Seebohm, Hans
| * 21. November 1871, Dillingen † 25. Dezember 1945, Bad Pyrmont |
Hans Seebohm war ein Sohn des Kommerzienrat und Unternehmers Johann 'Hans' Heinrich Friedrich Rudolph Seebohm und dessen Ehefrau Auguste Wilhelmine Charlotte, geborene Francke. Er trat am 14. April 1890 als Kadett in die Kaiserliche Marine ein. Nach der Grundausbildung und der Bordausbildung auf dem Schulschiff SMS "Niobe" besuchte er ab dem 26.September 1890 bis zum 20. April 1891 die Marineschule. Dabei wurde er am 7. April 1891 (J) zum Seekadett ernannt. Als solcher wurde er am 21. April 1891 an Bord vom Panzerschiff "Deutschland" versetzt. Am 8. August 1892 wurde er an Bord vom Panzerschiff "Württemberg" versetzt. Es folgte am 1. April 1893 seine Versetzung an Bord vom Panzerschiff "Baden". Dort wurde er am 22. Mai 1893 (H) zum Unterleutnant zur See befördert. Ab dem 25. September 1893 besuchte er wieder die Marineschule. Danach wurde er am 1. Oktober 1894 auf das Panzerschiff "Sachsen" versetzt. Bereits nach einem Monat wurde er als Wachoffizier auf das Panzerschiff "Kurfürst Friedrich Wilhelm" versetzt. Am 27. März 1895 wurde er als Wachoffizier auf das Panzerschiff "Hildebrand" versetzt. Bereits am 1. August 1895 wurde er als Wachoffizier auf das Panzerschiff "Frithjof" versetzt. Am 29. September 1895 wurde er zur Disposition des Inspekteurs zur II. Marineinspektion nach Wilhelmshaven versetzt. Dieser teilte ihn anscheinend bei der II. Werft-Division als Kompanieoffizier ein. Am 13. April 1896 (C) wurde er zum Leutnant zur See befördert. Als solcher wurde er am 1. Mai 1896 als Wachoffizier auf den Kreuzer "Kaiserin Augusta" versetzt. Er reiste am 8. November 1897 mit der Bahn in die Heimat, die er am 11. November 1897 erreichte. Danach wurde er ab dem 12. November 1897 wieder als Kompanieoffizier und später als Adjutant in die II. Matrosenartillerie-Abteilung in Wilhelmshaven eingesetzt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Oberleutnant zur See ernannt. Am 1. Oktober 1899 wurde er für zwei Jahre als Kompanieoffizier zur II. Torpedo-Abteilung versetzt. Während dieser Zeit wurde er vom 18. April 1900 bis zum 27. September 1900 als Kommandant vom Torpedoboot "S 45", vom 28. September 1900 bis zum 7. Dezember 1900 als I. Offizier auf dem Torpedo-Divisions-Boot "D 5" und vom 16. April 1901 bis zum 27. August 1901 als Kommandant vom Torpedoboot "S 95" verwendet. Sein Vater starb als Generaldirektor der Burbacher Eisenhütte am 5. Januar 1901 nur wenige Tage vor seinem 67. Geburtstag in Malstatt-Burbach. Am 1. Oktober 1901 wurde er als Wachoffizier auf das Linienschiff "Württemberg" versetzt. Am 15. März 1902 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Kapitänleutnant, vorbehaltlich eines Patents, als I. Offizier auf das Kanonenboot "Panther" versetzt. Sein Patent vom 15. März 1902 (D) hat er am 15. April 1902 erhalten. An Bord war er vom 24. Juni 1903 bis zum 17. Juli 1903 auch stellvertretender Kommandant. Mitte November 1903 wurde er abgelöst und reiste von Lateinamerika wurde in die Heimat, wo er den I. Kurs an der Marineakademie absolviert hat. Nach dem Abschluß des I. Cötus trat er am 1. Juli 1904 bis zum Herbst 1904 gemeinsam mit den Kapitänleutnants Theodor Püllen und Thilo von Throtha zur Verfügung der II. Marineinspektion in Wilhelmshaven. Ab dem 1. Oktober 1904 besuchte er den II. Kurs an der Marineakademie. Am 1. Juli 1905 wurde er zur Verfügung der Inspektion des Bildungswesens gestellt. Am 19. Juli 1905 reiste er für einen Sprachenurlaub gemeinsam mit Kapitänleutnant Theodor Püllen mit dem Dampfschiff "Silvia" der Hamburg-Amerika Linie (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft) von Hamburg nach London. Später wurde er zum Stab der II. Torpedoabteilung kommandiert, wo er bald darauf Kompanieführer wurde. Während dieser Zeit wurde er vom 26. November 1905 bis zum 15. Dezember 1905 und vom 5. Juni 1906 bis zum 15. September 1906 als Chef der 4. Torpedoboot-Division verwendet. Am 1. Oktober 1906 wurde er als Kompanieführer der 1. Kompanie zur I. Abteilung der II. Torpedo-Division versetzt, wo er auch Kommandant der II. Reserve-Halbflottile und vom Torpedoboot "S 131" war. Während dieser Zeit wurde er vom 19. November 1906 bis zum 16. Dezember 1906, vom 3. April 1907 bis zum 9. Juni 1907 und vom 20. August 1907 bis zum 9. September 1907 als Chef der 2. Torpedoboot-Halbflottille verwendet. Am 1. Oktober 1907 wurde er zum Kommandant der I. Abteilung der II. Torpedo-Division ernannt. Als solcher wurde er am 7. Dezember 1907 zum Korvettenkapitän befördert. In der Zeit als Abteilungskommandant war er vom 25. August 1908 bis zum 14. September 1908 auch Chef der Torpedoboot-Reserve-Flottille und der 2. Torpedoboot-Halbflottille. Am 1. Oktober 1908 wurde er in die Zentralabteilung (M) vom Reichsmarineamt (R.M.A.) versetzt. Dort verbleib er fast genau drei Jahre. Dabei war er vom 1. April 1910 bis zum 14. September 1910 sogar als Nachfolger von Konteradmiral Gustav Bachmann stellvertretender Leiter der Zentralabteilung. Am 16. September 1911 verließ er die Heimat in Richtung Newport News in den USA. Dort übernahm er am 4. Oktober 1911 als Kommandant den Kleinen Kreuzer "Bremen". Vom 15. April 1912 bis zum 8. Mai 1912 war er krank. Genau zu dieser Zeit wurde er am 25. April 1912 (B) zum Fregattenkapitän befördert. Am 28. März 1914 wurde er zur Verfügung vom Chef der Marinestation der Nordsee gestellt. Dort verblieb er bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges. Dabei wurde er am 14. Juli 1914 (B) zum Kapitän zur See befördert. Am 2. August 1914 wurde er zum Kommandant vom Kleinen Kreuzer "Ariadne" ernannt und gleichzeitig Chef der Hafen-Flottille von Jade und Weser. Am 28. August 1914 wurde sein Schiff vor Helgoland versenkt. Am 2. September 1914 wurde er zum Chef der Operationsabteilung der Hochseestreitkräfte ernannt. Seine Mutter starb am 4. September 1914 in Saarbrücken. Am 31. Januar 1916 wurde er Chef der Zentralabteilung im Reichsmarineamt beim Großen Hauptquartier. Diese Position behielt er bis zum Ende des 1. Weltkrieges. Am 27. November 1918 wurde er zur Verfügung des Staatssekretärs vom Reichsmarineamt gestellt. Am 13. Februar 1919 wurde er zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee gestellt. Am 11. März 1919 wurde er als Nachfolger von Konteradmiral Hans Küsel Chef des Stabes der Marinestation der Ostsee ernannt. Diese Position behielt er bis zur Vertretung durch Kapitän zur See Max Reymann Ende September 1919. Am 24. November 1919 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet und Kapitän zur See Max Reymann wurde auch sein offizieller Nachfolger als Chef des Stabes der Marinestation der Ostsee.
Am 26. Januar 1920 wurde ihm der Charakter als Konteradmiral verliehen. Im gleichen Jahr wurde er geschäftsführender Vorsitzender des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Diese Funktion behielt er bis zum Jahr 1933. Er wohnte mindetsens von 1920 bis 1931 in der 2. Etage der Landgrafenstraße 7 in Berlin W62, wo er die Telefonnummer Lzw. 9828 hatte, die sich erst zur B2 Lützow 2828 und 1928 zur B5 Barbarossa 2828 änderte. Während des Zweiten Weltkriegs war er Herausgeber des Kriegsmarine-Kalenders des Oberkommandos der Kriegsmarine (OKM). Am 1. September 1941 wurde er zur Verfügung des Oberbefehlshaber des Heeres gestellt. Anscheinend wurde ihm ein Patent als Konteradmiral z.V. verliehen. Bei seiner Verabschiedung wurde er am 9. März 1943 mit Wirkung vom 31. März 1943 als Konteradmiral z.V. verabschiedet.
Au der Ehe seiner Eltern sind noch einige Geschwister bekannt:
Seine ältere Schwester war die am 19. März 1870 in Dillingen geborene
Klara Ida Adolphine Seebohm. Diese heiratete am
20. Juli 1894 den achteinhalb Jahre älteren Premierleutnant im
Infanterie-Regiment Nr. 70 Karl Heinrich Friedrich
Otto von Düring, Sohn des praktischen Arztes Dr. med. Adolf Nicolaus von
Düring, in Malstatt-Burbach. Trauzeuge war der achtunddreißig Jahre alte
Hauptmann des gleichen Regiments Berthold Seebohm, ein Onkel. Aus der Ehe entsprang am 21.
November 1896 in Malstatt-Burbach die Tochter Karla
Auguste Fanny Erna von Düring. Am 18. Januar 1902 wurde in der elterlichen
Wohnung in der Auguststraße 37 in Oldenburg mit Wilma Auguste Johanna Helene
Emmy von Düring eine weitere Tochter geboren. Der Ehemann war inzwischen
Hauptmann und Kompaniechef im Infanterie-Regiment Nr. 91. Vor dem 1. Weltkrieg
war der Ehemann seit dem 4. Juli 1913 Kommandeur vom 3. Thüringisches
Infanterie-Regiment Nr. 71 in Erfurt. Dieses Kommando gab er Ende November 1914
ab. Der Ehemann wurde am 26. Mai 1915 zum Kommandeur der 4.
Garde-Infanterie-Brigade ernannt und als solcher am 21. Juli 1915 bei
Siennica-Nadolna verwundet. An den Wunden ist er am 23. August 1915 in
Krasnostaw gestorben. Seine Schwester starb erst am 9. November 1946 in ihrer
Wohnung in der Leonorenstraße 26 in Berlin-Lankwitz. Als Todesursache wurden
Schlaganfall, Herzmuskelschwäche und Arterienverkalkung angegeben. Die Tochter
Wilma von Düring starb als Tierärztin bereits am 19. März 1960.
Seine
jüngere Schwester war die am 20. Mai 1874 in Geislautern geborene Emmy Dorothea
Sophie Luise Seebohm. Diese heiratete am 8. November 1895 den achteinhalb Jahre
älteren Premierleutnant und Regimentsadjutant im Infanterie-Regiment Nr. 70
Ulrich Back, Sohn des Bürgermeisters, Rechtsanwalts und Notar Johannes Back, in
Malstatt-Burbach. Der Ehemann brachte es bis zum Generalmajor. Aus der Ehe
enstprang am 26. August 1896 der älteste Sohn
Hans-Ulrich Back. Ein weiterer Sohn war der am 7. Oktober 1897 in Köln
geborene Rudolf Back. Seine Schwester starb im Alter von 40 Jahren am 25. April
1915 im Sanatorium Grunewald in der Hagenstraße 39a Berlin-Grunewald.
Sein
jüngerer Bruder war der am 29. Mai 1878 in Geislautern geborene
Wilhelm Heinrich Bernhard Seebohm. Dieser wurde
Diplom-Ingenieur. Er starb als Landwirt am 24. Dezember 1954 um 2:30 Uhr Am
großen Wannsee 34/36 in Berlin-Wannsee. Als Todesursache wurden Bluthochdruck,
Herzmuskelschwäche, Diabetes mellitus, Magenblutung und Schlaganfall angegeben.
Eigentlich wohnte er Am Schlachtensee 124 in Berlin-Nikolassee.
Ein weiterer
jüngerer Bruder war der 1881 geborene Karl Seebohm.
Literatur und Quellen:
Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band
2: P–Z (Packroß bis Zuckschwerdt). Biblio Verlag, Osnabrück 1990