Theysohn, Karl Heinrich

 

* 2. Januar 1873, Zweibrücken

† Anfang Oktober 1954, München

 

 

Karl Theysohn war der Sohn von Friedrich Julius Theyson und dessen Ehefrau Karoline Katharina Friedrika Wilhelmina, geborene Postius. Er trat am 19. Juli 1891 als Dreijährig Freiwilliger und Offiziersanwärter in die Königlich Bayerische Armee ein. Der Sohn eines Rentners kam dabei zum Königlich Bayerisches 2. Feldartillerie-Regiment „Horn“. In diesem wurde er am 19. November 1891 zum Unteroffizier befördert. Am 18. Februar 1892 wurde er ebenfalls in seinem Regiment zum Portepeefähnrich befördert. Am 7. Mai 1893 wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule im Königlich Bayerisches 2. Feldartillerie-Regiment „Horn“ zum außeretatmäßigen Sekondeleutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Er wurde jetzt viele Jahre als Batterieoffizier in der 8. Batterie des Regiments in Nürnberg eingesetzt. Am 1. Februar 1895 wurde er in dieser auch zum etatmäßigen Sekondeleutnant ernannt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Auch jetzt gehörte er noch zur 8. Batterie vom Königlich Bayerisches 2. Feldartillerie-Regiment „Horn“. Am 19. September 1900 wurde er dann in das neue Königlich Bayerisches 8. Feldartillerie-Regiment „Prinz Heinrich von Preußen“ nach Nürnberg versetzt. Bei diesem wurde er als Adjutant der II. Abteilung in Nürnberg eingesetzt. Als solcher wurde er am 13. September 1901 zum Oberleutnant befördert. Am 1. November 1901 wurde er als Nachfolger von Oberleutnant Rudolf Steinmetz zum Regimentsadjutant seines Regiments ernannt. Als solcher hat er am 29. September 1902 die fünfeinhalb Jahre jüngere Julie Marie Laura Waydelin in Nürnberg geheiratet. Das Ehepaar hatte 3 Kinder. Am 1. Juni 1903 wurde er vom Posten als Regimentsadjutant enthoben. Am 27. Juli 1903 wurde seine Tochter Dora Laura Emma Julie Theysohn in Nürnberg geboren. Am 29. August 1905 wurde sein Sohn Karl Heinz Theyson in Nürnberg geboren. Im Jahr 1905 wurde er als Batterieoffizier in der 1. Batterie vom Königlich Bayerisches 8. Feldartillerie-Regiment in Nürnberg eingesetzt. Am 25. Juni 1906 wurde er dann zum Hauptmann ohne Patent befördert. Als solcher wurde er an diesem Tag als Nachfolger von Hauptmann Justin Meyer auch zum Chef der 5. Batterie in seinem Regiment ernannt. Am 31. Oktober 1907 wurde ihm das Patent als Hauptmann verliehen. Seine Position als Batteriechef der 5. Batterie behielt er wieder für einige Jahre. Am 1. November 1912 erhielt er den Militär-Verdienstorden 4. Klasse. Am 1. Januar 1913 wurde er zum Stab vom Königlich Bayerisches 8. Feldartillerie-Regiment „Prinz Heinrich von Preußen“ in Nürnberg versetzt. Als Chef der 6. Batterie vom Königlich Bayerisches 8. Feldartillerie-Regiment „Prinz Heinrich von Preußen“ zog er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges an die Front. Vom 8. August 1914 bis zum 19. August 1914 wurde er bei den Grenzgefechten in Lothringen eingesetzt. Am 20. August 1914 kam er in der Schlacht um Lothringen zum Einsatz. Bereits an diesem 20. August 1914 wurde er schwer verwundet. Durch Granatsplitter wurde er südlich Nivrers am linken Arm und beiden Beinen verwundet. Bis zum 29. August 1914 wurde er im Feldlazarett Viviers behandelt. Ab dem 30. August 1914 wurde er im Reservelazarett Saargemünd weiter behandelt. Vom 10. September 1914 bis zum 6. August 1915 befand er sich in ambulanter Behandlung im Reservelazarett I in Nürnberg. Im September 1914 wurde ihm auch das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 3. November 1914 wurde er zum Major befördert. Ab dem 6. August 1915 wurde er zur Dienstleistung bei der Ersatzabteilung vom Königlich Bayerisches 6. Feldartillerie-Regiment eingeteilt. Als Major wurde er am 1. Dezember 1915 zum Kommandeur der I. Abteilung vom Königlich Bayerisches 6. Feldartillerie-Regiment „Prinz Ferdinand von Bourbon, Herzog von Kalabrien“ ernannt. Als solcher wurde er jetzt bei St. Mihiel eingesetzt. Am 9. Dezember 1915 wurde er dann zum Kommandeur der I. Abteilung vom Königlich Bayerisches 8. Feldartillerie-Regiment „Prinz Heinrich von Preußen“ ernannt. Vom 9. Juni 1916 bis zum 19. Juni 1916 wurde er als stellvertretender Führer vom Königlich Bayerisches 6. Feldartillerie-Regiment für den im Urlaub befindlichen Kommandeur eingesetzt. Vom 25. Juli 1916 bis zum 14. August 1916 wurde er n der Schlacht bei Verdun eingesetzt. Vom 22. August 1916 bis zum 29. August 1916 wurde er zum Gaskurs kommandiert. Vom 16. Oktober 1916 bis zum 12. Januar 1917 wurde er n den Stellungskämpfen in französisch Flandern eingesetzt. In dieser Zeit wurde ihm am 10. November 1916 das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Vom 13. Januar 1917 bis zum 1. April 1917 wurde er bei den Stellungskämpfen im Artois verwendet. Vom 2. April 1917 bis zum 13. April 1917 folgte die Frühjahrsschlacht bei Arras. Vom 14. April 1917 bis zum 26. Mai 1917 kam er bei den Stellungskämpfen in französisch Flandern zum Einsatz. Daran schloß sich vom 27. Mai 1917 bis zum 30. September 1917 die Schlacht in Flandern an. Vom 12. Juli 1917 bis zum 14. Juli 1917 wurde er in dieser Zeit zum Lehrgang für Telegraphieoffiziere nach Namau kommandiert. Vom 1. Oktober 1917 bis zum 15. Oktober 1917 wurde er im Grenzschutz an der belgischen Grenze verwendet. Vom 16. Oktober 1917 bis zum 23. November 1917 folgte die Herbstschlacht in Flandern. Am 25. Mai 1918 wurde er mit Wirkung vom 18. Mai 1918 auch noch zum Kommandeur vom Königlich Bayerischen 20. Feldartillerie-Regiment ernannt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch andere Auszeichnungen verliehen. Auch sein drittes Kind wurde im Krieg geboren. Nach dem Krieg wurde er am 14. Januar 1919 infolge der Auflösung vom Königlich Bayerischen 20. Feldartillerie-Regiment wieder zum Königlich Bayerisches 8. Feldartillerie-Regiment „Prinz Heinrich von Preußen“ versetzt. Seine Familie wohnte damals im Spittlertorgraben 9 in Nürnberg. Im Jahr 1919 wurde er dann als Major in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei kam er anfangs als Kommandeur zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 24. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er als Kommandeur noch zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 24 der Reichswehr-Brigade 24. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 kam er dann als Kommandeur der III. Abteilung zum 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment. Diese Funktion behielt er dann die nächsten Jahre. Als solcher wurde er 1921 zum Oberstleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1920 festgelegt. Am 1. Oktober 1922 wurde er durch Major Karl Eberth als Abteilungskommandeur abgelöst. Dafür wurde er jetzt zum Regimentsstab versetzt. Dort erhielt er eine Einweisung als Regimentskommandeur. Am 1. Januar 1924 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst als Nachfolger von Oberst Georg Freiherr Löffelholz von Colberg zum Kommandeur vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment in Nürnberg ernannt. Am 1. Februar 1926 gab er sein Kommando über das 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment an Oberst Wilhelm Ritter von Leeb ab. Er wurde dafür an diesem 1. Februar 1926 erneut als Nachfolger von Generalmajor Georg Freiherr Löffelholz von Colberg zum Artillerieführer VII in München ernannt. Diese Position übte er dann die nächsten Jahre aus. Als solcher wurde er am 1. Februar 1928 zum Generalmajor befördert. Am 31. Januar 1929 gab er sein Kommando als Artillerieführer VII an Generalmajor Wilhelm Ritter von Leeb ab. Er wurde an diesem Tag aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Er wohnte noch für einige Jahre in der 2. Etage der Elisabethstraße 25 in München. Er hatte dort die Telefonnummer 370549. Am 26. Februar 1930 wurden ihm die Charakter als Generalleutnant verliehen. Am 4. September 1930 hat seine Tochter Dora den siebzehn Jahre älteren Volkswirt Hans Brinkmann in München geheiratet. Sein Sohn heiratete am 12. Mai 1932 die fünfeinhalb Jahre jüngere Agnes Lindstadt in Nürnberg. 1934 veröffentlichte er im Schick-Verlag in München sein Werk "Das Königlich Bayerisches 20. Feldartillerie-Regiment - Nach den amtlichen Kriegstagebüchern und Beiträgen von Kameraden". Bei der Wehrmacht fand er keine Verwendung mehr. Kurz vor dem 2. Weltkrieg zog er 1939 in die Isabellastraße 22 in München, behielt dabei auch seine Telefonnummer. Auch nach dem Krieg wohnte er noch bis mindesten 1950 unter dieser Adresse. Danach zog er in die Türkenstraße 97 in München, wo er die Telefonnummer 39872 erhielt. Sein Sohn Karl-Heinz Theyson brachte es in der Wehrmacht bis zum Oberstleutnant i.G. Unter anderem war er 1936 Regimentsadjutant im Artillerie-Regiment 10, 1937, 1938 Batteriechef im Artillerie-Regiment 17, 1940 Abteilungskommandeur im Artillerie-Regiment 173 und 1942 im Generalstab vom XI. Armeekorps im Einsatz.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 18. Juni 1881, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 1. Februar 1887, 33. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 20. Februar 1889, 34. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 1. Dezember 1893, 36. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 23. Dezember 1895, 37. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 1. Dezember 1897, 38. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 11. April 1900, 39. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 28. Oktober 1901, 40. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 16. April 1903, 41. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 15. Mai 1905, 42. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 10. April 1907, 43. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 8. Juni 1909, 44. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 1. Juni 1911, 45. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 16. Mai 1914, 47. Auflage, München
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929