Freiherr von Saß, Eduard Heinrich Hartwig Reinhard
| * 11. September 1900, Charlottenburg (Berlin) † 1. Februar 1946, Welikije Luki (hingerichtet) |
Eduard Freiherr von Saß war ein Sohn vom Kaiserlich russiche Hofrat und Schriftsteller Georg Friedrich Freiherr von Saß und dessen dänischer Ehefrau Marie, geborene Roes. Er nahm noch als Kriegsfreiwilliger am 1. Weltkrieg teil. Dabei wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Er entschied sich nach dem Krieg für die Offizierslaufbahn. Er wurde am 1. Dezember 1926 (80) zum Leutnant befördert. Er wurde danach als Kompanieoffizier in der 1. Kompanie vom 5. (Preußisches) Infanterie-Regiment in Stettin eingesetzt. Er heiratete am 17. Oktober 1928 die über neun Jahre jüngere Elisabeth Luise Martha Manuele Sachse, Tochter vom Generaloberarzt i.R. Dr.Hermann Sachse, in Stettin. Sein Trauzeuge war Oberleutnant Otto-Hermann Brücker, Er wohnte damals wie dieser privat in der Linsingenstraße 4-6 in Stettin. Im Winter 1928/29 wurde er in gleicher Funktion in die 12. (MG.) Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Rostock versetzt. Bei dieser wurde er am 1. Juli 1929 (7) zum Oberleutnant befördert. Im Jahr 1930 wurde ihm ein Sohn geboren. Sein Vater starb am 14. Juni 1931 im Alter von 77 Jahren in Greifenhagen in Pommern. 1932/33 wurde er in das 16. Infanterie-Regiment versetzt. Dort wurde er anfangs als Kompanieoffizier bei der 11. Kompanie in Oldenburg eingesetzt. Im Frühjahr 1934 gehörte er zur 9. Kompanie vom 16. Infanterie-Regiment ebenfalls in Oldenburg. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum neuen Infanterie-Regiment Osnabrück versetzt. Am 1. Januar 1935 (25) wurde er zum Hauptmann befördert. Seine erste Ehe wurde durch das am 4. Juli 1935 rechtsgültig gewordene Urteil vom Landgericht Osnabrück geschieden. Bei der Enttarnung der Einheiten kam er am 15. Oktober 1935 als Chef der 14. (PzAbw) Kompanie zum Infanterie-Regiment 58 nach Herford. Er heiratete am 17. Dezember 1935 die etwa vierzehn Jahre jüngere Ursula Seifert in Osnabrück. Am 1. März 1940 (84) wurde er zum Major befördert. Ab dem 29. März 1941 wurde er als Taktiklehrer bei der Heeresfliegerstammabteilung in Reichenberg eingesetzt. Zum 1. April 1942 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 26. Juni 1942 wurde er zur Verwendung als Bataillonskommandeur zum Stab der 106. Infaterie-Division kommandiert. Am 29. Oktober 1942 wurde er als Nachfolger von Oberst Fritz-Georg von Rappard zum Komandeur vom Grenadier-Regiment 277 in Welikije Luki ernannt. Als solchem wurde im am 19. Dezember 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er geriet am 16. Januar 1943 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. In der Gefangenschaft wurde er am 10. Mai 1943 mit einem Rangdienstalter vom 1. Januar 1943 (124b) zum Oberst befördert. Nach dem Ende des Krieges wurde er am 31. Januar 1946 von einem sowjetischen Militärtribunal mit mehreren Angehörigen seines Regiments zum Tod durch den Strang verurteilt. Dieses Urteil wurde am nächsten Tag auf dem Leninplatz in Welikije-Luki öffentlich vollstreckt.
Sein ältester Bruder Eduard von Saß wurde 1886 in Riga geboren, starb aber
noch im gleichen Jahr.
Seine älteste Schwester war die am 2. Februar 1887 in
Riga geborene Edith von Saß. Sie starb noch als Baby am 19. Dezember 1887
ebenfalls in Riga.
Seine zweitälteste Schwester war die am 13. Juni 1889 in
Bilderlingshof bei Riga geborene Helene Ellinor von Saß. Diese heiratete am 19.
Oktober 1910 den über zehn Jahre älteren Assistent am Berliner Wetterbüro Hans
Ernst Otto Theodor Hugo Ewald Thomas von
Gellhorn, Sohn des verstorbenen Oberstleutnants z.D. Theodor von Gellhorn, in
Deutsch-Willmersdorf. Dem Paar wurde am 29. Oktober 1920 die Tochter Eva-Maria
von Gellhorn in Berlin geboren. Seine Schwester starb am 25. November 1959 in
Berlin-Schmargendorf.
Ein älterer Bruder war der am 22. Mai 1891 in Berlin
geborene Eduard Lothar Friedrich Georg Freiherr
von Saß. Er heiratete als Oberleutnant a.D. und Student am 23. März 1920 die
Martha Rosa Alice Wagner, Tochter des Sanitätsrats Dr. med. Otto Kurt Schmidt,
die bei der wiederverheirateten Mutter Rosalie Margarete Wagner, geborene Kämpf,
und ihrem 2. Mann dem Regierungsrat Georg Wagner, lebte, in Charlottenburg. Er
wohnte damals privat in der Pfalzburger Straße 53 in Berlin-Wilmersdorf. Seine
Frau starb am 2. März 1921 in Marburg an der Lahn. Am 22. April 1922 heiratete
er die über zwei Jahre jüngere verwitwete Meta Adolfine
Ilse Drewes, geborene Spengemann in Marburg. Er
wohnte inzwischen auch in Marburg an der Lahn. 1937 wohnte er als
Regierungs-Chemiker in der Gutsmuthsstraße 9 in Berlin-Friedenau. Dieser Bruder
ist als Major, Chemiker und Dr. phil. am 26. September 1945 in Werschetz in
Jugoslawien verstorben. Als Todesursache wurde durch Oberstleutnant Knetsch
Körperschwäche angegeben.
Eine weitere ältere Schwester war die am 2. April
1893 in Berlin geborene Sophie Irma Margarete Freiin von Saß. Diese Schwester
starb am 28. April 1925 in Mühldorf am Inn.
Eine weitere ältere Schwester
war die am 23. Dezember 1895 in Berlin geborene Helene Sybille Hildegard Freiin
von Saß. Diese heiratete am 17. Mai 1921 den fast ein halbes Jahr älteren
schwedischen Leutnant Erik Baltzar de Maré aus Falun, in Berlin-Wilmersdorf.
Eine weitere ältere Schwester war die am 13. November 1897 in Charlottenurg
geborene Eva Charlotte Elisabeth Freiin von Saß. Diese heiratete am 15. Dezember
1919 den über zwei Jahre älteren Kaufmann Hans von Wahl, Sohn des Kaiserlich
russischen Staatsrats Edgar von Wahl, in Berlin-Wilmersdorf. Sie starb bereits
am 19. September 1925.
Ritterkreuz (19. Dezember 1942)