von Westrem zum Gutacker, Reinhard

 

* 29. April 1879, Haus Hülgrath / Rheinland

† 17. August 1956, (Wiesbaden)

 

Reinhard von Westrem zum Gutacker trat am 8. Dezember 1895 als Fahnenjunker in das Königlich Preußische Heer ein. Er kam dabei zum Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 20. Juli 1897 im 2. Rheinisches Husaren-Regiment Nr. 9 zum Sekondeleutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er dann als Eskadronoffizier im 2. Rheinisches Husaren-Regiment Nr. 9 eingesetzt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er dann am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Am 20. Juli 1912 wurde er dann im Thüringisches Husaren-Regiment Nr. 12 zum Rittmeister befördert. Als solcher wurde er kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 als Adjutant der 8. Kavallerie-Brigade eingesetzt. Auch bei Beginn des Krieges blieb er zumindest bis Ende 1914 weiter in dieser Funktion eingesetzt. Am 15. Juli 1918 wurde er dann zum Major befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch sehr viele andere Orden verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Major mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 als Adjutant im Stab der 1. Kavallerie-Division in Frankfurt an der Oder eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er weiter bei dem Stab als Adjutant verwendet. Zumindest bis Ende 1921 wurde er weiter als Adjutant der 1. Kavallerie-Division eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann beim Regimentsstab vom 1. (Preuß.) Reiter-Regiment in Tilsit verwendet. Dort erhielt er seine Einweisung als Regimentskommandeur. Dabei wurde er 1924/25 zum Oberstleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. März 1923 festgelegt. Als solcher wurde er dann ebenfalls 1924/25 als Nachfolger von Oberst Hans von Viereck zum Kommandeur vom 4. (Preuß) Reiter-Regiment in Potsdam ernannt. Diese Funktion übte er dann die nächsten Jahre aus. Dabei wurde er am 1. Februar 1928 zum Oberst befördert. Ende 1928 gab er sein Kommando über das Regiment an Oberstleutnant Günther von Pogrell ab. Am 1. Januar 1929 wurde er dann als Nachfolger von Oberst Georg Zimmermann zum Kommandant vom Truppenübungsplatz Altengrabow ernannt. Am 30. September 1930 gab er sein Kommando an Oberst Wilhelm Drogand ab. Er wurde dann diesem Tag auch aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Generalmajor verliehen.

Nach seinem Ausscheiden engagierte er sich in der SA. Mitte Februar 1933 wurde er dann zum Polizeipräsident von Frankfurt am Main ernannt. Nach einigen Differenzen musste er Ende September 1933 seinen Posten räumen und verlor dabei seine SA-Dienstgrade. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg trat er im Sommer 1939 wieder zur Verfügung des Heeres. Er wurde dann zum Kommandant vom Kriegsgefangenenlager für Offiziere XIII A (Oflag XIII A) in Nürnberg-Langwasser ernannt. Dieses teilte sich in die Unterlager A und B. Am 1. Dezember 1940 wurde er dann zum Kommandeur der Kriegsgefangenen XII in Wiesbaden ernannt. Als solcher wurde er zum 1. Dezember 1940 zum Generalmajor z.V. befördert. Im August 1941 erreichten die ersten sowjetischen Gefangenen seine Kriegsgefangenenlager. Erschreckt über den Zustand der Gefangenen wandte er sich mit Nachdruck an das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und bat um die Erhöhung der Verpflegungssätze. Als Antwort erhielt er laut eigener Aussage: "Gebt ihnen als Zukost Rübenblätter, Zuckerrübenblätter die sind sehr nahrhaft." Die Sterblichkeit in seinem Bereich lag im Winter 1941/42 bei 15 bis 20%. Zum 1. April 1942 wurde er zum Generalleutnant z.V. befördert. Am 30. April 1943 gab er sein Kommando als Kommandeur der Kriegsgefangenen XII ab. Seine Mobilmachungsverwendung wurde gleichzeitig aufgehoben.