Mattenklott, Franz

 

* 19. November 1884, Grünberg

† 28. Juni 1954, Braunlage

 

Franz Mattenklott trat am 28. Dezember 1903 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67. Bei diesem wurde er am 18. Mai 1905 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 22. April 1905 datiert. Vor Beginn des 1. Weltkrieges gehörte er als Oberleutnant noch immer zum 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67. Am 18. Juni 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit einigen anderen Orden ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er im 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 bei der Befehlsstelle VI eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er dann als Kompanieführer eingesetzt. Noch vor dem Frühjahr 1924 wurde er dann in den Generalstab der 6. Division der Reichswehr nach Münster versetzt. 1925/26 wurde er in den Generalstab des Artillerieführer VI in Münster versetzt. Ab 1927 gehörte er dann zum Stab vom Artillerieführer VI in Münster. Bei diesem wurde er am 1. Februar 1928 zum Major befördert. Als solcher wurde er zur Infanterieschule Dresden versetzt. Dort wurde er dann für mehrere Jahre eingesetzt. Auch im Frühjahr 1932 ist er dort noch verzeichnet. Am 1. Oktober 1932 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1934 wurde er zum Oberst befördert. An diesem Tag wurde er bei der Erweiterung der Verbände der Reichswehr zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment Stargard ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober 1935 wurde er dadurch zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 25. Am 1. Juni 1936 gab er sein Kommando ab. Am 1. März 1938 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er am 1. Juli 1938 zum Kommandant der Grenztruppen von Trier ernannt. Diese Position wurde dann noch zum Kommandant der Grenzkommandantur Trier umbenannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg bildete dieser Stab dann den Stab der Grenz-Division Trier. Mit dieser bezog er dann bei Ausbruch des 2. Weltkrieges Stellungen im Westen. Dort wurde der Stab noch im September 1939 zum Stab der 72. Infanterie-Division umbenannt. Am 1. Februar 1940 wurde er zum Generalleutnant befördert. Zuerst führte er diese Division dann im Frühjahr 1940 im Westfeldzug in den Kampf. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 25. Juli 1940 gab er sein Kommando ab und wurde für etwa 5 Wochen zum Kommandant von Metz ernannt. Am 4. September 1940 wurde er wieder zum Kommandeur der 72. Infanterie-Division ernannt. Er führte die Division dann auch im Frühjahr 1941 beim Balkanfeldzug. Ab dem Sommer 1941 führte er die Division dann im Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Dort wurde er am 1. Oktober 1941 zum General der Infanterie befördert. Am 6. November 1941 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Ihm wurde am 23. November 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. Januar 1942 wurde er zum Kommandierenden General vom XXXXII. Armeekorps ernannt. Zwischen dem 19. August 1942 und April 1943 wurde er dadurch zugleich Befehlshaber der Krim. Am 22. September 1942 wurde er mit dem Deutsches Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 22. Juni 1943 gab er sein Kommando für einen Urlaub ab. Im Juli 1943 übernahm er wieder sein Generalkommando. Zwischen dem 14. November 1943 und dem 24. November 1943 wurde er als Oberbefehlshaber der Armee-Abteilung Mattenklott bezeichnet. Im März 1944 wurde ein Großteil des Korps im Kessel von Tscherkassy vernichtet. Der Stab wurde aber nach wenigen Tagen als XXXXII. Armeekorps z.b.V. wieder errichtet und er wurde wieder zum Kommandierenden General des Generalkommandos ernannt. Am 6. April 1944 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Verbände des Heeres und der Waffen-SS haben unter dem Oberbefehl des Generalobersten Weiß und unter der Führung der Generale der Infanterie Hoßbach und Mattenklott nach tagelangen harten Angriffskämpfen durch die Pripjetsümpfe bei ungewöhnlichen Geländeschwierigkeiten den feindlichen Ring um Kowel gesprengt und damit ihre Kameraden aus der Umklammerung befreit." Mitte Juni 1944 gab er dieses Kommando erneut ab. Er wurde dafür am 14. Juni 1944 zum Kommandierenden General vom Stellvertretenden Generalkommando VI. Armeekorps in Münster ernannt. Damit wurde er gleichzeitig zum Befehlshaber vom Wehrkreis VI. Diese Position behielt er dann bis zum Ende des Krieges.

 

Ritterkreuz (23. November 1941)