Steinwachs, Adolf Ravan Octav

 

* 15. Mai 1868, Konastanz in Baden

† 26. Dezember 1945, Baden-Baden

 

 

Adolf Steinwachs war der jüngste Sohn vom Infanterieoffizier Georg Leonard Karl Steinwachs und dessen Ehefrau Louisa Therese Freiin von Degenfeld. Sein Vater starb am 19. Januar 1876 im Alter von nicht einmal 46 Jahren als Oberstleutnant und Bataillonskommandeur des II. Bataillons im 3. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 111 in Rastatt an den Folgen eines Sturzes mit dem Pferd. Er selbst trat nach seiner Ausbildung im Kadettenkorps am 22. März 1887 als charakterisierter Portepeefähnrich in die Königlich Preußische Armee ein. Er wurde dabei von der Haupt-Kadettenanstalt vin Groß Lichterfelde zum 6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68 nach Koblenz überwiesen. Bei diesem wurde er am 16. Oktober 1887 zum Portepeefähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 17. September 1887 zum Sekondeleutnant befördert. Danach wurde er anfangs als Kompanieoffizier in der 2. Kompanie seines Regiments in Koblenz verwendet. Etwa ein Jahr später wurde er in der gleichen Funktion in die 6. Kompanie seines Regiments nach Diez versetzt. Im Herbst 1889 wurde er als Kompanieoffizier in die 10. Kompanie seines Regiments auf die Festung Ehrenbreitstein versetzt. Privat wohnte er damals in der Friedrich Wilhelmstraße 157 in Koblenz. Im Herbst 1890 wurde er innerhalb der Festung Ehrenbreitstein als Kompanieoffizier in die 9. Kompanie vom 6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68 versetzt. Nach einem weiteren Jahr wurde er im Herbst 1891 als Kompanieoffizier in die 7. Kompanie seines Regiments nach Diez versetzt. Seine Mutter starb am 5. Februar 1892, einen Tag vor ihrem 61. Geburtstag, in Altfelde im Kreis Marienburg. Ab dem Herbst 1892 gehörte er in gleicher Funktion zur 8. Kompanie des Regiments am gleichen Standort. Nach einem Jahr wurde er als Kompanieoffizier in die 5. Kompanie seines Regiments nach Koblenz versetzt. Am 14. Mai 1894 wurde er zum Premierleutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Sein Patent als Premierleutnant hat er am 12. September 1894 (Y7y) erhalten. Im Herbst 1894 kam er dann in gleicher Funktion zur 6. Kompanie vom 6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68 am gleichen Stamdort. Nach einem Jahr wurde er als Kompanieoffizier in die 3. Kompanie seines Regiments nach Koblenz versetzt. Er heiratete am 21. Mai 1896 die fast auf den Tag genau zwei Jahre jüngere Johanna Albertine Margaretha 'Augusta' Merkens, Tochter vom Gutsbesitzer Heinrich Merkens aus Burg Moederath. Bald darauf wurde er zum Landwehrbezirkskommando Neuß kommandiert. Dort wurde er die nächsten Jahre als Nachfolger von Premierleutnant Meyer als Adjutant verwendet. Etatmäßig gehörte er anfangs zur 11. Kompanie seines Regiments. Sein ältester Sohn war der am 5. Oktober 1897 in Neuss geborene Heinrich 'Heinz' Ludwig Eugen Steinwachs. Im Frühjahr 1898 gehörte er während der Kommandierung zur 8. Kompanie seines Regiments. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Oberleutnant ernannt. Im Frühjahr 1899 gehörte er etatmäßig zur 9. Kompanie seines Regiments. Bald darauf wurde er als Adjutant vom Landwehrbezirk Neuß durch Oberleutnant Vogel abgelöst. Danach wurde er als Kompanieoffizier in der 12. Kompanie vom 6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68 in Koblenz eingesetzt. Seine älteste Tochter war die am 3. August 1900 in Koblenz geborene Grete Steinwachs. Im Herbst 1900 wurde er als Kompanieoffizier in die 11. Kompanie seines Regiments in die 11. Kompanie am gleichen Standort versetzt. Am 18. Februar 1902 (C) wurde er zum Hauptmann befördert. Gleichzeitig wurde er als Nachfolger von Hauptmann Hagenberg zum Chef der 1. Kompanie vom 6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68 in Koblenz ernannt. Diese Funktion übte er für viele Jahre aus. Am 1. Oktober 1912 (T8t) wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er zum Regimentsstab vom 7. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 142 nach Mühlhausen im Elsaß versetzt. Sein Nachfolger als Kompaniechef in Koblenz wurde Hauptmann von Duisburg. Am 10. September 1913 wurde verfügt, dass er als überzähliger Major ab dem 1. Oktober 1913 die Stabsoffiziersgebührnisse erhalten soll. Kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde er als Nachfolger von Major Freiherr von Wangenheim zum  Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment Nr. 144 ernannt. Als solcher kam er dann bei Beginn des Krieges an die Front. Dort wurde er im September 1914 schwer verwundet. Im Mai 1915 wurde er als Kommandeur des II. Ersatz-Bataillons vom 7. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 158 eingesetzt. Am 4. September 1916 wurde er zum Komamndeur vom 1. Hanseatisches Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 75 ernannt. Dieses unterstand der 211. Infanterie-Brigade von Generalmajor Adolf von Lewinski. Für seine Leistungen als Kommandeur des Regiments in der Aisne-Schlacht wurde ihm am 2. Mai 1917 der Orden Pour le merité verliehen. Seine Beförderung zum Oberstleutnant erfolgte am 18. Dezember 1917 (A). Am 12. September 1918 wurde er zum Kommandeur vom 3. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 62 ernannt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Orden Pour le merité und dem Ritterkreuz des Großherzöglichen Badischen Militär-Karl-Friedrich-Verdienstordens noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er im Jahr 1919 als Oberstleutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei wurde er am 1. Oktober 1919 zum Kommandeur des Reichswehr-Schützen-Regiments 113 ernannt. Bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr Mitte Mai 1920 war er noch immer Kommandeur vom Reichswehr-Schützen-Regiment 113 der Reichswehr-Brigade 13. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 14 in Konstanz ernannt. Am 30. November 1920 wurde er zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde er auf den 1. Oktober 1920 festgelegt. Ab 1921 war er zugleich auch noch Landeskommandant von Baden. Durch die Umbenennung seines Regiments wurde er 1921 zum Kommandeur vom 14. (Badisches) Infanterie-Regiment in Konstanz. Er wohnte privat in der Seestraße 7 in Konstanz und hatte dort die Telefonnummer 1078. Am 31. März 1923 wurde er durch Oberst Hermann von Brandenstein abgelöst. Er wurde jetzt aus dem aktiven Militärdienst verabschiedet. Dabei wurde ihm auch der Charakter als Generalmajor verliehen.

Er wohnte auch danach bis mindestens 1927 weiter in der Seestraße 7 in Konstanz. Bei der Wehrmacht wurde er nicht mehr verwendet. Kurz nach der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde ihm am 27. August 1939, dem so genannten Tannenberg-Tag, der Charakter als Generalleutnant verliehen. Im Herbst 1944 war sein Sohn Oberst Heinrich Steinwachs Kommandeur vom Heeres-Artillerie-Korps 403 sowie Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und vom Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Er selbst starb etwa ein halbes Jahr nach Ende des Krieges am 26. Dezember 1945 in Baden-Baden. Er wurde dort drei Tage später auch beigesetzt. 

Er hatte mehrere Geschwister:
Der älteste Bruder war der am 12. Februar 1859 geborene August Friedrich Joseph Steinwachs. Dieser starb bereits als Kleinkind am 13. Oktober 1860.
Der zweitälteste Bruder war der am 11. Juni 1860 in Karlsruhe geborene Max Bruno Georg Steinwachs. Dieser wanderte 1879 in die USA aus, wo er in Pennsylvania heiratete und 6 Kinder bekam. Dort ist er am 16. Juni 1923 auch gestorben.
Der drittälteste Bruder war der am 11. Oktober 1861 in Karlsruhe geborene Fritz Adolph Steinwachs. Dieser starb ebenfalls als Kind bereits am 14. März 1865 in Karlsruhe.
Ein weiterer älterer Bruder war der am 5. Juni 1863 in Karlsruhe geborene Karl August Paul Steinwachs. Auch dieser wanderte in die USA aus, wo er 1891 in New York heiratete und 1892 in Chicago Vater wurde. 1900 wohnte der Bruder in Detroit. Seine älteste Tochter Madeleine Louise Steinwachs heiratete am 19. Juni 1920 den Hauptmann a.D. Walther Bruno Hermann Fritz Grosch, was aber durch ein am 19. März 1921 rechtskräftig gewordenes Urteil wieder geschieden wurden. Der Bruder starb 1932 in der Schweiz.
Seine älteste Schwester war die am 13. September 1865 geborene Fanny Therese Friederike Steinwachs. Diese starb als Kleinkind bereits am 12. Juli 1866.
Seine jüngere Schwester war die am 11. Dezember 1869 in Rastatt geborene Luise Franziska Bertha Emma Steinwachs. Diese heiratete am 23. August 1890 den fünfzehneinhalb Jahre älteren Fabrikdirektor aus Altfelde im Kreis Marienburg, Gottfried Dewald, Sohn eines Gerbereibesitzers Dewald, in Karlsruhe. Ihr Bruder Adolf Steinwachs war einer der beiden Trauzeugen. Seine Schwester starb 1934.