Grenadier-Regiment 277
Entstanden am 15. Oktober 1942 durch die Umbenennung des Infanterie-Regiments 277 und der 83. Infanterie-Division unterstellt
und im Raum Welisch und Welikije Luki eingesetzt. Nach dem Beginn der russischen
Offensive gegen die deutsche 9. Armee im Raum Welikije Luki wurde das Regiment
in der Stadt eingeschlossen. Nach der Einschließung bildete das Regiment die
"Kampfgruppe Sass". Diese umfasste:
Grenadier-Regiment 277
Feldausbildungs-Bataillon 83
5. / Grenadier-Regiment 257
III. und 13. / Artillerie-Regiment 183
Teile Divisionsstab und Versorgungstruppen der 83. Infanterie-Division
Teile Trosse Grenadier-Regiment 257
Teile Trosse Grenadier-Regiment 251
Sicherungs-Bataillon 336
Teile Sicherungs-Bataillon 343
II. / Artillerie-Regiment 70
1. / Werfer-Regiment 3
9. / Werfer-Lehr-Regiment 1
Teile 7. / Werfer-Lehr-Regiment 1
1 Mörser-Batterie Artillerie-Regiment 736
3. / Flak-Batterie 286
1. / Flak-Batterie 93
leichte Beobachtungs-Abteilung 17
Teile 2. / Eisenbahn-Pionier-Bataillon 4
1 Zug 4. / Brückenbau-Bataillon 3
1 schwerer Feldkabelbautrupp
1. / Korps-Nachrichten-Abteilung 459
Feld-Eisenbahn-Kommando 17
1 Feldbahnbetriebsamt
1 Feldbahnmaschinenamt
Zum Zeitpunkt der Einschließung hatte die Kampfgruppe eine Stärke rund 6.900
Mann. Nach der Einschließung begann am 13. Dezember 1942 der russische
Großangriff zur Eroberung der Stadt. Der Nordwestteil der Einschließungsfront
wurde bis an den Lowat zurückgedrängt. Die Stadt wurde unterdessen durch
Lastensegler nur unzureichend versorgt. Am 19. Dezember wurde durch Adolf Hitler
persönlich ein Ausbruch der Besatzung von Welikije Luki zur deutschen Front
untersagt. Stattdessen wurde dem Kommandeur des Regiments, Oberstleutnant von
Sass das Ritterkreuz verliehen. Am 30. Dezember ging der Westteil der Stadt
verloren. Dadurch war eine weitere Versorgung der eingeschlossenen Truppen durch
Lastensegler nicht mehr möglich. Durch den Verlust des Westteiles der Stadt
waren die deutschen Verteidiger auf den Ostteil der Stadt und die Zitadelle
zusammen gedrängt. Eine Verbindung zwischen diesen beiden Stellungen bestand
nicht mehr. Bis zum 15. Januar 1943 wurden die eingeschlossenen deutschen
Truppen aufgerieben und vernichtet. Teilen der Besatzung der Zitadelle gelang am
15. Januar noch der Durchbruch zur deutschen HKL. Von den eingeschlossenen rund
6.900 Mann erreichten 190 wieder die eigene Truppe. Das
Grenadier-Regiment wurde am 30. Januar 1943 offiziell aufgelöst. Reste bildeten das Grenadier-Bataillon 277 des Grenadier-Regiments 257.
Das Regiment wurde im Januar 1945 in Westpreußen neu aufgestellt und erneut der 83. Infanterie-Division unterstellt. Mit dieser kämpfte das Regiment in Westpreußen und bei Kriegsende in Hela.
Kommandeure:
Oberstleutnant Eduard Freiherr von Sass - Januar 1943