Schünemann, Otto

 

* 6. Oktober 1891, Doberan / Mecklenburg

† 29. Juni 1944, bei Pagost / Beresina (gefallen)

 

Otto Schünemann trat 1906 als Freiwilliger in die Unteroffiziers-Vorschule Jülich ein. Am 1. Oktober 1908 wurde er dann in die Unteroffiziersschule Weißenfels versetzt. Dort wurde er am 27. Januar 1910 zum Gefreiten befördert- Am 1. Oktober 1910 kam er dann zum 3. Garde-Regiment zu Fuß. Bei diesem wurde er am 1. Dezember 1910 zum Unteroffizier befördert. Am 15. April 1914 wurde er in seinem Regiment zum Sergeant befördert. Mit dem 3. Garde-Regiment zu Fuß zog er dann bei Ausbruch des 1. Weltkrieges an die Front. Dort wurde er dann am 5. August 1914 zum etatmäßigen Feldwebel ernannt. Am 25. September 1915 wurde er im 3. Garde-Regiment zu Fuß auch zum Offiziersstellvertreter ernannt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Am 16. Dezember 1918 wurde er dann zum Regimentsadjutant seines Regiments ernannt, später war er dann Adjutant der Abwicklungsstelle vom 3. Garde-Regiment zu Fuß. Am 1. März 1920 wurde er dann aus dem Heer verabschiedet.

Dafür wurde er an diesem 1. März 1920 in die Polizei in Berlin übernommen. Am 1. April 1920 wurde er zum Leutnant der Polizei befördert. Am 5. März 1921 hat er Gertrud Mettke geheiratet. Am 13. Juli 1921 wurde er dann bereits zum Oberleutnant der Polizei befördert. Als solcher wurde er dann als Bereitschaftsführer bei der Polizeiinspektion Köpenick eingesetzt. Am 1. Januar 1926 wurde er dann auch zu deren Adjutant ernannt. Als solcher wurde er am 23. Dezember 1916 zum Hauptmann der Polizei befördert. Am 1. Januar 1927 wurde er dann zum Adjutant der Polizeiinspektion Berlin-Linden ernannt. Am 15. Mai 1930 folgte seine Ernennung zum Vorsteher der 8. Polizeiinspektion am Alexanderplatz. Anfang Dezember 1930 wurde er dann zum Kommando der Schutzpolizei Berlin versetzt. Am 19. Dezember 1933 wurde er dann auch dort zum Major der Polizei befördert. Am 29. August 1933 wurde er als Personalreferent in den Stab des Befehlshabers der Landespolizei versetzt. Am 18. November 1935 wurde er dann zum Kommandeur der Landespolizei-Abteilung Düsseldorf ernannt. Als Major wurde er dann am 15. März 1936 wieder in das Heer übernommen. Sein Patent wurde dabei auf den 1. April 1935 festgelegt. Er wurde jetzt zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 77 in Düsseldorf ernannt. Am 6. Oktober 1936 wurde er dann durch die Umbenennung seines Bataillons zum Kommandeur des II. Bataillons vom Infanterie-Regiment 37 ernannt. Am 1. Januar 1938 wurde er dann als solcher zum Oberstleutnant befördert. Ab dem 10. November 1938 diente er dann beim Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 37 in Osnabrück. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er im Sommer 1939 als Oberstleutnant zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 184 ernannt. Mit seinem Regiment bezog er dann bei Beginn des 2. Weltkrieges Stellungen an der Westfront. Mit seinem Regiment nahm er dann im Frühjahr 1940 im Verband der 86. Infanterie-Division am Westfeldzug teil. Am 1. Dezember 1940 folgte die Beförderung zum Oberst. Ab Juni 1941 führte er sein Regiment im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland. Am 28. August 1941 erfolgte die Nennung im Ehrenblatt des Heeres. Am 20. Dezember 1941 wurde er als Oberst für seinen Einsatz bei Welikije Luki mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde. Am 26. September 1942 gab er sein Kommando über das Infanterie-Regiment 184 kurz vor dessen Umbenennung zum Grenadier-Regiment 184 ab und wurde dafür in die Führerreserve versetzt. Ab dem 1. Oktober 1942 wurde er dann mit der Führung der 337. Infanterie-Division beauftragt. Am 1. November 1942 wurde er zum Generalmajor befördert. Damit wurde er jetzt auch zum Kommandeur der 337. Infanterie-Division ernannt. Für seine Führungsleistungen während der Abwehrkämpfe im Raum Smolensk im Sommer 1943 wurde er am 28. November 1943 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Während der russischen Sommeroffensive 1944 wurde die Masse seiner 337. Infanterie-Division im Raum Borissow eingekesselt und vernichtet. Otto Schünemann wurde am 22. Juni 1944 noch mit der stellvertretenden Führung des Generalkommando XXXIX. Panzerkorps betraut, bevor er am 29. Juni 1944 gefallen ist. Er starb bei Pagost, 20 Kilometer östlich Bevesino an der Straße Mogilew-Minsk. Am 3. Juli 1944 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In den schweren Abwehrkämpfen fanden die Kommandierenden Generale, General der Artillerie Martinek und General der Artillerie Pfeiffer sowie Generalleutnant Schünemann, an der Spitze ihrer Korps kämpfend, getreu ihrem Fahneneid, den Heldentod."

 

Ritterkreuz (20. Dezember 1941) Eichenlaub (28. November 1943)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011