Remer, Otto-Ernst

 

* 18. August 1912, Neubrandenburg / Mecklenburg + 4. Oktober 1997, bei M#alaga / Spanien   

 

Otto-Ernst Remer trat 1933 in das Infanterie-Regiment 4 ein, wo er 1935 zum Leutnant befördert wurde. Bei Kriegsbeginn warer als Oberleutnant Chef der 13. Kompanie des Infanterie-Regiments 479. Am 1. März 1940 wurde er dann Chef der Infanterie-Geschütz-Kompanie 701 (mot), mit der er am West- und Balkanfeldzug teilnahm. Am 1. April 1941 zum Hauptmann befördert, wurde er am 1. Februar 1942 Kommandeur des I. Bataillons des Schützen-Regiments 10. Am 1. April 1942 kam er zum Infanterie-Regiment "Großdeutschland", wo er das IV. Bataillon übernahm. Für mehrfach bewiesene Tapferkeit wurde er am 29. August 1942 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 1. Januar 1943 folgte seine Beförderung zum Major und die Ernennung zum Kommandeur des I. Bataillons, mit dem er sich im Frühjahr 1943 bei Charkow besonders auszeichnete. Dafür wurde er am 18. mai 1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Für die Kämpfe westlich von Charkow und nördlich von Poltawa im Sommer 1943 wurde er als Major und Kommandeur des I. Bataillons des Panzergrenadier-Regiments "Großdeutschland" am 12. November 1943 mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Am 1. Mai 1944 wurde er Kommandeur des Wach-Regiments "Großdeutschland" in Berlin. Am 20. Juli 1944 war er maßgeblich an der Niederschlagung des Aufstandes gegen Adolf Hitler beteiligt. Dafür wurde er unter Überspringung eines Dienstgrades am 1. Juli 1944 zum Oberst befördert. Am 1. August 1944 wurde er dann Kommandeur der Führer-Begleit-Brigade, mit der er an der Ardennen-Offensive teilnahm. Am 30. Januar 1945 wurde die Brigade zur Division erweitert und Remer unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor Kommandeur der Division. Bei Kriegsende kam er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er 1948 entlassen wurde. 

Nach dem Krieg betätigte Remer sich in diversen rechtsextremen Parteien. 1952 kam es zu einer Verurteilung wegen übler Nachrede und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Von 1983 bis 1989 war er Gründer und Vorsitzender der neonazistischen "Deutschen Freiheitsbewegung e.V." (DDF). 1986 wurde er wegen Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener durch das Landgericht Kempten verurteilt. 1989 trat er vom Posten des Vorsitzenden der DDF zurück und wurde deren Ehrenvorsitzender. Es folgten weitere Gerichtsprozesse und Verurteilungen: Verurteilung durch ein Schöffengericht in Bad Kissingen wegen Volksverhetzung und Aufstachelung zum Rassenhass. 1992 Verurteilung durch das Landgericht Schweinfurt aus denselben Gründen. Verurteilung durch das Landgericht München wegen Verbreitens der Auschwitz-Lüge. 1994 entzog er sich der angesetzten 22-monatigen Haftstrafe durch Flucht nach Spanien.

Ritterkreuz (18. Mai 1943) Eichenlaub (12. November 1943)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011