Ullersperger, Wilhelm

 

* 6. August 1894, Regensburg

† 1978, (Siegburg)

 

Wilhelm Ullersperger trat bei Beginn des 1. Weltkrieges am 2. August 1914 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Der Sohn eines Garnisons-Verwaltungsdirektors kam dabei zum 1. Königlich Bayerisches Pionier-Bataillon. Bei diesem wurde er am 14. Juni 1915 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 15. November 1913 datiert. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur vielfach verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Gold widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann nach einer gewissen Zeit beim Freikorps Landsberg als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann zum Reichswehr-Pionier-Bataillon 21. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon übernommen. Bei diesem wurde er dann als Kompanieoffizier eingesetzt. Am 15. Juni 1921 hat er Maria Johanna Schwaiger geheiratet. Zum 1. September 1923 wurde er dann zum Oberleutnant befördert. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er als solcher und Kompanieoffizier bei der 2. Kompanie vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon in München eingesetzt. Spätestens Anfang 1926 wurde er dann zum Adjutant vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon ebenfalls in München ernannt. Diese Funktion übte er dann die nächsten Jahre aus. Am 1. April 1928 wurde er dann zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann zum Chef der Brückenkolonne vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon in München ernannt. Auch diese Position übte er dann wieder einige Jahre aus. Bei der Umgliederung des Bataillons wurde er dann 1930/31 zum Chef der neuen 3. Kompanie vom 7. (Bayer.) Pionier-Bataillon ebenfalls in München ernannt. Am 1. Oktober 1931 wurde er dann zur Kommandantur der Festung Küstrin versetzt. Im Frühjahr 1934 wurde er dann zum Kommandeur der Festungs-Baugruppe Küstrin ernannt. Dort wurde er dann auch während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht eingesetzt. Am 1. Februar 1935 wurde er dann zum Major befördert. Damit wurde er gleichzeitig zum Kommandeur der Festungsbaugruppe Aschaffenburg ernannt. Am 1. Oktober 1936 wurde er dann für die nächsten Jahre zum Kommandeur vom Pionier-Bataillon 7 in Rosenheim ernannt. Als solcher wurde er dann zum 1. Oktober 1937 zum Oberstleutnant befördert. Im Frühjahr 1938 beteiligte sich das Bataillon beim Einmarsch nach Österreich. Im Herbst 1938 war dann die Besetzung des Sudetenlandes nach dem Münchener Abkommen das herausragende Ereignis für ihn und sein Bataillon. Auch bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 blieb er weiter Kommandeur vom Pionier-Bataillon 7. Dieses führte er dann bei Beginn des Krieges im Rahmen der 7. Infanterie-Division in den Polenfeldzug. Im Frühjahr 1940 gab er sein Kommando über das Bataillon ab. Er wurde dafür dann noch im Frühjahr 1940 zum Kommandeur vom Pionier-Regimentsstab z.b.V. 667 ernannt. Diesen Stab führte er dann noch im Frühjahr 1940 in das Unternehmen Weserübung. Danach wurde er dann zum 1. Oktober 1940 zum Oberst befördert. Er trug jetzt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Spätestens ab dem Jahresbeginn 1941 wurde er dann mit seinem Stab unter dem Generalkommando XXVI. Armeekorps in Ostpreußen eingesetzt. Zum Sommerbeginn 1941 wurde er dann im Ostfeldzug weiter unter dem XXVI. Armeekorps beim Angriff auf Nordrussland eingesetzt. Bereits am 9. Juli 1941 wurde ihm dann die Anerkennungsurkunde des Oberbefehlshabers des Heeres verliehen. Am 17. November 1941 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Anfang Dezember 1941 lag er mit seinem Stab in Riga und war gleichzeitig Kommandant der Stadt. Zu dieser Zeit fanden in der Stadt größere Erschießungen von Juden statt. Nach seiner Aussage vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal hat er von diesen nicht mit bekommen. Am 1. Juni 1942 wurde er dann zum Höherer Pionieroffizier 3 in München ernannt. Damit war er dann mit den Befugnissen eines Brigade-Kommandeurs für die Wehrkreise V, VII, XVII, XVIII zuständig für Pionier-Ersatz-Einheiten, ohne Brückenbau und Stromsicherung, ausgestattet. Am 23. März 1943 wurde er dann für etwa zwei Monate zum Armeepionierführer (A.Pi.Fü.) der 4. Armee ernannt. Ende Mai 1943 wurde er dann in die Führerreserve versetzt. Am 16. Juni 1943 wurde er dann zum Armeepionierführer der 1. Panzerarmee ernannt. Am 25. Oktober 1943 wurde er abgelöst. Danach wurde er dann erneut in die Führerreserve versetzt. Am 25. Januar 1944 wurde er dann zum Festungs-Pionier-Kommandeur I ernannt. Als solcher wurde er dann im Westen eingesetzt. Am 23. November 1944 geriet er dann an der Westfront in westalliierte Gefangenschaft.