Freiherr Raitz von Frentz, Maximilian-Nikolaus Emmerich Hubert

 

* 6. Dezember 1881, Düsseldorf

† 28. November 1963, Düsseldorf

 

 

Maximilian Freiherr Raitz von Frentzen war der Sohn von Maximilian Franz Hubert Freiherr Raitz von Frentz und dessen Ehefrau Sophie, geborene Druckenmüller. Am 22. April 1899 trat er als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 2. Westfälische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 22 in Münster. Am 16. Oktober 1899 wurde er zum Fähnrich befördert. Am 18. August 1900 wurde er zum Leutnant befördert und in das Bergische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 59 in Köln-Riehl versetzt. Sein Patent wurde dabei auf den 30. Januar 1900 datiert. Zwischen dem 1. Oktober 1904 und 1906 war er zur vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin-Charlottenburg kommandiert. Zwischen 1907 und 1910 war er Adjutant der I. Abteilung vom Feld-Artillerie-Regiment Nr. 59. Am 18. Oktober 1909 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant. Am 18. Oktober 1913 wurde er zum Hauptmann befördert. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 2. August 1914 wurde er als solcher zum Chef der 1. Batterie im 1. Ober-Elsässischen Reserve-Feld-Artillerie-Regiment Nr. 15 ernannt. Ab dem 26. August 1914 war er Führer der I. Abteilung dieses Regiments, die er bis Kriegsende führte. Ab dem 1. Februar 1919 wurde er als Batterie-Chef in der Bergischen Infanterie-Geschütz-Batterie im Freikorps Münsterland eingesetzt. Am 1. Oktober 1919 wurde er als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Er kam jetzt als Batteriechef zum leichten Reichswehr-Artillerie-Regiment 7 der Reichswehr-Brigade 7. Beim 200.000 Mann Heer der Reichswehr im Frühjahr 1920 gehörte er dann noch immer zu dieser Einheit. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er in das 6. (Preußisches) Artillerie-Regiment übernommen. Er gehörte dabei zum Stab der II. Abteilung in Minden. Am 2. April 1921 wurde er dann zum Chef der 4. Batterie vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment ernannt. Am 2. August 1922 wurde er zum Kommandant des Hauptquartiers im Stab vom Gruppenkommandos 2 in Kassel ernannt. Dort erfolgte am 1. September 1922 auch seine Beförderung zum Major. Am 1. April 1924 wurde er zum Kommandant von Münster versetzt. Von dort wurde er zur  6. (Preußische) Kraftfahr-Abteilung ebenfalls in Münster kommandiert. Am 1. Oktober 1925 wurde er zur 3. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung nach Berlin-Lankwitz kommandiert. Am 1. Januar 1926 wurde er zum Kommandeur der 4. Kraftfahr-Abteilung in Dresden ernannt. Am 1. März 1928 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1929 folgte seine Versetzung in den Stab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel. Dort wurde er jetzt als Höherer Kraftfahr-Offizier eingesetzt. Am 1. Februar 1931 wurde er als solcher zum Oberst befördert. Am 31. Januar 1932 wurde er aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet.

Am 1. September 1934 wurde Maximilian Freiherr Raitz von Frentz als Oberst a.D. (L)* beim Stab der 6. Division der Reichswehr angestellt. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1933 festgelegt. Er wurde wieder als als Höherer Kraftfahr-Offizier verwendet. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 15. März 1935 als Oberst (E) in das Ergänzungsoffizierskorps übernommen. Nach der Enttarnung der Verbände wurde er mehrere Jahre als Höherer Kraftfahr-Offizier beim Generalkommando VI. Armeekorps in Münster eingesetzt. Bei Beginn der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg Ende August 1939 wurde er in den Stab der 5. Armee versetzt. Dort wurde er dann als Armee-Kraftfahr-Offizier (A.O.Kraft) 5. Armee verwendet. Am 13. Oktober 1939 folgte seine Versetzung in den Stab des Grenz-Abschnitts-Kommandos Mitte. Auch dort wurde er wieder als Armee-Kraftfahr-Offizier (A.O.Kraft) eingesetzt. Ab dem 5. November 1939 wurde er dann als Armee-Kraftfahr-Offizier (A.O.Kraft) in den Stab vom Oberkommando der 18. Armee versetzt. Am 1. Juni 1941 wurde er hier zum Generalmajor befördert. Am 1. November 1942 folgte seine Versetzung in das Oberkommando der Wehrmacht (OKW). Dort wurde er jetzt zum Chef des Wehrmacht-Kraftfahrwesens West beim Chef des Wehrmachtkraftfahrwesens (Chef WKW) ernannt. Am 15. Januar 1944 wurde er dann in die Führerreserve versetzt und dem Wehrkreis VI zugeteilt. Am 1. März 1944 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 30. April 1944 wurde der Unverheiratete aus dem Militärdienst verabschiedet.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen

 

Literatur und Quellen:
BArch, MSG 109/4919 : Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983