Wolff, Ludwig

 

* 3. April 1893, Chemnitz

† 9. November 1968, Mannheim

Ludwig Wolff trat nach seinem Abitur am 1. April 1912 als Einjährig Freiwilliger in die Königlich Sächsische Armee ein. Er kam dabei zum 5. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment "Kronprinz" Nr. 104. Er entschied sich dann aber doch für eine aktive Offizierslaufbahn. Am 12. November 1913 wurde er bei seinem Regiment zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 19. November 1911 festgelegt. Während des Ersten Weltkrieges bekleidete er mehrere Dienststellungen und wurde am 27. Januar 1917 zum Oberleutnant befördert. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Sächsischen Militär St. Heinrichs-Ordens und beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 37. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment übernommen. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Batterieoffizier in das 4. Artillerie-Regiment versetzt. Von diesem wurde er die nächsten zwei Jahre zur Führergehilfenausbildung in den Stab der 4. Division der Reichswehr nach Dresden kommandiert. Danach wurde er am 1. Oktober 1923 zur 13. (Minenwerfer) Kompanie vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment nach Leipzig versetzt. Im Sommer 1924 wurde er in dieser zum Hauptmann befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Mai 1924 festgelegt. 1925/26 wurde er dann für die nächsten Jahre zum Chef der 6. Kompanie vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Leipzig ernannt. Am 1. November 1928 wurde er dann als Nachfolger von Hauptmann Fritz Schönfelder für die nächsten Jahre zum Chef der 13. (Minenwerfer) Kompanie vom 11. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Leipzig ernannt. 1934 wurde er zum Major befördert. Ab dem 1. April 1934 wurde er als Taktiklehrer an der Kriegsschule Dresden eingesetzt. Am 1. August 1936 zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er im Oktober 1937 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 10 ernannt. Am 1. Februar 1939 wurde er zum Oberst befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 192 ernannt. Dieses führte er dann bei Kriegsbeginn in den Polenfeldzug. Im Frühjahr 1940 führte er sein Regiment in den Westfeldzug. Bereits nach wenigen Tagen trug er beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Für seine Führungsleistungen wurde er am 26. Mai 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am gleichen Tag wurde er im Gesicht schwer verwundet. Nach 50 Operationen war er wieder dienstfähig. Erst Anfang Juli 1941 kam er wieder zur Truppe und wurde Leiter des Arbeitsstabes der Kriegsschule Breslau und als solcher am 1. September 1941 zum Generalmajor befördert. Am 7. Oktober 1941 wurde er mit der Führung der 22. Infanterie-Division beauftragt. Am 1. Januar 1942 wurde er dann zum Kommandeur der 22. Infanterie-Division ernannt. Bei den Kämpfen um die Festung Sewastopol zeichnete sich seine Division besonders aus. Am 8. Februar 1942 wurde er mit dem Deutsches Kreuz in Gold ausgezeichnet. Für die Leistungen seiner Männer wurde er am 22. Juni 1942 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Zum 1. August 1942 gab er sein Kommando über die 22. Infanterie-Division ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 9. September 1942 wurde er zum Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens des Heeres ernannt und zum 1. Dezember 1943 zum Generalleutnant befördert. Im November 1943 wurde er dann wieder in die Führerreserve versetzt. Am 25. Dezember 1943 wurde er mit der Führung vom Generalkommando XXXIII. Armeekorps beauftragt. Damit wurde er auch zum Befehlshaber Mittelnorwegen ernannt. Am 1. Januar 1944 wurde er zum General der Infanterie befördert. Damit wurde er dann auch zum Kommandierenden General des XXXIII. Armeekorps ernannt. Im August 1944 gab er sein Kommando über das Generalkommando ab und wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Von September bis Dezember 1944 musste er erneut in ärztliche Behandlung, dieses Mal in einem Lazarett in Berlin. Ab Januar 1945 wurde er deutscher Inspekteur der ungarischen Verbände im Ersatzheer. Im April 1945 wurde er in die Führer-Reserve versetzt, wo er im Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft geriet, aus der er im Juni 1947 entlassen wurde.

 

Ritterkreuz (26. Mai 1940) Eichenlaub (22. Juni 1942)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Ottmar Krug: Deutsche Generale 1918 -1945, Bundesarchiv Freiburg, Sig. MSG 109/10854, Vae - Zw