Erler, Heinrich Hermann Adolf Emil
| * 28. Mai 1877, Berlin † 18. März 1946, Berlin |
Heinrich Erler war der Sohn des Königlich Sächsischen Hofmusikalienhändlers Christian Bernhard Hermann Erler und dessen Ehefrau Emilie Franziska Elisabeth, geborene Adler. Er trat am 21. April 1896 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Eisenbahn-Regiment Nr. 3 in Berlin. Hier wurde er am 17. April 1897 zum Portepeefähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 27. Januar 1898 (Q3q) zum Sekondeleutnant befördert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 3. Kompanie vom Eisenbahn-Regiment Nr. 3 in Berlin verwendet. Durch die Umbenennung wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Im Herbst 1899 wurde er in gleicher Funktion in ie 2. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Im Herbst 1900 wurde er als Komnpanieoffizier in die 6. Kompanie seines Regiments ebenfalls in Berlin versetzt. Im Herbst 1903 wurde er in gleicher Funktion in die 7. Kompanie des Regiments am gleichen Standort versetzt, zwei Jahre später kehrte er wieder zur 6. Kompanie zurück. Im Herbst 1906 wurde er als Kompanieoffizier in die 5. Kompanie seines Regiments nach Berlin versetzt. Außerdem wurde er zum 1. Oktober 1906 zur Militärtechnischen Akademie einberufen. Seine Mutter starb im Alter von 60 Jahren am 16. Oktober 1906 in der elterlichen Wohnung in der Lutherstraße 48/49 in Charlottenburg. Am 1. Oktober 1907 wurde er zur I. Stufe der Abteilung für Verkehrswesen zur Militärtechnischen Akademie einberufen. Er wurde am 18. Mai 1908 zum Oberleutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Sein Patent als Oberleutnant hat er am 1. Juni 1908 erhalten. Am 1. Oktober 1908 wurde er zur Militärtechnischen Akademie kommandiert. Am 17. September 1909 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1909 wurde er zur Betriebs-Abteilung der Militär-Eisenbahn in Berlin versetzt. Am 18. September 1910 wurde er zur Dienstleistung zur Versuchs-Abteilung der Verkehrstruppen kommandiert. Vom 28. März 1911 bis zum 2. April 1911 absolvierte er einen vielbeachteten Überlandflug gemeinsam mit Leutnant Walter Mackenthun. Die beiden wechselten sich in der Steuerung ab. Die Etappen waren Berlin-Hamburg (1. Tag 240 Kilometer), Hamburg-Bremen (2. Tag 119 Kilometer), Bremen-Verden an der Aller (3. Tag 35 Kilometer), Verden-Hannover (4. Tag 70 Kilometer), Hannover-Braunschweig (5. Tag 50 Kilometer), Braunschweig-Stendal-Döberitzer Lager (6. Tag 250 km). Die Leistungen des ersten und des sechsten Tages stellten jeweils einen neuen Rekord für den längsten Deutschen Dauerflug dar, der bis dahin von Korvettenkapitän Engelhardt (30. September 1910 154 Kilometer) gehalten wurde. Am 13. September 1911 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1911 auch in die Versuchs-Abteilung der Militärischen Verkehrstruppen versetzt. Am 13. September 1912 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 unter Beförderung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, zum Kompaniechef ernannt und dafür am gleichen Tag in die Betriebs-Abteilung der Eisenbahntruppen der Militär-Eisenbahn versetzt, wo er als Nachfolger von Hauptmann Kleespies die 1. Kompanie übernahm. Sein Patent als Hauptmann hat er am 1. Oktober 1913 (D4d) erhalten. Er übernahm dann von Hauptmann Cleinow die 2. Kompanie der Betriebs-Abteilung und seine 1. Kompanie übernahm dafür Hauptmann Mesecke. Er wohnte damals in der 2. Etage in der Gothenstraße 17 in Berlin-Schöneberg. Bei dieser Einheit diente Heinrich Erler den gesamten Ersten Weltkrieg hindurch. Ihm wurden neben beiden Eisernen Kreuzen noch viele andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er als Hauptmann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er wohnte damals in der 1. Etage der Rognitzstraße 13 in Charlottenburg 5 und hatte dort die Telefonnummer Wilhelm 5072. Am 1. Oktober 1919 wurde er in den Stab vom Reichswehr-Gruppenkommando 1 in Berlin versetzt, wo er am 30. November 1920 mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 (13) zum Major befördert wurde. Am 18. März 1921 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1921 zum Stab vom Pionierübungsplatz Sperenberg versetzt. Am 1. April 1922 folgte die Versetzung in den Stab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel. Am 1. April 1923 wurde er in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort gehörte er zur Heeres-Transportabteilung (T 7) vom Truppenamt (TA). 1924/25 wurde er in die Ausbildungs-Eskadron vom 8. (Preußisches) Reiter-Regiment nach Breslau versetzt. Seine Telefonnummer in der 1. Etage der Rognitzstraße 13 in Charlottenburg 5 änderte sich zur Westend 5072. Am 1. Oktober 1925 wurde er zurück zum Stab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1927 (11) zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde Heinrich Erler am 1. April 1928 als Nachfolger von Oberstleutnant Paul Genée zum Kommandeur der 6. (Preußische) Kraftfahr-Abteilung in Münster in Westfalen ernannt. Er heiratete am 6. August 1928 die fast neunundzwanzig Jahre jüngere Charlotte Armgard Ilse Schwanbeck, Tochter vom Ober-Regierungs-Baurat Hugo Schwanbeck, in Stettin. Trauzeuge war der Schwager, Leutnant im 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment, Hans Schwanbeck. Seine Abteilung führte er bis zu seiner Verabschiedung am 31. Oktober 1930, nachdem er am 1. Februar 1930 (12) noch zum Oberst befördert worden war. Sein Nachfolger als Kommandeur der 6. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung wurde Major Eduard Dransfeld.
Nach seiner militärischen Karriere wurde er Angestellter im Wehrbezirkskommando Lübeck. Am 1. Oktober 1933 trat er als L-Offizier* wieder der Reichswehr bei und wurde im Generalstab vom Generalkommando IV. Armeekorps eingesetzt. Am 5. März 1935 zum E-Offizier* übernommen, wurde er am 1. Mai 1939 in den Generalstab vom Generalkommando III. Armeekorps nach Berlin versetzt. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Heinrich Erler am 26. August 1939 Kommandeur des Kriegsgefangenen-Bezirks 4 im Wehrkreis III. Er wohnte damals privat in der Limastraße 21a in Berlin-Zehlendorf-West und hatte dort die Telefonnummer 852361. Am 1. Juni 1941 wurde er in das aktive Offizierskorps übernommen und am 1. Juni 1942 zum Generalmajor befördert. Am 31. Juli 1942 ist er aus dem Militärdienst ausgeschieden. Er selbst starb micht einmal ein Jahr nach der Kapitulation als Schrifststelle und Generalmajor a.D. am 18. März 1946 um 3 Uhr in seiner Wohnung im Elvirasteig 28 in Berlin-Zehlendorf. Als Todesursache wurde Hezrmuskelschwäche, Altersschwachsinn und Pneumonie angegeben. Seine Witwe starb am 20. August 1973 um 20:25 Uhr in der Universitäts-Klinik Westend im Spandauer Damm 130 in Berlin-Charlottenburg. Sie wohnte damals privat im Elvirasteig 26a in Berlin-Zehlendorf.
Er hatte aus der am 27. April 1872 in Stettin geschlossenen Ehe seiner Eltern
mehrere Geschwister:
Seine ältere Schwester war die am 22. März 1873 in
Stettin geborene Bertha Wilhelmine Clara Marie Erler. Diese starb im Alter von
10 Jahren am 22. Januar 1884 in Berlin.
Seine jüngere Schwester war die am
17. Oktober 1880 in Berlin geborene Clara Elisabeth Erler.
*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG
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Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII.
(königlich Württembergischen) Armeekorps 1895, Ernst Siegfried Mittler und Sohn,
Berlin 1895
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des
XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1896, Ernst Siegfried Mittler und
Sohn, Berlin 1896
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee
und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1897, Ernst Siegfried
Mittler und Sohn, Berlin 1897
Rang- und Quartierlisten der königlich
Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1898,
Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1898
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen)
Armeekorps 1899, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899
Rang- und
Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII.
(königlich Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII.
(bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin,
Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin,
Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin,
Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin,
Mittler und Sohn 1929
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Dermon Bradley: Die Generale des Heeres 1921 - 1945 Band 3 Dahlmann - Fritzlaff,
Biblio-Verlag 1994
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/HEER/Generalmajor/ERLER_HEINRICH.html