Jäger-Regiment 204

 

Feldpostnummern ab 1942/43: Die Einheiten wurden als Teile des Jäger-Regiments 204 in der Feldpostübersicht eingetragen. Am 28. Juni 1944 wurde der Eintrag vom Regimentsstab um eine Pionier-Kompanie erweitert.

Einheit Feldpostnummer
Regimentsstab 01556
Stab I. Bataillon 04552 A
1. Kompanie 04552 B
2. Kompanie 04552 C
3. Kompanie 04552 D
4. Kompanie 04552 E
5. Kompanie 04552 F
Stab II. Bataillon 05001 A
6. Kompanie 05001 B
7. Kompanie 05001 C
8. Kompanie 05001 D
9. Kompanie 05001 E
10. Kompanie 05001 F
Stab III. Bataillon 06483 A
11. Kompanie 06483 B
12. Kompanie 06483 C
13. Kompanie 06483 D
14. Kompanie 06483 E
15. Kompanie 06483 F
Panzerjäger-Kompanie 02245
Pionier-Kompanie ab Jun/44 01556 A

Das Jäger-Regiment 204 wurde am 6. Juli 1942 aufgestellt. Das Regiment entstand durch die Umbenennung des Infanterie-Regiment 204. Das Regiment wurde nach der Aufstellung der 97. Jäger-Division unterstellt. Am 8. Juli 1942 trat das Regiment bei Mayakiam zur Sommeroffensive an. Über den Donez stieß das Regiment in Richtung Rostow vor. Am 21. Juli 1942 kam es zu Kämpfen bei Schachtenk, Siambek und Krassno Snamenski. Am 23. Juli 1942 kämpfte das Regiment bei Stenka. Am 27. Juli 1942 erreichten die Spitzen des Regiments den Don. Das Regiment überquerte am 28. Juli 1942 bei Bagajewskaja den Fluss. Auch der dahinter liegende Fluss Manytsch wurde überschritten, obwohl er durch eine Dammsprengung Hochwasser führte. Nach der Überquerung der Flüsse drehte das Regiment mit der Division nach Süden in Richtung Maikop ein. Am 13. August 1942 drang das Regiment in Maikop ein und nahm die Stadt. Mit der Einnahme der Stadt wurde das Gebirge des Kaukasus erreicht, der Gebirgskrieg begann. Bis zum 15. August 1942 konnte das Regiment bis Schirwanskaja vordringen, doch der russische Widerstand wurde immer stärker. Im September 1942 wurde dem Regiment ein Hochgebirgs-Bataillon zugeführt. Bis Ende September wurde der Geimann-Berg genommen, Mitte Oktober 1942 wurde das Pschisch-Tal erreicht. Am Fluss Pschisch endete Ende Oktober 1942 der Vormarsch des Regiments, die russische Gegenoffensive begann. Das Regiment hatte sich starker Angriffe zu erwehren, konnte aber seine Stellungen halten. In der Nacht vom 25 zum 26. Dezember 1942 wurde das Regiment durch Teile der 4. Gebirgs-Division abgelöst und im Eilmarsch in den Raum südöstlich von Krasnodar am Kuban verlegt. Hier hatte das Regiment schwere russische Angriffe abzuwehren. Diese Angriffe zielten zur Abschneidung der deutschen Verbände im Kaukasus ab.

Langsam und planmäßig setzte sich das Regiment in den folgenden Monaten auf den Kuban-Brückenkopf ab und garantierte so den im Kaukasus stehenden deutschen Verbänden den Rückzug. Über Ssewerskaja, Iskaja, Cholmskaja und Achtyrskaja ging das Regiment auf Krymskaja zurück. Am 4. April 1943 kam es hier zum ersten von vier schweren russischen Angriffen, die das Ziel hatten, die deutsche Front zu durchbrechen. Die vier großen russischen Angriffe konnten nur mit der Aufbietung der letzten Reserven abgeriegelt und die HKL gehalten werden. In der Nacht vom 3./4. Mai 1943 ging das Regiment auf die Goten-Linie westlich von Krymskaja zurück. Nach dem Ausbau der Stellungen kam es Ende Mai um schwere Kämpfe um Moldawanskoje und Gorischtschnyi. Im September 1943 wurde die Räumung des Kuban-Brückenkopfes befohlen. Das Regiment war neben dem Jäger-Regiment 207 eine der letzten Einheiten, welche die Stellungen auf dem Kuban hielten. Am 8. Oktober 1943 hatten auch das Regiment auf die Krim übergesetzt.

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Die Verteidigungslinien auf dem Kuban.

Nach ein paar Tagen Ruhe wurde das Regiment per Flugzeug und per Bahn in den Raum Melitopol zur bedrängten 6. Armee verlegt. Nach schweren russischen Angriffen ging das Regiment über Nikolajewka nach Lopatki am Dnjepr zurück. Am 28. Oktober 1943 ging der Tross des Regiment über die Brücke bei Bolschaja-Lepaticha über den Fluss. Im Anschluss kam es zum Einsatz bei Rubanowka im Brückenkopf Nikopol. Am 25. November 1943 traf das Regiment ein schwerer russischer Angriff, der bis zum Regimentsgefechtsstand durchschlug und diesen überrollte. Nur unter dem Einsatz aller Reserven der Division wurde der Durchbruch abgeriegelt und zurückgeschlagen.

Es folgten weitere vier schwere Angriffe bis zum Februar 1944. Erst Anfang diesen Monats durfte der Brückenkopf Nikopol geräumt werden. Nachdem das westliche Ufer des Dnjepr bezogen wurde, wurde die 97. Jäger-Division durch die 335. Infanterie-Division abgelöst und im Eilmarsch nach Norden gegen eingebrochene russische Kräfte bei Tradoljubowka und Bol.-Kostromka eingesetzt. Bis zum 19. Februar 1944 konnte der Feind bis nach Woroschilowka zurückgedrängt werden. Doch ab dem 22. Februar 1944 wurde das Zurückgehen angeordnet und die 97. Jäger-Division wurde in der Nacht vom 9. zum 10. März 1944 im Eilmarsch in den Raum Nowo Goroschano verlegt. Bei Nowo Ssergejewka wurde die Division von durchgebrochenen russischen Streitkräften eingekesselt. Bis zum 11. März 1944 konnten sich die Einheiten der Division nach Priwolnoje am Ingul durchkämpfen und die Stadt stürmen. Nach weiteren fünf Tagen wurden bei Nowoje Potrowskoje am Bug die eigenen Linien wieder erreicht. Hier wurde das dezimierte Regiment dann wieder in die Front eingereiht. Ab der Nacht vom 18. zum 19. März 1944 ging es dann über 300 Kilometer weit bis zum Dnjestr zurück. Bei Talmana und Butor übernahm die 97. Jäger-Division die Sicherung der Front. Am 6. Juli 1944 wurde die Division durch die 294. Infanterie-Division abgelöst und Armeereserve. Es waren die ersten Ruhetage seit dem Beginn der Sommeroffensive 1942. Am 27. Juli 1944 marschierte das Regiment wieder weiter und erreichte den Raum südostwärts Kielce bei Bardo. Schon Anfang September 1944 musste das Regiment erneut verlegen, diesmal nach Kaschau. Bis zum 24. November 1944 wurde die Gisela-Stellung ostwärts Kaschau erreicht.

Am 15. Januar 1945 wurde die 97. Jäger-Division aus der Front genommen und zur Verteidigung Oberschlesiens in den Raum von Kattowitz verlegt. Am 28. Januar 1945 wurde sie am 28. Januar 1945 eingeschlossen, konnte sich aber nach harten Kämpfen Richtung Ratibor freikämpfen. Am 29. März 1945 traf das Regiment ein starker russischer Angriff, die Reste des Regiments mußten in die Oppa-Stellung zurückgehen. Ende April 1945 wurde die 97. Jäger-Division nach Norden an das Jablunka-Gebirge verlegt. Über Bielitz, Teschen, Friedeck und Neutitschen wurde das Regiment bis zum 8. Mai 1945 in den Raum Prosnitz zurückgedrängt. Als die Kapitulation bekannt wurde, versuchten die Reste des Regiments, aufgesplittert in mehrere Marschgruppen, nach Nordwesten bis zu den amerikanischen Linien durchzubrechen, scheiterten aber an einem russischen Sperrriegel bei Prag.

Für die Ersatzgestellung des Regiments war das Gebirgsjäger-Ersatz-Bataillon 100 zuständig.

Regimentskommandeure:

Oberst Ernst Nobis Aufstellung - 1942/43

Oberstleutnant Friedrich Höhne Juli 1943 - Ende

Oberstleutnant Georg Gebhardt (November 1943) i.V.