Jordan, Hans

 

* 27. Dezember 1892, Scheuern bei Rastatt

† 20. April 1975, München

 

Hans Jordan trat nach seiner Kadettenausbildung am 22. März 1912 als Fähnrich in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Anhaltisches Infanterie-Regiment Nr. 93. Nach dem Besuch der Kriegsschule Hannover wurde er am 16. Juni 1913 zum Leutnant befördert. Mit seinem Regiment kam er dann an die Front des 1. Weltkrieges, wo er noch im August 1914 verwundet. Anfang 1915 kam er dann nach der Genesung zur Ersatzeinheit. Im Frühjahr 1915 wurde er dann in das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 264 versetzt. Im März 1916 wurde er erneut verwundet, kam aber im April 1914 bereits wieder zur Front zurück. Beim Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 264 wurde er am 18. August 1916 zum Oberleutnant befördert. In der Folgezeit wurde er bis zum Kriegsende in verschiedenen Funktionen, darunter Adjutant, MG-Offizier und Bataillonsführer, eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Kriegsende wurde er nach einer gewissen Zeit beim Grenzschutz und im Freikorps in das Reichsheer übernommen. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann zur Nachrichten-Abteilung 4 der Reichswehr-Brigade 4. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in die 6. Nachrichten-Abteilung übernommen. Anfang 1921 wurde er dann in den Stab der 6. Division der Reichswehr kommandiert. Dort absolvierte er jetzt seine Führergehilfenausbildung. Am 1. November 1922 wurde er dann in das 6. Infanterie-Regiment versetzt. Im Spätsommer 1924 wurde er für ein halbes Jahr in den Stab des II. (Hans.) Bataillons nach Lübeck versetzt. Am 1. März 1925 wurde er dann zum MG-Offizier vom 6. Infanterie-Regiment ernannt und beim Regimentsstab in Lübeck eingesetzt. Am 1. Februar 1926 wurde er dann für dreieinhalb Jahre zum Chef der 4. (MG.) Kompanie vom 6. Infanterie-Regiment in Schwerin ernannt. Am 1. Oktober 1930 wurde er dann zur Ausbildungs-Esakdron vom 5. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt. Von dieser wurde er zur Absolvierung des Reinhardt-Kurses zum Stab vom Gruppenkommando 1 nach Berlin kommandiert. Ab dem 1. Oktober 1931 wurde er für drei Jahre als Ausbilder an der Infanterieschule in Dresden eingesetzt. Dort wurde er am 1. Juli 1933 zum Major befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr am 1. Oktober 1934 wurde er zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment Marienburg ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 45 ernannt. Als solcher wurde er am 1. März 1936 zum Oberstleutnant befördert. Am 12. Oktober 1937 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er jetzt zum Kommandeur der Lehrgruppe C an der Kriegsschule in München ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1938 zum Oberst befördert. Mitte Oktober 1938 wurde er dann zur Kriegsschule Wiener-Neustadt kommandiert. Am 10. November 1938 folgte seine Ernennung zum Kommandeur der Lehrgruppe B an der Kriegsschule Wiener-Neustadt. Diese Position behielt er dann bis nach dem Polenfeldzug. Am 1. November 1939 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 49 ernannt. Dieses Regiment führte er dann im Frühjahr 1940 in den Westfeldzug. Dabei wurden ihm bereits nach wenigen Tagen beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 25. Mai 1940 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Bei den Kämpfen im Gebiet von Maubeuge zeichneten sich der Kommandeur eines Infanterie-Regiments Oberst Jordan und der Oberleutnant in einem Pionier-Bataillon Langenstraß durch besondere Tapferkeit aus." Beim Maas-Übergang und dem Kampf um zahlreiche Befestigungen zeichnete er sich im Westfeldzug besonders aus, so dass ihm am 5. Juni 1940 als Oberst das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde. Er führte das Infanterie-Regiment 49 dann zu Beginn des Sommers 1941 im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Am 1. Oktober 1941 wurde Jordan zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er vor Moskau am 13. Dezember 1941 mit der Führung der 7. Infanterie-Division beauftragt. Am 16. Januar 1942 wurde ihm für die Leistung der Division beim Vormarsch auf Moskau das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nur wenige Tage danach wurde er zum Kommandeur der 7. Infanterie-Division ernannt. Am 1. November 1942 zum Generalleutnant befördert, wurde er gleichzeitig zum Führer vom Generalkommando VI. Armeekorps ernannt. Am 1. Januar 1943 wurde er zum General der Infanterie befördert. Damit wurde er jetzt auch zum Kommandierenden General des VI. Armeekorps ernannt. Er führte das Armeekorps während der schweren Abwehrkämpfe bei Rshew und bei Witebsk. Am 23. Dezember 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 11. Februar 1944 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Im mittleren Frontabschnitt hat sich die unter dem Befehl des Generals der Infanterie Jordan kämpfende niedersächsische 131. Infanteriedivision unter Generalleutnant Hitter besonders ausgezeichnet." Für die Abwehrerfolge des Korps wurden ihm am 20. April 1944 die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen. Am 20. Mai 1944 erfolgte seine Ernennung zum Führer der 9. Armee, welche im Sommer 1944 bei Bobruisk vernichtet wurde. General Jordan wurde von Hitler zum Sündenbock für den russischen Erfolg gemacht und am 26. Juni 1944 von seinem Posten enthoben. Erst im März 1945 erhielt er wieder ein Kommando, er wurde dafür in den Stab der Heeresgruppe C nach Italien versetzt. Im April 1945 wurde er noch Oberbefehlshaber des Armee-Oberkommandos Tirol. Mit der Kapitulation im Mai 1945 geriet er dann in Gefangenschaft. Aus dieser wurde er 1947 wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (5. Juni 1940) Eichenlaub (16. Januar 1942) Schwerter (20. April 1944)