von Stülpnagel, Edwin Ottomar

 

* 24. November 1876, Berlin

† 6. März 1933, Berlin

 

Edwin von Stülpnagel trat am 10. Juni 1893 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Der Offizierssohn kam dabei zum 2. Garde-Regiment zu Fuß. Am 18. Oktober 1894 wurde er in diesem Regiment nach dem Besuch der Kriegsschule Glogau zum Leutnant befördert. Er war der ältere Bruder vom späteren General der Infanterie Otto von Stülpnagel. Zur Jahrhundertwende wurde er als Bataillonsadjutant eingesetzt. Am 1. Oktober 1902 wurde er dann für fast drei Jahre zur Kriegsakademie kommandiert. Im Sommer 1905 kehrte er dann zum 2. Garde-Regiment zu Fuß zurück. Im Herbst 1906 wurde er dann in den Großen Generalstab kommandiert. Dort wurde er am 18. Oktober 1907 zum Hauptmann befördert. Anfang 1909 wurde er als Hauptmann in den Generalstab des III. Armeekorps versetzt. Am 1. Oktober 1911 wurde er zum Kompaniechef im 4. Pommersches Infanterie-Regiment "von Borcke" Nr. 21 ernannt. Am 1. Oktober 1913 wurde er in den Generalstab der 16. Infanterie-Division versetzt. Dort wurde er am 22. April 1914 zum Major befördert. Auch bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war er noch im Generalstab der 16. Infanterie-Division im Einsatz. Im 1. Weltkrieg wurden ihm beide Eiserne Kreuze und weitere Auszeichnungen verliehen. Am 4. August 1918 wurde ihm als Chef des Generalstabes des VI. Reservekorps der Pour le mérite verliehen. Nach dem Krieg führte er verschiedene Freiwilligenverbände. Noch 1919 wurde er als Major in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er zuerst als Kommandeur des II. Bataillons vom Reichswehr-Infanterie-Regiment 17 eingesetzt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er als solcher verwendet. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er dann zum 6. Infanterie-Regiment. Am 30. November 1920 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1921 wurde er in den Stab des 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Kolberg versetzt  Dort erhielt er dann seine Einweisung als Regimentskommandeur. Am 1. Januar 1922 wurde er dabei zum Oberst befördert. Am 1. April 1922 wurde er dann als Nachfolger von Generalmajor Gottfried Edelbüttel zum Kommandeur vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Kolberg ernannt. Am 31. Mai 1926 gab er sein Kommando ab Oberst Fedor von Bock ab. Er wurde dafür am 1. Juni 1926 als Nachfolger von Generalleutnant Erich Wöllwarth zum Infanterieführer V in Stuttgart ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1926 zum Generalmajor befördert. Anfang 1928 heiratete er seine 16 Jahre jüngere Frau. Am 31. Oktober 1928 gab er sein Kommando als Infanterieführer V in Stuttgart an Oberst Emil Fleck ab. Am 1. November 1928 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant erneut als Nachfolger von Generalleutnant Erich Wöllwarth zum Kommandeur der 4. Division der Reichswehr in Dresden ernannt. Dadurch wurde er gleichzeitig auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis IV. Am 31. Oktober 1931 gab er sein Kommando an Generalleutnant Curt Freiherr von Gienanth ab. Am gleichen Tag wurde er auch aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Bereits vorher wurden ihm die Charakter eines General der Infanterie verliehen. Im Juli 1932 wurde er auf Veranlassung General von Schleicher mit der Bildung eines Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung ernannt. Im September 1932 wurde er vom Reichspräsidenten zum Präsidenten des Reichskuratorium für Jugendertüchtigung ernannt. Am 6. März 1933 ist er verstorben. Seine Nachfolge trat der Stahlhelmführer von Neufville an.