Löweneck, Ludwig Josef

 

* 10. September 1888, München

† 14. Mai 1943, bei Petschenegi, Ostfront

 

  

Ludwig Löweneck war der Sohn des Postverwalters Anton Josef Löweneck und dessen Ehefrau Karolina Johanna, geborene Hummel. Am 15. Juli 1907 trat er als zweijährig Freiwilliger in die Königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum Königlich Bayerisches Eisenbahn-Bataillon in München. In diesem wurde er am 8. Oktober 1907 zum Unteroffizier befördert. Am 11. Februar 1908 wurde er zum Fähnrich befördert. Am 22. April 1908 wurde er zur Kriegsschule kommandiert. Am 25. April 1909 erhielt er sein Zeugnis mit der Reife zum Offizier. Die Kommandierung zur Kriegsschule endete am 1. Mai 1909. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 26. Mai 1909 zum Leutnant befördert. Vom 3. September 1909 bis zum 19. September 1909 wurde er zur Teilnahme an den größeren Truppenübungen des Jahres 1909 zum Königlich Bayerisches 1. Pionier-Bataillon kommandiert. Vom 6. März 1911 bis zum 18. März 1911 wurde er zum Fleischbeschaukurs kommandiert. Vom 18. August 1912 bis zum 14. September 1912 war er Teilnehmer an der Feldbahnübung der preußischen Eisenbahntruppen. Am 1. Oktober 1912 wurde er zur Festung (Fortifikation) Ingolstadt versetzt und von dort zur Artillerie- und Ingenieurschule kommandiert. Am 25. April 1914 wurde er wieder zum Eisenbahn-Bataillon nach München versetzt. Im Juli 1914 wurde er zum Bataillonsadjutant vom Eisenbahn-Bataillon ernannt, vermutlich als Nachfolger von Oberleutnant Alfred Jacob. In dieser Funktion erlebte er Anfang August 1914 die Mobilmachung für den 1. Weltkrieg. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er zur Eisenbahn-Bau-Kompanie 201 versetzt. Bereits am 6. August 1914 wurde er zum Adjutant beim bayerischen Stabsoffizier der Eisenbahntruppen ernannt. Diese Position behielt er bis zum 30. Juni 1915. Vom 31. Oktober 1914 bis zum 5. November 1914 war er bei der Schlacht an der Yser im Einsatz. Vom 8. November 1914 bis zum 15. November 1914 hielt er sich aus dienstlichem Anlaß im gebiet des westlichen Kriegsschauplatzes auf. Vom 16. November 1914 bis zum 22. Dezember 1914 war er an den Kämpfen an der Aisne beteiligt. Im Dezember 1914 wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 19. Mai 1915 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant. Vom 1. Juli 1915 bis zum 31. August 1915 wurde er zum Ersatz-Bataillon des Königlich Bayerisches 1. Pionier-Bataillon versetzt. Dabei wurde er am 2. August 1915 der 1. Ersatz-Kompanie zugeteilt mit Dienstleistung beim Rekruten-Depot III. Am 4. August 1915 wurde er mit der Führung des Rekruten-Depot I beauftragt. Am 31. August 1915 wurde er bei der 5. Ersatz-Kompanie eingeteilt. Am 1. September 1915 wurde er zur Luftschiffer-Ersatz-Abteilung kommandiert, um hier zum Ballon-Beobachter ausgebildet zu werden. Am 5. Oktober 1915 wurde er zur Feldluftschiffer-Abteilung 1 versetzt. Vom 5. November 1915 bis zum 25. November 1915 war er Teilnehmer am Stellungskrieg vor Arras. Am 24. November 1915 wurde er zur Luftschiffer-Ersatz-Abteilung zurückbeordert. Am 4. Dezember 1915 kam er zur bayerischen Feld-Luftschiffer-Abteilung 6, wo er als Beobachtungsoffizier eingesetzt wurde. Vom 6. Dezember 1915 bis zum 20. Januar 1916 war er beim Stellunsgkrieg in der Champagne beim XIV. Armeekorps im Einsatz. Vom 21. Januar 1916 bis zum 28. März 1916 wurde er im Stellungskrieg und den Stellungskämpfen bei der 5. Armee nördlich und östlich von Verdun eingesetzt. Dabei unterstand er dem V. Reservekorps, dem III. Armeekorps und dem XV. Armeekorps. Am 28. März 1916 wurde er durch telegrafische Verfügung der Inspektion des Luft- und Kraftfahrwesens zum Kompanieführer der bayerischen Landwehr-Eisenbahn-Bau-Kompanie bei der Militär-Eisenbahn-Direktion 2 (MED 2) ernannt. Als solcher war er vom 31. März 1916 bis zum 28. April 1916 bei den Kämpfen zwischen Maas und Mosel im Einsatz. Am 27. April 1916 wurde er auf Verfügung des Feldeisenbahnchefs auf etwa 4 Wochen zur Vertretung des Adjutanten zur Militär-Eisenbahn-Direktion 3 (MED 3) kommandiert. Vom 23. Juni 1916 bis zum 20. Juli 1916 wurde er für die Bearbeitung der Luftschiffer-Angelegenheiten zur bayerischen Ingenieur-Inspektion kommandiert. Am 26 Juli 1916 wurde er mit Wirkung vom 20. Juli 1916 auf Verfügung des Feldeisenbahnchefs bis auf weiteres zur bayerischen Ingenieur-Inspektion kommandiert. Auf Verfügung der Ingenieur-Inspektion vom 15. Juli 1916 wurde das Kommando bis etwa 1. September 1916 verlängert, was später noch auf den 12. September 1916 ausgedehnt wurde. Am 23. August 1916 wurde er bayerischen Landwehr-Eisenbahn-Bau-Kompanie zurückbeordert. Am 27. September 1916 wurde er zur Luftschiff-Ersatz-Abteilung nach München versetzt. Am 16. Dezember 1916 wurde er zur Ausbildung im Motorwesen zur Flieger-Ersatz-Abteilung kommandiert. Zwischen dem 22. Dezember 1916 und dem 14. Februar 1917 war er mit Z-Schiffsbesatzung zur Luftschiffsbesichtigung nach Friedrichshafen kommandiert, diese Kommandierung war zweimal verlängert wurden. Am 23. Februar 1917 traf er wieder bei der Luftschiff-Ersatz-Abteilung in München ein. Am 23. März 1917 wurde er in die Fernsprech-Ersatz-Abteilung versetzt. Am 26. April 1917 folgte seine Versetzung zur bayerischen Fernsprech-Abteilung 715 (Ferna 715). Zwischen dem 5. Mai 1917 und dem 28. Mai 1917 war er an der Doppelschlacht Aisne - Champagne beteiligt. Daran schlossen sich vom 28. Mai 1917 bis zum 18. Juli 1917 Stellungskämpfe in Lothringen an. Zwischen dem 18. Juli 1917 und dem 23. August 1917 war er zur Fernsprech-Abteilung 12 kommandiert. Im Anschluß wurde er gemäß Verfügung der Ingenieur-Inspektion III am 24. August 1917 zur Luftschiffer-Ersatz-Abteilung versetzt und von dort zur Ingenieur-Inspektion kommandiert. Am 21. November 1917 wurde er als 3. Adjutant eingeteilt. Dort wurde er am 14. Dezember 1917 zum Hauptmann befördert. Am 9. Januar 1918 wurde er mit Wirkung vom 15. Januar 1918 als Referent in die Jnspektion des Ingenieur-Korps versetzt. Am 9. März 1918 wurde er zur Inspektion des Militärluftfahrtwesens (ILuft) versetzt. Am 21. März 1918 heiratete er Wilhelmine Antonie Ella Kranzbühler. Am 22. Dezember 1918 kehrte er zum Eisenbahn-Ersatz-Bataillon zurück. Nach Kriegsende wurde Ludwig Löweneck Führer des bayerischen Eisenbahnparks. Am 1. November 1919 wurde er in die bayerische Nachrichten-Abteilung 21 versetzt. Am 27. Februar 1920 wurde er zum Führer der Fernsprech-Abteilung 121 ernannt. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr gehörte er Mitte Mai 1920 noch zur Nachrichten-Abteilung 21 der Reichswehr-Brigade 21. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er in die 7. (Bayerische) Nachrichten-Abteilung übernommen. Am 1. März 1922 wurde er in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er in der Inspektion der Verkehrstruppen (In 6) vermutlich im Bereich der Fahrtruppen In6 (F) eingesetzt. Sein Rangdienstalter as Hauptmann wurde bei der Reichswehr auf den 18. April 1916 festgelegt. Es folgte am 1. Juni 1924 seine Versetzung in die 7. (Bayerische) Kraftfahr-Abteilung. Am 1. August 1924 wurde er in die 7. (Bayer.) Nachrichten-Abteilung versetzt. Dort wurde er als Nachfolger von Hauptmann Eugen Petri als Chef der 2. Kompanie der Abteilung verwendet. Am 1. Februar 1928 wurde er in das 7. (Bayerische) Artillerie-Regiment versetzt und in den Stab der 7. Division der Reichswehr kommandiert. Am 1. April 1929 wurde er bei der Kommandantur München zum Major befördert. Spätestens als solcher wohnte er privat mehrere Jahre im 2. Stock in der Pappenheimstraße 8 in München und hatte die Telefonnummer 52877. Am 1. November 1930 wurde er als Nachfolger von Oberstleutnant Bernhard Rust zum Kommandeur der 7. (Bayer.) Nachrichten-Abteilung in München ernannt.  Am 1. Juli 1933 wurde er dann in den Stab vom Gruppenkommando 1 nach Berlin versetzt. Sein Nachfolger als Abteilungskommandeur in München wurde Major Rudolf Schrader. In Berlin wurde er am 1. Oktober 1933 zum Oberstleutnant befördert. Während der Erweiterung der Reichswehr und Wehrmacht wurde er 1935 beim Stab der Heeres-Nachrichten-Lehrgänge eingesetzt. Dort wurde er am 1. August 1935 auch zum Oberst befördert. Ab dem 1. Oktober 1935 fungierte er als Kommandeur der Nachrichtentruppen für das Kommando der Panzertruppen. Ab dem 1. April 1936 wurde er als mit seinem Stab als Kommandeur der Nachrichtentruppen XIII bezeichnet, blieb in Berlin stationiert und unterstand direkt dem Kommando der Panzertruppen. Als solcher wohnte er jetzt privat in der Eichenallee 37 in Charlottenburg 9 und hatte die Telefonnummer Heerstraße 2680, welche bis 1937 zur 992680 geändert wurde. Am 1. April 1938 wurde er durch die Umbenennung seiner Dienststelle zum Kommandeur der Nachrichtentruppen XVI und als solcher am 1. April 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Ludwig Löweneck am 26. August 1939 Nachrichtenführer bei der Heeresgruppe A. Ab dem 1. August 1940 war er Höherer Nachrichtenführer beim Militärbefehlshaber in Norwegen. Am 15. Oktober 1940 übernahm er das Kommando über die 321. Infanterie-Division in Nordfrankreich. Zum 1. Februar 1941 wurde er zum Generalleutnant befördert und am 16. November 1942 in die Führerreserve OKH versetzt. In diesem Monat starb auch seine Ehefrau. Am 31. Dezember 1942 übernahm er das Kommando über die 39. Infanterie-Division im Raum Antwerpen. Im März 1943 wurde die Division an die Ostfront bei Charkow verlegt. Am 14. Mai 1943 ist Generalleutnant Ludwig Löweneck bei den Kämpfen am Dnjepr tödlich verunglückt.

 

Literatur und Quellen:
Ottomar Krug: Die Generale der Wehrmacht 1918 - 1945, Bundesarchiv Freiburg, Sig. MSG 109/10849
Dermot Bradley (Hrsg.): Die Generale des Heeres 1921–1945. Die militärischen Werdegänge der Generale, sowie der Ärzte, Veterinäre, Intendanten, Richter und Ministerialbeamten im Generalsrang. Band 7: Knabe–Luz. Biblio Verlag
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 8. Juni 1909, 44. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 1. Juni 1911, 45. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 6. Februar 1913, 46. Auflage, München
Militär-Handbuch des Königreichs Bayern mit dem Stand vom 16. Mai 1914, 47. Auflage, München
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983