Sieberg, Friedrich Wilhelm

 

* 15. Februar 1896, Schwerte/Ruhr

† 3. November 1943, Kirovograd

 

 

Friedrich Sieberg war der zweite Sohn des Archtitekten Wilhelm Sieberg und dessen Ehefrau Emma, geborene Färber. Am 18. August 1914 trat er als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Ersatz-Bataillon vom 10. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 174 in Forbach (Lothringen). Am 30. Juli 1915 wurde er zum Fähnrich befördert. Er wurde in der Folge als Zugführer beim aktiven Regiment verwendet. Am 6. November 1915 wurde er zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Zeitweise wurde er auch als Kompanieführer verwendet. Ab dem 15. August 1918 gehörte er zur 1. Ersatz-MG-Kompanie des XXI. Armee-Korps. Im Ersten Weltkrieg wurde er mit beiden Eisernen Kreuzen ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er ab dem 5. Januar 1919 im Westfälischen Freikorps Pfeffer eingesetzt. Mit diesem nahm er an den Kämpfen im Baltikum teil. Im Juni 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er kam dabei zum 4. Westfälischen Reichswehr-Schützen-Regiment 62 der Reichswehr-Brigade 31. Im April 1920 kam er zum Westfälischen Reichswehr-Schützen-Regiment 13. Auch bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er noch zum Reichswehr-Schützen-Regiment 13 der Reichswehr-Brigade 7. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Januar 1921 wurde er in die Kraftfahr-Abteilung 6 in Münster übernommen. Bei dieser wurde er als Kompanieoffizier eingesetzt. Er hat jetzt auch ein Rangdienstalter als Leutnant vom 1. September 1915 (157) erhalten. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 gehörte er als Kompanieoffizier zur 1. Kompanie der inzwischen zur 6. (Preußische) Kraftfahr-Abteilung umbenannten Einheit. Im Herbst 1924 wurde er in gleicher Funktion in die 3. Kompanie seiner Abteilung am gleichen Standort versetzt. Dort wurde er am 31. Juli 1925 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 (130) festgelegt. Im Herbst 1926 wurde er als Kompanieoffizier in die 2. Kompanie der 6. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung in Hannover versetzt. Am 1. Februar 1929 wurde er als Nachfolger von Oberleutnant Wolfgang Thomale zum Adjutant der 6. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung in Münster ernannt. Am 1. Juni 1930 wurde er durch Oberleutnant Paul Engels als Abteilungsadjutant abgelöst. Am 1. Oktober 1930 wurde er in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt, um dort seine Führergehilfenausbildung zu absolvieren. An diesem 1. Oktober 1930 (4) wurde er auch zum Hauptmann befördert. Am 1. Oktober 1932 wurde er zum Stab der 5. Kraftfahr-Abteilung (5. Kraftfahrkampf-Abteilung) nach Stuttgart-Cannstatt versetzt. Am 1. Oktober 1933 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Johannes Nedtwig zum Chef der 2. Kompanie der 6. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung (6. (Preuß.) Kraftfahrkampf-Abteilung) in Hannover ernannt. Von dort wurde er zur Inspektion der Kraftfahrtruppen (In 6) in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin kommandiert. Er heiratete am 27. Juni 1934 heiratete er die fast sechseinhalb Jahre jüngere Wilhelmine Brandenburg, Tochter vom Telegrapheninspektor Hermann Brandenburg, in Münster in Westfalen. Am 1. August 1934 wurde er als Lehrer an die Kriegsakademie nach Berlin versetzt. Dort wurde er mehrere Jahre eingesetzt. Nach der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Dezember 1935 (52) zum Major befördert. Am 15. Juli 1938 wurde er als Nachfolger von Major Eduard Hauser zum Kommandeur der I. Abteilung vom Panzer-Regiment 10 in Zinten/Ostpreußen ernannt. Privat bezog er seinen Wohnsitz in der Zahnstraße 84 in Zinten. Als solcher wurde er am 1. Januar 1939 (42) zum Oberstleutnant befördert. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges führte er seine Abteilung im Spätsommer 1939 in den Polenfeldzug. Danach wurde er am 23. Oktober 1939 bei der Erweiterung des Regiments zum kompletten Regiment zum Kommandeur vom Panzer-Regiment 10 ernannt. Dieses führte er im Westfeldzug im Frühjahr 1940 im Verband der 8. Panzer-Division. Am 16. Juni 1940 wurde ihm für die Erfolge seines Regiments das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nach dem Westfeldzug wurde er an die Panzertruppenschule Wünsdorf versetzt, wo er bei den taktischen Lehrgängen eingesetzt wurde. Zum 1. Dezember 1941 (7) wurde er zum Oberst befördert. Bereits am 17. Dezember 1941 hat er ein neues Rangdienstalter als Oberst vom 1. Oktober 1940 (40a) erhalten. Am 20. Februar 1942 wurde er zum Kommandeur der taktischen Lehrgänge an der Panzertruppenschule Wünsdorf ernannt. Am 1. April 1943 wurde er mit der Führung der neu aufgestellten 14. Panzer-Division beauftragt. Zum 1. Juni 1943 (7) wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 14. Panzer-Division ernannt. Die Aufstellung und Ausbildung zog sich bis in den Herbst 1943. Mitte Oktober 1943 verlegte er mit seiner Division in den Sübaschnitt der Ostfront, wo sie im Raum Kriwoi Rog eingesetzt wurde. Bereits am 29. Oktober 1943 wurde er durch Paksplitter am Bein schwer verwundet. Er wurde daraufhin ins Lazarett eingeliefert und seine Vertretung übernahm Oberst Karl-Max Grässel. An diesen Wunden ist er am 3. November 1943 im Kriegslazarett 3 Kirowograd gestorben. Er wurde auf dem Kriegerfriedhof Kirowograd in der Reihe 10 im Einzelgrab 21 beerdigt. Posthum wurde er noch zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1943 (7) festgelegt.

Sein älterer Bruder war der am 2. Dezember 1894 in Schwerte geborene Heinrich Friedrich Wilhelm Sieberg. Sein Bruder studierte Rechtswissenschaften. Dieser heiratete am 19. April 1932 als Berliner Amtsrichter die Irmgard Gertrud Emma Napiewockie in Berlin-Charlottenburg. Er starb als Dr. der Rechte und ehemaliger Richter am 31. Januar 1968 in der Caspar-Theys-Straße 27-29 in Berlin-Schmargendorf. Er wohnte damals eigentlich in der Suarezstraße 28 in Berlin-Charlottenburg.

 

Ritterkreuz (16. Juni 1940)

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976