von Unger, Friedrich

 

* 12. Oktober 1885, Berlin

† 1972, (Celle)

 

Friedrich von Unger trat am 2. August 1904 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 20. Oktober 1905 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 25. April 1904 datiert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 eingesetzt. Vom 1. Oktober 1911 bis zum Sommer 1914 wurde er zur Kriegsakademie kommandiert. Dabei wurde er am 13. Oktober 1913 zum Oberleutnant befördert. Auch kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 wurde er noch bei diesem Regiment eingesetzt. Am 27. Januar 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Am 1. Dezember 1915 wurde ihm das Eiserne Kreuz I. Klasse sowie das Ritterkreuz mit Schwertern des Königlich Bayerischen militärischen Verdienstordens verliehen. Am 10. Dezember 1917 wurde ihm schließlich das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern 1. Klasse sowie das silberne Verwundetenabzeichen verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er dann als Hauptmann mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Noch vor der Bildung des 200.000 Mann-Übergangsheeres der Reichswehr im Frühjahr 1920 wurde er am 31. März 1920 aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Major verliehen. 1922 verfasste er die Regimentsgeschichte des Königin Augusta Garde Regiments Nr. 4.

Am 1. Februar 1934 trat er dann als Ergänzungsoffizier wieder in die Reichswehr ein. Als Major (E) wurde er dann als Regimentsführer des Grenzschutz-Regiments Schwiebus mit Sitz in Züllichau, später Guben, eingesetzt. In dieser Position blieb er während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht eingesetzt.  Ab dem 1. Oktober 1936 wurde er dann im Generalstab des Heeres eingesetzt. 1938 wurde er dann in der 7. Abteilung (7. Abt.) unter dem Oberquartiermeister V (O Qu V) eingesetzt. Bei diesem wurde er zum 1. April 1939 zum Oberstleutnant (E) befördert. Bei der Mobilmachung zum 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) vom Stellvertretendes Generalkommando X. Armeekorps in Hamburg ernannt. In dieser Funktion wurde er dann über ein Jahr eingesetzt. Anfang Oktober 1940 wurde er dann zum Chef des Generalstabes vom Stellvertretendes Generalkommando III. Armeekorps in Berlin ernannt. Am 1. April 1941 wurde er dann wieder in den aktiven Dienst übernommen, wodurch der Zusatz (E) hinter seinem Dienstgrad Oberstleutnant verschwand. Zum 1. Februar 1942 wurde er dann zum Oberst i.G. befördert. Zum 1. März 1943 wurde er abgelöst. Er wurde daraufhin in die Führerreserve versetzt. Ende März 1943 wurde er dann zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando XXXIII: Armeekorps ernannt. Mit diesem wurde er dann in Norwegen eingesetzt. Im Sommer 1944 wurde er dann mit der Führung der 196. Infanterie-Division beauftragt. Diese befand sich zu dieser Zeit ebenfalls noch in Norwegen. Teile seiner Division verlegten dann im Sommer 1944 in den Mittelabschnitt der Ostfront. Dort wurden diese aber kurze Zeit später bereits vernichtet. Er selbst wurde zum 1. August 1944 zum Generalmajor befördert. Die Division wurde daraufhin Mitte September 1944 aufgelöst. Er selbst wurde dann wieder zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando XXXIII: Armeekorps ernannt. Bis März 1945 wurde er dann in dieser Funktion eingesetzt. Am 31. März 1945 wurde er für fast eine Woche als Nachfolger von General der Kavallerie Karl-Erik Köhler mit der stellvertretenden Führung vom Generalkommando XXXIII: Armeekorps beauftragt. Damit wurde er für diese Zeit auch als Befehlshaber Mittelnorwegen eingesetzt. Anfang April 1945 übergab er seine Führung dann an den neuen Kommandierenden General, Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Neumann. In die Führer-Reserve versetzt, wurde Friedrich Unger als Kampfkommandant von Neuruppin und Ludwigslust eingesetzt. Bei Kriegsende geriet er in britische Gefangenschaft (Generalslager in Zedelgem/Belgien), aus der er am 17. Dezember 1946 entlassen wurde.