Bruer, Gottfried Alfred Hermann

 

* 4. November 1897, Bredelem, Kreis Goslar

† 12. Februar 1976, Schwäbisch Gmünd

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Alfred Bruer war der Sohn vom Hofbesitzer Friedrich Karl Gottfried Bruer und dessen Ehefrau Sophie Dorothee Adele, geborene Köhler. Seine Mutter starb bereits am 13. August 1911. Er selbst besuchte das Gymnasium in Hildesheim. Nach Ausbruch des Krieges trat er am 19. Dezember 1914 als Kriegsfreiwilliger in den Dienst der Königlich Preußischen Armee ein. Er kam dabei zum Ersatztruppenteil vom Magdeburgisches Jäger-Bataillon Nr. 4 in Naumburg an der Saale. Nach einer Grundausbildung wurde er am 4. März 1915 zum aktiven Bataillon an die Front entsendet. Dort wurde er am 1. Dezember 1915 zum Gefreiten und am 21. Januar 1916 zum Oberjäger befördert. Nach seiner am 21. Mai 1917 erfolgten Beförderung zum Vizefeldwebel wurde er am 12. September 1917 in das 5. Hannoversches Infanterie-Regiments Nr. 165 versetzt. Bei diesem wurde er zum Offizier ausgebildet. So wurde er am 13. November 1917 zum Fähnrich und zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Bei Kriegsende war er Leutnant beim II. Bataillon des 5. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 165. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen wie das Herzoglich Braunschweigisches Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse (19. Juli 1918) verliehen. Ab dem 11. April 1919 wurde er als Adjutant zum Kommando vom Landwehrbezirk Neuhaldensleben eingesetzt.

Am 6. Februar 1920 trat er als Leutnant zur Sicherheitspolizei beim Polizeipräsidium Berlin über. Nur wenige Tage später ist sein Vater am 13. Februar 1911 in Großelbe gestorben. Er wurde am 1. Oktober 1923 zum Polzei-Obeleutnant befördert. Er heiratete am 26. November 1926 als Polizeioberleutnant die fast genau sechs Jahre jüngere Ilse Kühnast, Tochter des Postdirektors Paul Kühnast, in Berlin-Wilmersdorf. Er wohnte damals privat in der Karlstraße 34/35 in Berlin. Er wurde am 15. Oktober 1927 zum Ministerium des Inneren kommandiert. Auch sein einziger Sohn wurde im Jahr 1927 geboren. Am 1. April 1928 wurde er zum Polizei-Hauptmann befördert. Als solcher wurde er am 4. April 1928, unter Aufrechterhaltung der Abordnung zum Ministerium des Innern, zum Polizei-Institut Berlin versetzt. Etwa ein Jahr später wurde er Ende April 1929 zur Landespolizeischule Spandau versetzt. 1930 wohnte er in der 1. Etage der Uhlandstraße 142 in Berlin-Wilmersdorf. Am 1. November 1932 wurde er als Führer der Hundertschaft 1 Kreuzberg zur Polizei-Verwaltung Berlin versetzt. Nach nicht einmal einem Jahr wurde er am 1. Oktober 1933 zur Landespolizei-Inspektion Brandenburg versetzt. Spätestens ab 1934 wohnte er privat in der Französischen Straße 9-12 in Berlin W8. Ab dem 1. April 1935 war er unmittelbarer Reichsbeamter im unmittelbaren Reichsdienst. Danach wurde er am 1. August 1935 zum Reichsstabe der Landespolizei im Reichs- und preußischen Ministerium des Innern versetzt. Als die Polizei in die Wehrmacht überführt wurde, führte er die Abwicklung dieser Übernahme durch. Zum 1. April 1936 wurde er zum Major der Landespolizei befördert. Vom 10. Mai 1936 bis zum 29. Mai 1936 wurde er zur Artillerie-Schule Jüterbog kommandiert. Als letzter Soldat der Landespolizei Berlin trat er am 1. September 1936 in die Wehrmacht über. Er übernahm jetzt in Ulm die 6. Batterie vom Artillerie-Regiment 41. Sein Rangdienstalter als Major wurde dabei auf den 1. April 1936 (14) festgelegt. Mit seiner Batterie ging er zur Aufstellung der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment 71. Dabei wurde er jetzt Chef der 4. Batterie dieses Regiments in Neckarsulm. Im Herbst 1938 wurde er Kommandeur der neu aufgestellten II. Abteilung vom Artillerie-Regiment 61 in Schwäbisch Gmünd. Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges wurde er zum 1. August 1939 (20) zum Oberstleutnant befördert. Mit dieser Abteilung nahm er am Westfeldzug teil. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 18. Mai 1940 verliehen. Bereits am 18. Juni 1940 wurde er zum Artillerie-Regiments-Stab z.b.V. 612 kommandiert. Die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 22. Juni 1940 verliehen. Am 24. Juli 1940 wurde er mit Wirkung vom 25. Juni 1940 zum Kommandeur vom Artillerie-Regiments-Stab z.b.V. 612 ernannt. Nach dem er das Artillerie-Regiments 612 während des Balkanfeldzuges im Frühjahr 1941 geführt hatte, erfolgte Anfang Juni 1941 seine Ernennung zum Kommandeur vom neuen Artillerie-Regiment 155, das er ab Juli 1941 als Korpsartillerie vom Afrikakorps in Nordafrika führte. Im August 1941 wurde er mit seinem Regiment der 21. Panzer-Division fest eingegliedert. Zum 1. Februar 1942 (285) wurde er zum Oberst befördert. Vom 21. Juli 1942 bis zum 20. August 1942 führte Oberst Alfred Bruer stellvertretend die 21. Panzer-Division. Es gelang ihm, einen britischen Panzerangriff abzuwehren und die durchgebrochenen feindlichen Panzerkräfte zu vernichten. Hierfür wurde ihm am 30. Juli 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er führte inzwischen wieder sein zum Panzer-Artillerie-Regiment 155 umbenanntes Regiment. Auch am 31. August 1942 wurde er erneut kurzzeitig mit der stellvertretenden Führung der 21. Panzer-Division beauftragt. Danach führte er wieder sein Panzer-Artillerie-Regiment 155. Auch vom 21. Dezember 1942 bis zum 8. Januar 1943 übernahm er erneut die stellvertretende Führung der 21. Panzer-Division, bevor er wieder das Kommando über sein Panzer-Artillerie-Regiment 155 zurückerhalten hat. Als am 12. Mai 1943 in Tunesien der Krieg auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz zu Ende ging, befand sich auch Oberst Bruer in Kriegsgefangenschaft. Im Lager Quarzazate wurde er Lagerkommandant. Im Juli 1947 kehre er aus der Gefangenschaft in seinen Heimat Deutschland zurück, wo es ihn wieder in eine alte Garnison nach Schwäbisch Gmünd zog. Dort ist er am 12. Februar 1976 auch gestorben. Seine Witwe starb am 31. Juli 1984 im Alter von 80 Jahren.

Aus der am 3. Juli 1893 in Grosselbe geschlossenen Ehe seiner Eltern hatte er mindestens noch einen Bruder:
Sein drei Jahre älterer Bruder war der Landwirt Wilhelm Bruer aus Großelbe im Kreis Marienburg.

 

Ritterkreuz (30. Juli 1942)