Freiherr von Langermann und Erlencamp, Willibald Karl Moritz Robert Rudolf

 

* 29. März 1890, Karlsruhe

† 3. Oktober 1942, bei Storoshewoje am Don (gefallen)

 

Willibald Freiherr von Langermann und Erlencamp trat am 30. September 1908 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Rheinisches Dragoner-Regiment „Freiherr von Manteuffel“ Nr. 5. Bei diesem wurde er am 22. März 1910 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 22. März 1908 datiert. Bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg kam er dann als Adjutant zum Reserve-Dragoner-Regiment Nr. 7. Bei diesem wurde er am 25. Februar 1915 zum Oberleutnant befördert. In der Folge wurde er die nächsten Jahren in verschiedenen Einheiten eingesetzt. Am 18. Juni 1917 wurde er zum Rittmeister befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er zum Reiter-Regiment 16. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr blieb er weiter beim 16. Reiter-Regiment. Bei diesem wurde er jetzt als Eskadronchef eingesetzt. Im Frühjahr 1924 ist er in der 1. (Preuß.) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment in Hofgeismar verzeichnet. Mit dieser Eskadron wurde er dann 1925/26 nach Erfurt verlegt. Am 1. Oktober 1927 wurde er dann für drei Jahre zum Chef der 1. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment in Hannover ernannt. Im Herbst 1930 wurde er dann an die Kavallerieschule Hannover kommandiert. Dort wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Major am 1. November 1930 die nächsten Jahre als Lehrer eingesetzt. Etatmäßig gehörte er aber weiter zur 1. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment. Am 1. Mai 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Im Sommer 1935 wurde er zum Kommandeur des 4. (Preuß.) Reiter-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1936 zum Oberst befördert. Durch die Umbenennung des Regiments wurde er im Sommer 1936 zum Kommandeur vom Kavallerie-Regiment 4 ernannt. Am 10. November 1938 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er an diesem Tag zum Höheren Kavallerie-Offizier I . Bereits zwei Wochen später wurde er dann mit der Auflösung der Dienststelle zum Inspekteur der Inspektion des Reit- und Fahrwesens (In 3) im Oberkommando des Heeres ernannt. Diese Funktion behielt er auch nach Ausbruch des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 inne. Ende 1939 übernahm er dann die Führung vom Divisionsstab z.b.V. 410. Damit unterstanden ihm jetzt verschiedenen Landesschützenverbände, Am 1. März 1940 wurde er zum Generalmajor befördert. Anfang. Mai 1940 wurde er zum Kommandeur der 29. Infanterie-Division ernannt. Diese führte er nach nur wenigen Tagen in den Westfeldzug. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Für die Erfolge bei der Überwindung des Rhein-Marne-Kanals und des schnellen Vorstoßes an die Schweizer Grenze wurde ihm am 15. August 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 8. September 1940 wurde er dann Kommandeur der 4. Panzer-Division ernannt. Diese führte er dann zu Beginn des Sommers 1941 im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Ende Dezember 1941 gab er sein Kommando über die 4. Panzer-Division ab. Er wurde dann Anfang 1942 mit der Führung des XXIV. Armeekorps (motorisiert) beauftragt. Am 15. Januar 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert, wobei das Rangdienstalter auf den 1. März 1942 festegelegt wurde. Am 17. Februar 1942 erhielt er als Generalleutnant und Kommandeur der 4. Panzer-Division nachträglich das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er führte das Generalkommando dann beim Vorstoß auf Woronesh. Am 1. Juni 1942 folgte die Beförderung zum General der Panzertruppen. Damit wurde er jetzt zum Kommandierenden General des XXIV. Armeekorps (mot.) ernannt. Auch nach der Umbenennung des Generalkommandos Ende Juni 1942 zum XXIV. Panzerkorps blieb er weiter der Kommandierende General. Während der Sommeroffensive 1942 führte er sein Korps zum Don. Bei einer Fahrt an die Front ist er am 3. Oktober 1942 bei Storoshewoje durch Granatenvolltreffer am mittleren Don gefallen. Am 5. Oktober 1942 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Bei den Kämpfen an der Don-Front fand der Kommandierenden General eines Panzerkorps, General der Panzertruppe Freiherr von Langermann und Erlencamp, Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, am 3. Oktober 1943 in vorderster Linie den Heldentod. Seite an Seite mit ihm fiel der Kommandeur einer ungarischen Division, Oberst Nagy, im Kampf um die Freiheit Europas." Am 6. Oktober 1942 wurde er in Charkow beerdigt. 

 

Ritterkreuz (15. August 1940) Eichenlaub (17. Februar 1942)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011