Roth, Hans Fritz Reinhold

 

* 26. Juli 1884, Straßburg im Elsaß

† 13. November 1961, Darmstadt

 

 

Hans Roth war der Sohn des Wirklichen Geheimen Oberregierungsrates Reinhard Roth und dessen Frau Amalie, geborene Theobald. Am 25. Juni 1903 trat er als Fahnenjunker in das 3. Unter-Elsässisches Infanterie-Regiment Nr. 138 in seiner Heimatstadt Straßburg ein. Hier wurde er am 27. Januar 1904 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 15. November 1904 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 19. Oktober 1903 datiert. 1906 verlegte er mit dem Regiment an den neuen Standort Duß. Ab dem 1. Oktober 1907 wurde er dort als Bataillonsadjutant und Gerichtsoffizier eingesetzt. Zwischen dem 1. Juni 1912 und dem 31. Juli 1912 absolvierte er eine Ausbildung als Flugzeugbeobachter. Am 18. Dezember 1912 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1914 zum Regimentsadjutant vom 3. Unter-Elsässisches Infanterie-Regiment Nr. 138 ernannt. Als solcher war er auch noch bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg Anfang August 1914 im Einsatz. Am 28. November 1914 folgte die Beförderung zum Hauptmann. Am 16. März 1915 wurde er zum Führer des Rekrutendepots ernannt. Ab dem 14. Mai 1915 war er dann Kommandeur des I. Bataillons vom württembergischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 248. Im Jahr 1917 wurde er in das Kriegsministerium versetzt. Dort blieb er dann bis zum Ende des 1. Weltkrieges eingesetzt. Vom 9. Juli 1917 bis zum 15. Juli 1917 besuchte er einen Lehrgang an der Nachrichtenschule. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des königlich preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Am 1. Oktober 1919 wurde er dann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei kam er zuerst zum Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin. Am  7. April 1920 wurde er als Kompanieführer in das Reichswehr-Schützen-Regiment 22 der Reichswehr-Brigade 11 versetzt. Bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er noch immer zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 22. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr kam er dann am 1. Oktober 1920 wieder zum RWM nach Berlin. Am 9. Dezember 1920 hat er Hildegard Lang, die Tochter eines Ingenieurs geheiratet. Im Jahr 1921 wurde er dann zum Regimentsstab vom 4. (Preußisches) Infanterie-Regiment nach Kolberg versetzt. Am 26. September 1921 wurde sein Sohn Otto Roth geboren. Angeblich wurde er dann Anfang der 20iger Jahre auch als Kompanie-Chef im 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment verwendet. Im Frühjahr 1923 gehörte er zum Stab des I. Bataillons vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Stargard in Pommern. Ab dem 1. April 1924 wurde er als Adjutant zur Infanterieschule nach Ohrdruf versetzt, welche wegen des Hitler-Ludendorff-Putsches von 1923 vorläufig dorthin verlegt worden war. Am 1. Oktober 1926 wurde er in dieser Funktion auch zum Major befördert. Als solcher wurde Roth als Nachfolger von Oberstleutnant Gustav von Detten am 1. Februar 1929 zum Kommandeur des II. (Thüringisches) Bataillon vom 15. Infanterie-Regiment in Eisenach ernannt. Am 1. Februar 1931 folgte die Beförderung zum Oberstleutnant. Am 31. März 1932 gab er sein Kommando über das Bataillon an Oberstleutnant Walter Behschnitt ab. Ab dem 1. April 1932 war er als Nachfolger von Oberst Wilhelm Drogand Kommandant vom Truppenübungsplatzes Altengrabow. Dort wurde er am 1. Juli 1933 zum Oberst befördert. Seine Funktion als Kommandant des Truppenübungsplatzes Altengrabow behielt er auch während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht. Am 31. März 1936 gab er sein Kommando über den Truppenübungsplatz an Oberstleutnant Peter Bielfeld ab. Am 1. April 1936 trat er dafür in das Ergänzungsoffizierkorps über. Bei diesem wurde er dann ab diesem 1. April 1936 als Ausbildungsleiter Goldap eingesetzt. Ab dem 6. Oktober 1936 wurde er dann als Landwehrkommandeur Elbing eingesetzt. Am 1. April 1938 wurde er zum Ausbildungsleiter Gleiwitz ernannt. Ab dem 1. Juli 1938 wurde er als Ausbildungsleiter Zweibrücken verwendet. Diese Position behielt er auch nach Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939. Am 3. November 1939 wurde er dann zum Stab der Division Fischer versetzt, die gerade nach Gnesen verlegt wurde. Durch die folgenden Umbenennungen gehörte er dann ab dem 7. November 1939 zum Stab der 172. Division, bevor er ab dem 23. Dezember 1939 zum Stab der Division Nr. 172 gehörte. Am 30. Januar 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Ersatz-Regiment 33 in Darmstadt ernannt. Durch die Umbenennung seines Regiments wurde er am 5. Dezember 1940 zum Kommandeur vom Infanterie-Ersatz-Regiment 112, ebenfalls in Darmstadt, ernannt. Am 8. Oktober 1941 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 697 ernannt. Ab dem 25. Juli 1942 führte er einige Tage stellvertretend die 342. Infanterie-Division. Am 1. August 1942 wurde er dabei zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er für den Kampfraum nördlich des grossen Waldkomplexes im Vorfeld von Rshew als Kampfgruppenkommandeur und Ablösung der 78. Infanterie-Division verantwortlich gemacht. Dabei wurde ihm auch die Regimentsgruppe 215 von dieser Division unterstellt. Eigentlich wurde er schon am 31. Juli 1942 in die Führerreserve OKH versetzt und dabei dem Wehrkreis XII zugeteilt, anscheinend wurde das dann aber erst Mitte August 1942 wirksam. Am 8. August 1942 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Hans Zorn, KG vom XXXXVI. Panzerkorps: "Zu kurze Unterstellung. Hat in den ersten Tagen des Großangriffs die Division mit Umsicht und Tatkraft geschickt und wendig geführt. Empfehlung: Ersatzheer, Feldkommandantur." Am 25. August 1942 erhielt er dann folgende abschließende Beurteilung von General der Infanterie Hans Zorn, KG vom XXXXVI. Panzerkorps: "Meine Beurteilung vom 8. August 1942, nach der er die Division in den ersten Tagen des Großangriffs mit Umsicht und Tatkraft geschickt und wendig geführt hat, muss ich dahin ergänzen, dass ich später den Eindruck gewonnen habe, dass er offenbar stärkeren und längeren Nervenbeanspruchungen und schwierigen Lagen nicht immer gewachsen ist. Er erscheint deshalb körperlich nicht mehr in der Lage, eine Frontdivision in jeder Lage zu führen." Ende August 1942 trug er dann beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Am 4. September 1943 ergänzte dazu Generaloberst Walter Model, "Einverstanden." Am 10. Dezember 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Kommandeur der 342. Infanterie-Division: "Führte eine selbständige Kampfgruppe. Hat die ihm gestellten Aufgaben mit rücksichtlosem Einsatz seiner Person, mit persönlicher Tapferkeit und hartem Durchgreifen gemeistert." Am 1. Februar 1943 wurde er zum Kommandant von Köln ernannt. Am 15. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Gerhard Glokke, KG vom Stellv.Generalkommando VI. Armeekorps: "Noch zu wenig bekannt." Die Privatanschrift von Generalmajor Roth war das Amtsgericht in Oppenheim am Rhein. Am 1. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Gerhard Glokke, KG vom Stellv.Generalkommando VI. Armeekorps: "Gerader, energischer Offizier. Vor dem Feinde bewährt. Besonders rühriger, umsichtiger Kommandant, der sich insbesondere bei den mehrfachen schweren Luftangriffen auf Köln, unter persönlichem Einsatz voll bewährte und allgemeiner Beliebtheit erfreut. Gewandt in der Zusammenarbeit mit Partei und Behörden. Fürsorglich. Guter Organisator. Geistig gut veranlagt. Körperlich voll leistungsfähig. Bewertung: Als Kommandant über Durchschnitt. Empfehlung: Wehrersatzinspektion. Belassung." Am 19. Mai 1944 ergänzte dazu Generaloberst Friedrich Fromm, Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres: "Einverstanden." Ab dem 15. Februar 1945 wurde er gleichzeitig auch noch als Gauoffizier des Gau Köln-Aachen verwendet. Bei Kriegsende geriet er in westalliierte Gefangenschaft, aus der er am 2. Oktober 1947 entlassen wurde.

 

Literatur und Quellen:
BArch, MSG 109/10853: Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938

Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
NARA Akte T-78 R-892
Ludwig Merker: Das Buch der 78. Sturmdivision, Laupp-Verlag, Tübingen, 1955