
Seine ältere
Halbschwester war die am 15. August 1867 in Lüneburg geborene Johanna
Ida Gräfin von
Schweinitz und Krain, Freiin von Kauder. Diese heiratete am 13. Mai 1893 den
fast siebeneinhalb Jahre älteren Burgmann von Horneburg,
Arp Karl Johann von Düring. Aus der Ehe ging
die am 10. April 1894 in Horneburg geborene Tochter Marie Clementine Adelheid
Gerhardine Elisabeth von Düring hervor. Am 21. März 1897 wurde dem Paar noch der
Sohn Ido-Arp Carl Wilhelm Ulrich von Düring hervor, der später Burgmann wurde.
Der Ehemann starb am 15. Juli 1915 in Horneburg im Alter von 55 Jahren. Seine
Schwester Ida von Düring starb am 21. Mai 1946 in Horneburg im Alter von 78
Jahren.
Seine jüngste Halbschwester war die am 14. Januar 1869 geborene
Friederike Mathilde Johanne Adelheid Gräfin von Schweinitz und Krain, Freiin von
Kauder. Am gleichen Tag wurde auch der Zwilling Johanne Friederike Mathilde
Adelheid geboren. Diese starb aber bereits am 22. März 1869.
Aus der am 19.
August 1870 in Bersenbrück geschlossenen Ehe seiner beiden Eltern sind ebenfalls
noch Geschwister bekannt.
Sein älterer Bruder war der am 14. Juni 1873 in
Bersenbrück geborene Hans Arthur Karl Horst
Graf von Schweinitz. Dieser heiratete als Feldartillerieoffizier am 24.
September 1897 die fast fünf Jahre jüngere Ella
Helene Anna Eugenie Drewsen, Tochter vom Major Georg
Friedrich Ernst August von Drewsen, in Celle. Dem Paar wurde am 18.
Januar 1907 die Tochter Johanna Waldtraut Helene Lina Mathilde Else Paula Gräfin
von Schweinitz in Hannover geboren. Er war damals Oberleutnant im 1.
Hannoversches Feldartillerie-Regiment Nr. 10. Am 19. November 1908 (Y6y)
ging sein Bruder unter Beförderung zum Hauptmann als Batteriechef zum 2.
Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 22 nach Münster. Dort wurde er als
Chef der 4. Batterie des Regiments eingesetzt. Zum Ende des 1. Weltkrieges war
er Kommandeur vom 1. Großherzogliches Hessisches Feldartillerie-Regiment Nr. 25.
Er wurde nach dem 1. Weltkrieg verabschidet. Der Bruder starb als
Oberstleutnant a.D. im Jahr 1929 in Hannover. Seine Witwe starb am 17. August
1941 um 11:30 Uhr im Franziskus-Krankenhaus in der Burggrafenstraße 1 in Berlin.
Als Todesursache wurde Neigung an Gefäßverschluß, Gangrän angegeben.
Sein
jüngerer Bruder war der am 26. Januar 1885 in Liebenburg geborene Hans
Arthur Gerhard Heinrich Hartmut Graf von
Schweinitz und Krain Freiherr von Kauder. Dieser schlug ebenfalls die Laufbahn
als Seeoffizier ein. Er trat am 1. April 1902 als Seekadett in die Kaiserliche
Marine ein. Sein Schulschiff war die SMS "Moltke". Er wurde am 29. September
1905 (Y4y) zum Leutnant zur See befördert. Er diente danach auf der
"Brandenburg". 1908 auf der "Albatroß" und 1909 auf der "Comoran". Vom 3.
Februar 1908 bis zum 15. Februar 1908 absolvierte er einen
Funkentelegraphie-Lehrgang an Bord des Torpedoschulschiffes "Württemberg" mit
ziemlich guten Leistungen. 1910 gehörte er zur II. Matroseninspektion. 1912 kam
er auf die "Stuttgart". 1914 ging er zu den U-Booten. Er übernahm bei Ausburch
des 1. Weltkrieges "U 13" als Kommandant. Am 6. August 1914 lief er mit seinem
Boot von Helgoland aus. Seit dem 9. August 1914 gilt sein Boot als vermisst. Er
ist offiziell am 12. August 1914 als Kommandant von "U 13" im englischen Kanal
gefallen. Zur Ursache des Verlustes des U-Bootes sind bisher keine Erkenntnisse
gewonnen.
*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.
Literatur und Quellen:
Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band
2: P–Z (Packroß bis Zuckschwerdt). Biblio Verlag, Osnabrück 1990
Pers 6/2476