Braemer, Walter

 

* 7. Januar 1883, Königsberg

† 13. Juni 1955, Hamburg

 

Walter Braemer trat am 2. März 1901 als Fähnrich in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 2. Hannoversches Dragoner-Regiment Nr. 16. Am 27. Januar 1902 wurde er in diesem zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 22. Juni 1900 datiert. Am 1. Oktober 1906 wurde er für zwei Jahre an die Militär-Reitschule kommandiert. Am 1. Oktober 1908 wurde er für mehrere Jahre an die Kriegsakademie kommandiert. Dort wurde er am 27. Januar 1910 zum Oberleutnant befördert. Am 1. April 1912 wurde er dann zur Ausbildung als Generalstabsoffizier in den Großen Generalstab kommandiert. Dort wurde er am 17. Februar 1914 zum Rittmeister befördert. Am 22. März 1914 wurde er dann auch offiziell in den Großen Generalstab versetzt. Bei Kriegsausbruch erfolgte seine Versetzung in den Stab der 9. Kavallerie-Division, wo er dann die nächsten zwei Jahre eingesetzt. Am 9. September 1916 wurde er in den Stab der 75. Reserve-Division versetzt, einen Monat später erfolgte seine Kommandierung zum Stab der 6. Kavallerie-Division. Wieder einen Monat später wurde er in den Stab der 7. Kavallerie-Division versetzt. Am 18. April 1917 erfolgte seine Kommandierung in den Stab des KuK-Österreich-Ungarischen XII. Armee-Korps. Im November 1917 wurde er in den Stab des Oberquartiermeisters des AOK 10 versetzt. Am 28. März 1918 wurde er in den Stab der 234. Infanterie-Division versetzt, einen Monat später in den Generalstab des XXVI. Reserve-Korps. Nach dem Krieg wurde er als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Er wurde dann in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Nachdem er am 1. Januar 1922 zum Major befördert wurde, wurde er am 1. April 1922 zum Eskadronchef im 2. (Preuß.) Reiter-Regiment ernannt. Am 1. Oktober 1923 wurde er in den Stab der 6. Division der Reichswehr nach Münster versetzt. Dort wurde er am 1. April 1926 zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. Februar 1927 zum Kommandeur vom 6. (Preuß.) Reiter-Regiment in Pasewalk ernannt. Seine Beförderung zum Oberst folgte am 1. Oktober 1929. Am 1. Januar 1931 wurde er zum Kommandant von Insterburg ernannt. Am 1. Oktober 1932 zum Generalmajor befördert, wurde er am 30. November 1932 in den Ruhestand verabschiedet.

Am 1. Oktober 1935 trat er in die SS ein, seine SS-Nummer war 223,910. Als SS-Standartenführer wurde er im Stab des SS-Oberabschnitt "Nord" eingesetzt, am 15. April 1936 erfolgte der Wechsel zum SS-Oberabschnitt "Nordwest". Am 15. Mai 1936 wurde er in den Stab des SS-Oberabschnitts "Nordsee" versetzt und am 13. September 1936 zum SS-Oberführer befördert. Walter Braemer wurde Mitglied der "Lebensborn-Gesellschaft", einer perfiden Organisation von Heinrich Himmler, welche durch "Züchtung" den reinen "Arier" schaffen wollte. Am 20. Juni 1938 wurde er zum SS-Brigadeführer befördert.

Am 1. Juli 1938 wurde er als Generalmajor wieder von der Wehrmacht übernommen. Bei der Mobilmachung wurde er dann zum Kommandant des Rückwärtigen Armeegebiet 580 (Korück 580) ernannt. Am 20. Mai 1941 in die Führerreserve des OKW versetzt. Dort wurde er am 1. Juli 1941 zum Generalleutnant z.V. befördert. Als solcher wurde er dann zum Wehrmachtbefehlshaber Ostland ernannt. Am 30. Januar 1942 gehörte er auch wieder zum Stab des SS-Oberabschnitts "Nordsee". Am 1. September 1942 wurde er zum General der Kavallerie z.V. befördert. Am 20. April 1944 wurde er zum SS-Gruppenführer befördert. An diesem Tag gab er sein Kommando als Wehrmachtbefehlshaber Ostland ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Im Januar 1945 wurde er dann zum Kommandierenden General vom Stellvertretenden Generalkommando II. Armeekorps ernannt. Damit wurde er gleichzeitig auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis II ernannt. Bereits am 1. Februar 1945 gab er das Kommando wieder ab und wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Am 10. Februar 1945 wurde er zum Kommandant des rückwärtigen Armeegebietes der 11. Armee ernannt. Am 4. März 1945 wieder in die Führer-Reserve versetzt, geriet er am 2. Mai 1945 in britische Gefangenschaft, die er im Spezial-Camp XI in Bridgend in Süd-Wales absaß. Im Oktober 1947 wurde er entlassen.