Simmler, Johann Nepomuk Karl Josef Maria

 

* 22. Juni 1895, Sarajewo

† 27. August 1947, (verunglückt)

BArch Pers 6/1831 im Jahr 1938 als Oberstleutnant



BArch Pers 6/300650 im Jahr 1943 als Oberst

 

Johann Simmler war der Sohn vom Ober-Rechnungsrat Johann Simmler und dessen Ehefrau Maria, geborene Seelig. Nachdem er von September 1909 bis August 1913 die Pionier-Kadettenschule Hainburg an der Donau besucht hatte, trat er am 18. August 1913 als Fähnrich in die österreichische K.u.K. Armee ein. Er wurde dabei zum Pionier-Bataillon Nr. 2 nach Linz versetzt. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er am 1. August 1914 zum Leutnant befördert. Er zog am 5. August 1914 an die russische Front. Dort wurde er am 16. Oktober 1914 verwundet. Am 27. November 1914 wurde die Allerhöchste belobende Anerkennung für tapferes Verhalten vor dem Feind für ihn bekanntgegeben. Vom 28. Dezeber 1914 bis zum 10. Februar 1915 wurde er als Instruktionsoffizier bei der Ersatz-Kompanie in Linz eingesetzt. Ab dem 11. Februar 1915 wurde er wieder auf dem östlichen Kriegsschuplatz beim Brücken-, Stellungs-, Hindernis- und Minenanlagen-Bau eingesetzt. Seine Beförderung zum Oberleutnant erfolgte am 1. September 1915. Vom 15. Dezember 1915 bis zum 15. Januar 1916 war er Bauleiter einer 260 Meter Straßenbrücke über das Sumpfgebiet von Bielogorodka. Direkt im Anschluß wurde er bis zum 30. August 1916 als Ausbildungs-Offizier bei der Ersatz-Kompanie verwendet. Am 28. Mai 1916 wurde für ihn die Allerhöchste belobende Anerkennung für tapferes Verhalten und vorzügliche Dienstleistung vor dem Feind bekanntgegeben. Im Monat September 1916 absolvierte er einen Motorboot-Kurs in Krems. Vom 1. Oktober 1916 bis zum 15. Januar 1917 wurde er wieder als Instruktionsoffizier bei der Ersatz-Kompanie in Linz eingesetzt. Daran anschließend war er vom 16. Januar 1917 bis zum 20. Juni 1916 Kommandant des Motorboot Detachement in der Bocche di Cattaro. Vom 21. Juni 1917 bis zum 25. Juni 1918 war er Kommandant des Motorboot Detachement in Fiume. Vom 26. Juni 1918 bis zum 25. Juli 1918 war er wieder beim Ersatz-Bataillon in Linz. Am 26. Juli 1917 wurde erneut für ihn zum 2. Mal die Allerhöchste belobende Anerkennung für vorzügliche Leistungen im Kriege bekanntgegeben. Vom 26. Juli 1918 bis zum 6. Oktober 1918 war er als Zugkommandant beim 2. Zug der Sappeurer-Kompanie 23 im Einsatz. Dabei absolvierte er Wasserdientübungen am Tagliamento bei Mussons. Vom 7. Oktober 1918 bis zum 27. Oktober 1918 war er bei Ponte di Piave mit der Errichtung von Hindernis- und Betonbauten beschäftigt. Vom 28. Oktober 1918 bis zum 12. November 1918 war er Sprengdetachement-Kommandant am Rückmarsch Oderzo-Laibach. Dabei war er für Strassen- und Eisenbahnsprengungen verantwortlich. Während dieser Zeit ist er am 1. November 1918 zur bewaffneten Macht Deutsch-Österreich übergetreten, nachdem er angelobt wurde. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich an der Verleihung der k.u.k. Verwundetenmedaille mit einem Mittelstreifen wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm einige Auszeichnungen wie die k.u.k. Österreichische Silberne Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes und das k.u.k. Österreichische Kaiser-Karl-Truppenkreuz verliehen. Am 1. Oktober 1919 wurde er in den Stand der deutsch-österreichischen Personalevidenz des Liquidierten Sappeurer-Ersatz-Bataillon Linz. Am 20. September 1920 wurde er in das neue Bundesheer aufgenommen. Er wurde dabei provisorisch beim Technischen Bataillon 4 eingeteilt. Diesem wurde er am 23. Oktober 1920 definitiv zugeteilt. Am 9. Juli 1921 wurde er zum Hauptmann befördert. Die österreichische Staatsbürgerschaft wurde ihm am 27. September 1921 zuerkannt. Er heiratete am 13. Oktober 1921 die neuneinhalb Jahre jüngere Helene Sidonie Maria Josefine Wittek von Saltzberg, Tochter des am 7. September 1914 bei Liski in Galizien gefallenen Hauptmanns Josef Wittek von Saltzberg, in Linz an der Donau. Sein ältester Sohn war der am 16. Juli 1922 geborene Johann Simmler. Ab dem 18. August 1925 absolvierte er einen Motorboot-Kursus in Krems. Am 27. Dezember 1925 erwarb er den Militär-Kraftwagen-Führerschein. Vom 15. September 1926 bis zum 15. Februar 1927 besuchte er einen Kurs für Körperausbildung in Wiener-Neustadt. Danach wurde er am 1. April 1927 zum Kompanieführer der 2. Pionier-Kompanie seines Bataillons ernannt. Sein jüngster Sohn war der am 12. August 1927 geborene Josef Simmler, der aber bereits am 17. August 1927 wieder gestorben ist. Ab dem 1. Juli 1930 wurde er als Stabsoffizier für besondere Verwendung eingesetzt. Am 26. September 1930 wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er am 10. März 1931 zum Chef der 2. Kompanie ernannt. Sein Vater starb am 21. März 1932 im Alter von 76 Jahren an Leberkrebs. Am 19. Mai 1933 wurde er neu vereidigt. Ab dem 5. Februar 1936 wurde er wieder als Stabsoffizier für besondere Verwendung eingesetzt. Nur wenige Wochen später wurde er ab dem 26. Februar 1936 als Stabsoffizier für besondere Verwendung und zugeteilter Offizier eingesetzt. Nach dem Anschluß Österreichs wurde er am 13. März 1938 als Major in die Wehrmacht übernommen. Dabei wurde er dem Pionier-Bataillon 4 "Birago" zugeteilt. Am nächsten Tag wurde er auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt. Als Rangdientalter wurde ihm später der 1. Juni 1935 (102) zugewiesen. Am 5. Juli 1938 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Bataillonsführer zum Pionier-Bataillon 81 versetzt. Vom 5. November 1938 bis zum 22. November 1938 wurde er zu einem Lehrgang für Stabsoffiziere nach München kommandiert. Während des Lehrgangs wurde er am 10. November 1938 als Chef der 1. Kompanie zum Pionier-Bataillon 7 nach Rosenheim versetzt. Am 20. April 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1939 zum Oberstleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1938 (61) festgelegt. Am 3. Juni 1939 wurde vom Kommandeur der Pioniere VII beim Generalkomando VII. Armeekorps der Antrag gestellt, ihn von Rosenheim nach Mittnwald zum Gebirgs-Pionier-Bataillon 54 zu kommandieren, da er ab dem Herbst 1939 als Kommandeur eines Gebirgs-Pionier-Bataillons vorgesehen war. Daraufhin wurde er am 19. Juni 1939 mit Wirkung vom 1. August 1939 zum Gebirgs-Pionier-Bataillon 54 kommandiert. Das Kommando sollte voraussichtlich unter 4 Monaten dauern. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er am 26. August 1939 zum Kommandeur vom Pionier-Bataillon 268 ernannt. Dieses führte er im Verband der 268. Infanterie-Division im Westen. Kurz vor dem Westfeldzug wurde er am 3. Mai 1940 auch verwundet. Am 17. Januar 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1941 (20) zum Oberst befördert. Am 1. Februar 1941 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Erich Straube, Kdr. der 268. Infanterie-Division: "Aufrechte Persönlichkeit mit liebenswürdigem, verbindlichen Wesen. Fleißig und gewissenhaft. Hat sich vor dem Feinde als tapferer und energischer Pionier-Bataillons-Kommandeur bewährt und stets Gutes geleistet. Bewertung: Füllt gut aus." Dazu ergänzte am 10. Februar 1941 General der Infanterie Fritz Koch, KG vom XXXXIV. Armeekorps: "Einverstanden." Am 8. März 1941 wurde er mit Wirkung vom 10. Februar 1941 zum Kommandeur vom Pionier-Regimentsstab z.b.V. 516 ernannt. Diesen Stab führte er während der Vorbereitung auf das Unternehmen Barbarossa unter der 4. Armee. Zum Sommerbeginn 1941 führte er den Stab in den Ostfedzug. Dabei wurde ihm am 2. Juli 1941 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 10. Oktober 1941 verliehen. Am 25. März 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Schmidt: "Hohe Pflichtauffassung. Tüchtiger Pionier-Kommandeur mit guten technischen Kenntnissen. Arbeitet vorausschauend und hat sich auch in den schwierigen Verhältnissen des Winterfeldzuges im Osten voll bewährt. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Pionier-Kommandeur einer Armee." Dazu ergänzte am 30. März 1942 General der Infanterie Gotthard Heinrici, OB der 4. Armee: "Pflichtbewußt und eifrig. Bei guten pioniertechnischen und organisatorischen Fähigkeiten fehlte ihm im Rahmen des großen Aufgabengebietes eines Armee-Pionier-Führers oft der schnelle Blick für das Wesentliche. Klare Einstellung zum Nationalsozialismus. Energischer, zuverlässiger Soldat. Verliert im Übereifer leicht den Blick für das Wesentliche. Bewertung: Durchschnitt." Am 30. Januar 1943 wurde er mit Wirkung vom 5. Dezember 1942 zum Armee-Pionierführer der 4. Armee ernannt. Am 4. April 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Dr. Wilhelm Meise, General der Pioniere der Heeresgruppe Mitte: "Der Einsatz als Erkundungsstab zur Erkundung einer rückwärtigen Armeestellung hat gezeigt, daß er gute taktische Kenntnisse und hervorragende Organisationsgaben besitzt. Es wird daher vorgeschlagen, Simmler nochmals Gelegenheit zu geben, sich als Armeepionierfüher zu bewähren." Am 9. Juni 1943 wurde er mit Wirkung vom 12. März 1943 in die Führerreserve OKH versetzt. Dies geschah unter gleichzeitiger Kommandierung zum Stab der Heeresgruppe Mitte. Dort wurde er ab dem 15. März 1943 als Führer des Sonderstabes Simmler (ehemals Sonderstab Tiger) verwendet. Mit diesem erkundete er die ostwärtige Wotan-Stellung. Das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern wurde ihm am 20. April 1943 verliehen. Das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern wurde ihm am 15. November 1943 verliehen. Am 15. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Friedrich Schönfelder, Kdr. vom Höheren Pionier-Kommando 2: "Mir erst kurz unterstellt. Armee-Pionier-Führer AOK 2, Oberst Thieme-German, urteilte: "Mit dem Ausbau des Brückenkopfes Gomel, Sehnenstellung Dnjepr-Sosh und Bärenstellung hat Simmler durch sein großes taktisches und pioniertechnisches Verständnis und Organisationstalent sein Können bewiesen. Pflichtbewußt und unermüdlich. Bewertung: Füllt sehr gut aus." Bewertung: Über Durchschnitt." Am 21. März 1944 wurde er mit Wirkung vom 1. Dezember 1943 zum Höherer Pionierführer z.b.V. 9 ernannt. Am 22. Dezember 1944 wurde ihm vom Generaloberst Georg-Hans Reinhardt, OB der Heeresgruppe Mitte, die volle Eignung zum Höheren Pionierführer zuerkannt und seine Beförderung zum Generalmajor befürwortet. Am 15. Januar 1945 wurde er mit Wirkung vom 30. Januar 1945 (7) zum Generalmajor befördert. Sein Sohn Johann Simmler ist als Leutnant am 1. März 1945 in Ostpreußen gefallen. Er selbst starb erst nach dem Krieg starb an Bord eines Schiffes mit dem Namen SMS "Hellenic Bulbul" im Sommer 1947 oder 1948.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Schematismus für das Kaiserliche und Königliche Heer und für die Kaiserliche und Königliche Kriegs-Marine Für 1914, Verlag der K.K Hof- und Staatsdruckerei, Februar 1914 Wien
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Pers 6/1831
Pers 6/300650