Siber, Werner Joachim
| * 25. August 1891, Bredow bei Stettin † 17. April 1975, Kassel
BArch Pers 6/1828 im Jahr 1935 als Major |
BArch Pers 6/300632 als Generalmajor |
Werner Siber war der Sohn des Fabrikdirektors der Stettin-Bredower Portland-Zementfabrik Paul Siegfried Siber und dessen Ehefrau Elsbeth Teubner. Seine Mutter starb am 16. Juli 1901 im Alter von 42 Jahren in der ehelichen Wohnung in Bredow. Sein Vater heiratete daraufhin am 24. Oktober 1902 die vierzehn Jahre jüngere Hermine Constanze Daniels, Tochter vom verstorbenen Hotebesitzer Heinrich Dietrich Adolf Daniels, in Stettin. Nach seinem Abitur am Stadtgymnasium Stettin im Jahr 1912 trat er als Fahnenjunker am 1. September 1912 in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Brandenburgisches Fsilier-Regiment "Prinz Heinrich vn Preußen" Nr. 35 nach Brandenburg an der Havel. In diesem wurde er 12. Oktober 1912 vereidigt. Am 27. Januar 1913 wurde er zum Fahnenjunker-Unteroffizier und am 20. Juni 1913 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule Metz wurde er am 23. März 1914 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 23. März 1912 (B3b) datiert. Als solcher wurde er jetzt als Kompanieoffizier in der 8. Kompanie seines Regiments in Brandenburg eingesetzt. Mit dieser kam er bei Ausbruch des 1. Weltkrieges Anfang August 1914 an die Westfront. Dort wurde er am 14. September 1914 bei Vailly im Raum Soisson durch zwei Oberschenkelschüsse verwundet. Während seiner Genesung wurde ihm am 15. Oktober 1914 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 21. November 1914 wurde er zum Ersatz-Bataillon vom Brandenburgisches Fsilier-Regiment "Prinz Heinrich vn Preußen" Nr. 35 nach Brandenburg versetzt. Bereits am 3. Dezember 1914 folgte seine Versetzung zum Feld-Infanterie-Bataillon 14. Am 22. Dezember 1914 ist er zum Reserve-Infanterie-Regiment 269 übergetreten. Mit diesem kam er am 21. Januar 1915 ins Feld. Am 1. Mai 1915 wurde er zum II. Ersatz-Bataillon vom 6. Brandenburgisches Infanterie-Regiment "von Alvensleben" Nr. 52 nach Crossen an der Oder. Er heiratete am 29. November 1915 die fast zwei Jahre jüngere Paula Walburga Maria Thekla Edle von Groote, Tochter vom Bürgermeister und Major a.D. Eberhard Edler von Groote, in Stettin. Seine einzige Tochter Ingeborg Siber wurde am 31. August 1916 in Berlin geboren. Am 22. Januar 1917 wurde er als Adjutant zum Bezirkskommando Crossen versetzt. Es folgte am 20. Mai 1917 seine Beförderung zum Oberleutnant. Am 26. Februar 1919 wurde er als Kompanieführer zum Gefangenenlager Crossen versetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung eines Verwundetenabzeichens in Schwarz wiederspiegelte. Außerdem wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Später gehörte er noch zum Freikorps Faupel. Am 30. November 1919 ist er aus dem Heer ausgeschieden. Er wurde dafür am 1. Dezember 1919 gemeinsam mit Oberleutnant Karl Olfenius bei der Sicherheitspolizei (Sicherheitswehr) Kiel voräufig eingestellt. Am 31. März 1920 hat er noch die Erlaubnis zum Tragen der bisherigen Uniform und den Charakter als Hauptmann mit einem Dienstalter vom 31. Januar 1920 erhalten. Erwohnte damals in der Feldstraße 113 in Kiel. Am 1. August 1920 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann zur Schutzpolizei Hannover versetzt, wo er am 12. August 1920 auch eintraf. Er wurde anfangs als Zugführer in der II. Abteilung verwendet und auf die Stelle des Veterinärs eingeteilt. Am 27. September 1920 erhielt er folgende Beurteilung von Hauptmann Everken: "Oberleutnant Siber ist zum Dienst in der Hundertschaft wenig geeignet. Sein Auftreten vor der Front ist nicht energisch genug und zu weich, dazu kommt noch eine gewisse Unsicherheit. Die ist darauf zurückzuführen, daß Oberleutnant Siber mehrere Jahre nur Bürodienst getan hat. Die Spezialwaffen sind ihm völlig fremd und unbekannt, sodaß beim Dienst infolge der Unkenntnis sehr peinliche Situationen entstehen. Sportlich ist Oberleutnant Siber nicht tätig, der Unterricht genügt. Aus vorstehenden Gründen halte ich Oberleutnant Siber zum Dienst in der Hundertschaft für nicht geeignet." Dazu ergänzte am 28. September 1920 Bauckmann, Kommandeur der I. Abteilung: "Dem Urteil des Hauptmanns Everken stimme ich im allgemeinen bei. Oberleutnant Siber hat nicht das Zeug zu einem tüchtigen, allen Lagen gewachsenen Exekutivbeamten. Seine Einwirkung auf seine Untergebenen genügt nicht immer. Seine körperliche Leistungsfähigkeit ist unzureichend. Die anständige Gesinnung und guten Willen des Oberleutnants Siber hebe ich besonders hervor. Der er nach meiner Überzeugung keine Aussichten hat, in der Sicherheitspolizei eine höhere Stelle zu bekommen, scheint ein Berufswechsel mir angezeigt. Man müßte ihm dabei in jeder Hinsicht entgegenkommen." Er selbst legte gegen die Beurteilung von Hauptmann Everken am 11. Oktober 1920 Beschwerde beim Major von Steuben, Kdr. der Sicherheitspolizei Hannover, ein. Dieser lehnte diese Beschwerde aber ab, verwies auch darauf, das Hauptmann Everken angewiesen war, einen scharfen Maßstab anzulegen. An diesem 11. Oktober 1920 wurde er, um ihm Gelegenheit zum Nachweis seiner Tüchtigkeit unter ganz neuen Verhältnissen, mit Wirkung vom 9. Oktober 1920 zur 7. Hundertschaft versetzt. Dort wurde er am 2. Dezember 1920 auch auf die Reichsverfassung neu vereidigt, gleichzeitig unterzeichnete er auch seinen Verpflichtungsschein. Bereits am 27. Oktober 1920 hatte er folgende Beurteilung bei der 7. Hundertschaft bekommen: "Oberleutnant Sieber wurde nach Ablauf der Ausbildungszeit der Hundertschaft mit dem 12. Oktober 1920 zu dieser versetzt. Infolge der Kürze der Zeit, die Oberleutnant Siber so bei der Hundertschaft zugebracht hat, kann ich nur ein allgemeines Urteil abgeben. Oberleutnant Siber war bemüht und hat es auch verstanden, sich schnell den neuen Verhältnissen anzupassen. In der Behandlung der ihm unterstellten Beamten zeigte Sieber Geschick und Verständnis. Im praktischen Dienst leistet Siber befriedigendes." Am 9. Dezember 1920 bat er die II. Abteilung um seine Versetzung nach Hildesheim, Osnabrück oder Celle, falls in einer dieser Städte als Hundertschaftsführer verwendet werden könnte. Am 21. Dezember 1920 bat er um Verwendung als Hundertschaftsführer in Harburg. Am 26. Dezember 1920 schrieb Major von Steuben das er seine Beförderung zum Hauptmann nicht befürworten könne, da er seine Geeignetheit erst noch nachweisen müsste. Damit erklärte sich der Polizeipräsident von Hannover, Rudolf von Beckerath, einverstanden. Er wurde jetzt vom 3. Februar 1921 bis zum 30. April 1921 zum verkürzten Lehrgang für Schutzpolizeioffiziere zur Höheren Polizeischule nach Eiche bei Potsdam kommandiert. Dort wurde er am 16. April 1921 auf die preußische Verfassung vereidigt. Der Wortlaut war dabei: "Ich schwöre, daß ich das mir übertragene Amt unparteiisch nach bestem Wissen und Können verwalten und die Verfassung gewissenhaft beobachten will." Am 31. März 1921 schied er aus etatrechtlichen Gründen aus dem Etat der Schutzpolizei Hannover aus und wurde gemeinsam mit Polizei-Major Witte, Polizei-Oberleutnant Schütze und Polizei-Leutnant Funke, ab dem 1. April 1921 auf dem Etat der Schutzpolizei des Regierungsbezirks geführt. Am 1. Mai 1921 kam er dann zur Schutzpolizei Osnabrück. Er wurde jetzt die nächsten Jahre als Bereitschafts- bzw. Hundertschaftsführer verwendet. Vom 5. April 1923 bis zum 4. Mai 1923 wurde der 167 Zentimeter große und 77,1 Kilogramm schwere Offizier von der 2. Bereitschaft zur Preußischen Polizei-Schule für Leibesübungen nach Spandau kommandiert. Dort wurden folgende Gebiete praktisch und im theoretischen Unterricht behandelt: 1. Polizeigriffe; 2. Boxen; 3. Arbeit mit Gewichten, Ringen, Tauziehen (Schwerathletik); 4. Gerätturnen; 5. Schwimmen; 6. Ballspiele; 7. Lauf, Sprung, Wurf (Leichtathletik): 8. Frei- und Partnerübungen. Dazu wurde das für die dienstliche Körperschulung der Schutzpolizei gültige System erläutert. Der Schularzt erklärte die Grundlage der Physiologie und Hygiene der Leibesübungen. Er erhielt vom Polizeimajor und Schulleiter folgende Beurteilung: "Polizei-Hauptmann Siber zeigte anfänglich weniger Interesse. Späterhin war er mit Eifer bei der Sache. Geringe körperliche Veranlagung. Waldläufe bis 5 Kilometer." Er studierte vor 1925 auch zwei Semester Jura in Berlin. Sein Vater starb am 5. Februar 1925 im Alter von 74 Jahren in Leipzig. Bereits in Osnabrück ist er durch sehr freundliches Verhalten gegnüber einer völkisch-sozialen Bewegung von Dr. Otto Marxer aufgefallen. Er wurde am 26. Mai 1925 vom Regierungspräsident Dr. Schmieder mit dem 29. Mai 1925 zum Polizeipräsidium Hannover abgeordnet, wo er sich zwischen 11 und 12 Uhr zu melden hatte. Vom 29. Mai 1925 bis zum 31. August 1925 wurde er zur Schutzpolizei Hannover abgeordnet. Anfang Juni 1925 wurde er dienstlich zwei Tage in Osnabrück benötigt. Bis zum 17. Juni 1925 absolvierte er beim 12. Polizeirevier seine Ausbildung im Revierdienst. Ab dem 18. Juni 1925 sollte er beim 1. Polizeirevier seine Ausbildung weiterführen. Er wurde aber am 15. Juni 1925 längere Zeit beurlaubt. Anfang August 1925 stellte er einen Antrag auf Versetzung zur Polizeischule Hildesheim. Mitte August 1925 wurde als sein Nachfolger in Osnabrück Oberleutnant Hans-Ulrich Back vorgeschlagen. Es wurde aber am 26. September 1926 vom Innenminster Severing ein Tausch mit dem Polizei-Hauptmann Zimmermann aus Frankfurt am Main beschlossen. Am 29. August 1925 erhielt er folgende Beurteilung von Neumann, I. Polizei-Inspektion: "Polizei-Hauptmann Siber ist ein sehr tatkräftiger und entschlossener Polizei-Offizier, der sich während des 10tägigen Kommandos zum 16. Polizeirevier al sehr fleissig, gewissenhaft und umsichtig gezeigt hat. Er besitzt gute polizeiliche Fachkenntnisse und versteht es gut, seine Persönlichkeit zur Geltung zu bringen und belehrend und erziehend auf die Untergebenen einzuwirken. Sein Auftreten ist sicher, bestimmt, taktvoll und gewandt." Am 1. September 1925 wurde er zur Schutzpolizei Frankfurt am Main versetzt, wo er am 1. Oktober 1925 seinen Dienst als Führer der 2. Bereitschaft angetreten hat. Dort wude er ab 1929 als Reviervorsteher verwendet. Er wohnte privat zu dieser Zeit Am Kircberg 3 in Frankfurt-Eschersheim, wo er die Telefonnummer Nord 92163 hatte. Seine Frau war sehr aktiv in der Frauenorganisation der NSDAP. Vom 5. September 1927 bis zum 4. Dezember 1927 wurde er zur weiteren Ausbildung für den Dienst als Reviervorsteher zur Kriminaldirektion abgeordnet. Daran anschließend wurde er vom 5. Dezember 1928 bis zum 4. März 1928 zum Verwaltungsdienst abgeordnet. Dort erfolgte die Ausbildung bei der Abteilung I (5.12.27 - 31.12.27), Abteilung II (1.1.28 - 15.1.28), Abteilung III (16.1.28 - 31.1.28), Abteilung IV (1.2.28 - 20.2.28) und Abteilung V (21.2.28 - 4.3.28). Danach übernahm er mit dem 5. März 1928 wieder die Führung der 2. Polizei-Bereitschaft. Vom 1. Februar 1929 bis zum 17. März 1929 war er wegen Grippe und Lungenentzündung krank gemeldet. Danach befand er sich vom 18. März 1929 bis zum 28. April 1929 auf Kururlaub. Vom 22. Juli 1929 bis Ende August 1929 befand er sich erneut auf Kururlaub. Er arbeitete bereits seit 1928 eng mit Parteigenossen der NSDAP zusammen. Dadurch kam beim Polizeipräsident Ludwig Steinberg der Verdacht einer Mitgliedschaft auf. Daher wurde er am 1. Juli 1930 als Ersatz für den zur Polizeiverwaltung Hanau versetzten Polizei-Hauptmann Hasenpusch zur Schutzpolizei Gladbach-Rheydt versetzt. Er traf am 19. August 1930 zur Dienstleistung ein. Deshalb übernahm er ab de, 2. September 1930 die Leitung vom 5. Polizei-Revier. Am 1. Juli 1931 übernahm er als Leiter das 1. Polizei-Revier. Er gehörte der Polizei-Offiziers-Vereinigung unter dem Vorsitzenden Major Schunk und dem Kommandeur der Schutzpolizei Gladbach-Rheydt, Oberstleutnant von Kalckreuth, an. Diese hatte am 14. Dezember 1931 dem Berliner Polizei-Oberst Dillenburger für sein Verhalten im Fall des Major Levit gegenüber dem preußischen Innenminister, Carl Severing, ihre Zustimmung ausgesprochen. Daraufhin wurden die Offiziere von Polizeipräsident Isenrath am 15. Dezember 1931 zusammenbefohlen und aufgefordert die Erklärung zurückzuziehen. Alle bis auf Hauptmann Siber sind am 16. Dezember 1931 dieser Aufforderung gefolgt, woraufhin gegen ihn am 17. Dezember 1931 ein Verfahren zur Dienstentlassung wegen Ungeignetheit (§17b Polizeibeamtengesetz) eingeleitet wurde. Obwohl dieses Verfahren durch Severing im März 1932 durch eine Verfügung aufgehoben wurde, wurde er vom Polizeipräsident Isenrath bis zum Juli 1932 vom Dienst ferngehalten. Er wohnte damals privat in einem Einfamilienhaus in der Albertusstraße 54 in Mönchengladbach. Nachdem am 27. Juni 1932 bei der Oberstaatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Nötigung durch Mißbrauch der Amtsgewalt gegen den Polizeipräsident Isenrath und Regierungsrat Meyer erstattet wurde, wurde er wieder eingestellt und die Dienstenthebung aufgehoben. Er wurde dann aber direkt mit dem 4. Juli 1932 nach Essen abgeordnet. Dort wurde er anfangs mit der stellvertretenden Führung vom 6. Revier beauftragt. Am 9. September 1932 wurde er für die Dauer der Abordnung des Polizei-Oberleutnants Peek wieder mit der stellvertretenden Führung vom 6. Revier in Essen beauftragt. Vom 3. Oktober 1932 bis zum 31. Oktober 1932 und vom 2. November 1932 bis zum 31. Januar 1933 war er erneut für den Polizei-Oberleutnant Peek wieder mit der stellvertretenden Führung vom 6. Revier in Essen beauftragt. Zum 1. November 1932 wurde er zur Polizei-Verwaltung Essen versetzt, von der Durchführung eines Umzugs sollte er aber noch absehen. Am 19. Dezember 1932 erhielt er folgende Beurteilung von Polizeimajor Lampe, Führer der Polizei-Inspektion: "Polizeihauptmann Siber ist mir seit dem 4. Juli 1932 unterstellt, eine abschliessende Jahresbeurteilung ist von mir deshalb zum 1. Oktober 1932 nicht abgegeben worden. Gegen die über den Polizeioffizier von seinen früherer Dienststelle abgegebenen Beurteilungen, die mit dort vorgefallenen noch im Stadium der Untersuchung befindlichen Vorgängen im Zusammenhang stehen, hat der Beamte Einspruch erhoben. Unbeeinflusst von diesen Zusammenhängen muss ich pflichtgemäss anerkennen, dass der Polizeioffizier nach seinen Kenntnissen und Fähigkeiten, die er hier bewiesen hat, die Gewähr für einen erfolgreichen Besuch eines Polizeimajoranwärterlehrganges bietet. Als Leiter des 6. Polizei-Reviers hat sich Polizeihauptmann Siber bewährt. Charaktereigentümlichkeiten, die seine Geeignetheit für die Stellung eines Polizei-Majors in Frage stellen, sind hier nicht hervorgetreten." Dazu ergänzte am 22. Dezember 1932 Polizei-Oberstleutnant Unger, Führer der Schutzpolizei: "Einverstanden!" Auch er Polizei-Präsident von Essen, Dr. Wiesmann, ergänzte am 23. Dezember 1932: "Einverstanden !" Am 9. Januar 1933 wurde er zum 16. Revier versetzt. Am 15. Januar 1933 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1933 unter Gewährung der bestimmungsmäßigen Umzugskosten zur Polizeiverwaltung Kiel versetzt. Dafür wurde eine Hauptmannstelle von der Polizeiverwaltung Essen zur Polizeiverwaltung Kiel übertragen. Anscheinend war diese Versetzung nicht von langer Dauer. Der Umzug wurde nocht durchgeführt, da wurde er am 23. März 1931 mit sofortiger Wirkung von der Polizeiverwaltung Kiel zur Polizeiverwaltung Krefeld-Uerdingen abgeordnet. Am gleichen Tag wurde er mit Wirkung vom 1. April 1933 zur Polizeiverwaltung Krefeld-Uerdingen versetzt. Dort sollte er den beurlaubten Polizei-Major Encke ersetzen. Erst im Juli 1933 ist er von Gladbach nach Krefeld umgezogen. Am 4. Februar 1933 schrieb der Gauleiter von Düsseldorf, Friedrich Karl Florian, einen Brief an den neuen Preußischen Minister, Hermann Göring, und bat diesen wohlwollend in seiner Angelegenheit vorzugehen. Am 1. Juli 1933 wurde er von der Polizei-Verwaltung Uerdingen-Krefeld unter Gewährung der bestimmungsmäßigen Umzugskosten zur Polizei-Verwaltung Berlin versetzt. Dort wurde er am 21. Juli 1933 der 1./SJ Ld zugeteilt. Seine Frau wurde zu dieser Zeit als Referentin für Frauenfragen in das Reichsminsiterium des Inneren berufen. Seine Tochter besuchte damals die Frauenoberschule der Diakonissenanstalt Düsseldorf/Kaiserwerth. Im Oktober 1933 fand er in der Mittelstraße 20 in Lichterfelde-Ost eine Wohnung. Er befand sich im Herbst 1933 wieder zu einem Kurs an der Höheren Polizeischule Eiche kommandiert. Am 21. Dezember 1933 wurde er mit Wirkung vom 21. März 1933 zum Polizei-Major befördert. Er wurde dabei in der Dienstaltersliste zwischen die Polizei-Majore Eichstädt und Gresser eingegliedert. Danach wurde er bei der Ausbildungsleitung 1 eingesetzt. Am 14. Mai 1934 wurde er mit Wirkung vom 15. Mai 1934 zur Ausbildungsleitung der II. Landespolizei-Abteilung Derfflingr versetzt. Am 16. April 1935 wurde er von der Peg. Potsdam zur Landespolizeigruppe Berlin versetzt. Dort wurde er zunächst als Major beim Stabe der II. (Gneisenau) Abteilung verwendet. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht ist er am 17. Juli 1935 mit Wirkung vom 1. August 1935 in die Wehrmacht übergetreten. Er wurde dabei zum Infanterie-Regiment Kolberg kommandiert. Sein Rangdienstalter als Major wurde auf den 1. April 1934 (46) festgelegt. Seine Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erfolgte am 10. August 1935 in Kolberg. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. August 1935 als Major beim Stabe zum Infanterie-Regiment 5 versetzt. Dort wurde er am 1. Juni 1936 zum Führer der 5. Kompanie ernannt. Am 2. August 1936 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1936 (64) zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er am 6. Oktober 1936 zum Kommaneur vom Ergänzungs-Bataillon vom Infanterie-Regiment 28 in Oppeln ernannt. Am 23. Juli 1938 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1938 zur Heeres-Gasschutzschule nach Celle versetzt. Dort gehörte er zu den Unteroffizierlehrgängen. Am 2. März 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1939 zu den Ergänzungsoffizieren überführt und hatte weiter seine bisherige Uniform zu tragen. Er sollte für die Dauer von einem Jahr weiter in der Gasschutzschule verwendet werden und danach im Wehrersatzwesen als Stabsoffizier eines Wehrbezirkskommandos Verwendung finden. Er wurde deshalb zur Verfügung des Oberbefehlshaber des Heeres am Standort Celle gestellt. Seinen Dienst regelte der Kommandeur der Heeres-Gasschutzschule. Sein Rangdienstalter als Oberstleutnant (E) wurde dabei auf den 1. August 1936 (12a) festgelegt. Am 6. November 1939 wurde er mit Wirkung vom 26. Oktober 1939 als Gasabwehr-Offizier zum Stab der 4. Armee versetzt. Am 17. Juni 1940 wurde er mit Wirkung vom 1. Juli 1940 (5) zum Oberst (E) befördert. Als solcher wurde er am 6. August 1940 mit Wirkung vom 10. Juli 1940 wieder zur Heeres-Gasschutzschule versetzt. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 17. Juli 1940 verliehen. Am 30. September 1940 wurde er mit Wirkung vom 1. September 1940 zum Kommandeur der Unteroffizierlehrgänge dieser Schule ernannt. Am 24. Januar 1941 wurde er mit Wirkung vom 4. Januar 1941 zum Leiter der Gasschutzlehrgänge Thorn-Süd ernannt. Am 14. August 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1941 zum Lehrgangs-Leiter der Offizierlehrgänge der Heeres-Gasschutzschule Bromberg ernannt. Zugleich wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Kommandeur der Heeres-Gasschutzschule Bromberg beauftragt. Am 29. November 1942 wurde die Beauftragung als Leiter der Gasschutzschule Bromberg mit Wirkung vom 30. September 1942 aufgehoben. Die Schule in Bromberg übernahm jetzt Generalmajor Johann-Albrecht von Blücher. Zum 1. Januar 1943 wurde er zu den aktiven Truppenoffizieren überführt. Sein Rangdienstalter als Oberst wurde dabei auf den 1. Juli 1940 (21) festgelegt. Er wurde in der Dienstaltersliste II (DAL II) einsortiert, da er seit dem 1. August 1938 keine Truppe mehr geführt hatte, was aber eigentlich falsch war. Am 26. Juni 1943 wurde er mit Wirkung vom 15. April 1943 zur Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte jetzt der Wehrkreis XI. Seine Privatanschrift war die Weingartenstraße 34 in Celle. Ab dem 15. Juli 1943 wurde er als Kommandeur beim Sicherungs-Regiment 64 eingesetzt. Im Herbst 1943 (September/Oktober) führte er eine Kampfgruppe Newel. Am 9. Oktober 1943 wurde verfügt, dass er mit Wirkung vom 1. August 1943 in der Dienstaltersliste I (DAL I) zu führen war. Die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 13. November 1943 verliehen. Am 10. Dezember 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1944 (12) zum Generalmajor befördert. Am 14. Dezember 1943 (Verfügung vom 11. Februar 1944) wurde er mit Wirkung vom 20. Dezember 1943 wieder in die Führerreserve OKH versetzt und zur Einarbeitung als Feldkommandant zum Befehlshaber Weißruthenien kommandiert. Die Inmarschsetzung erfolgte über Minsk. Am 27. April 1944 wurde er mit Wirkung vom 15. März 1944 unter Aufhebung seiner Kommandierung zum Befehlshaber Weißruthenien mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kommandanten der Feldkommandantur 569 (FK 569) beauftragt. Am 27. Juni 1944 wurde er mit Wirkung vom 15. Mai 1944 zum Kommandant der Feldkommandantur 569 (FK 569) ernannt. Nur zwei Tage später wurde er zum Kommandant des Festen Platzes Rositten ernannt. Bei der Auflösung seiner Dienststelle meldete er sich krank. Am 2. September 1944 wurde er mit Wirkung vom 1. September 1944 wieder in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte nach Wiederherstellung seiner Gesundheit der Wehrkreis XI. Am 19. September 1944 wurde er mit Wirkung vom 20. September 1944 zum Wehrkreis XXI kommandiert. Er sollte dort als Kommandant von Leslau verwendet werden. Dieses Kommando wurde mit dem 23. September 1944 für nicht wirksam erklärt. Am 6. Oktober 1944 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Kommandant von Bremen beauftragt. Am 15. Dezember 1944 wurde er zum Kommandant von Bremen ernannt. Ab Anfang April 1945 war er stellvertretender Kampfkommandant von Bremen und damit Stellvertreter von Generalletnant Fritz Becker. Er ergab sich mit seinem Stab am 26. April 1945 den Engländern. Seine Ehefrau starb am 14. November 1957 in Kassel. Er selbst überlebte sie fast zwanzig Jahre.
Aus der am 15. April 1880 in Neuruppin geschlossenen Ehe seiner Eltern hatte
er mehrere Geschwister:
Sein ältester Bruder war der am 7. April 1881 in
Dalldorf bei Berlin geborene Hans Theodor
Julius Siber.
Ein weiterer älterer Bruder war der am 17. April 1883 n
Ravensbrück, Kreis Templin, geborene Ernst Paul
Siber. Er war 1911 Brandmeister in Königsberg in Preußen. Er heiratete am 13.
März 1911 die Anna Meta Johanna Martha Jungck, Tochter des verstorbenen
Rittergutsbesitzers Hermann Jungck, in Charlottenburg. Im Jahr 1913 war er als
Brandmeister in Bremen tätig.
Eine ältere Schwester war die am 25. September
1885 in Bredow geborene Martha Julie Melitta
Siber. Sie heiratete am 28. November 1913 den über acht Jahre älteren Chemiker
Dr. phil. Christian Emil Otto Friedrich Schott, Sohn des Fabrikdirektors
Friedrich Schott, in Berlin. Der Ehemann starb im Jahr1916. Die Witwe heiratete
daraufhin am 20. August 1920 den ein dreiviertel Jahr jüngeren Adolf Hubert
Schieffer. Aus dieser Ehe entstand am 13. Oktober 1921 der älteste Sohn Franz
Paul Otto Schieffer. Der jüngste Sohn war der am 5. Dezember 1922 geborene
Justus Karl Ignaz Schieffer. Das jüngste Kind war die am 13. April 1924 in
Göttingen geborene Hildegard Maria Elisabeth Schieffer. Der jüngste Sohn Justus
Schieffer ist am 5. Oktober 1944 als Obergefreiter in Krasnosielc gefallen. Der
zweite Ehemann seiner Schwester ist am 16. Juni 1954 in Göttingen gestorben. Die
Schwester Martha Schieffer starb am 17. Oktober 1969 in Göttingen.
Ein
weiterer älterer Bruder war der am 15. November 1887 in Bredow geborene Walter
Siber. Dieser wurde Landwirt und Reserveoffizier. Als Leutnant der Reserve lebte
er 1915 in der Vulkanstraße 31 in Stettin.
Ein weiterer älterer Bruder war
der am 4. Dezember 1888 in Bredow geborene Paul Siber. Dieser starb bereits im
Alter von 8 Stunden am gleichen Tag ebenfalls in Bredow.
Seine jüngere
Schwester war die am 27. Mai 1894 in Bredow bei Settin geborene
Margarethe Elsbeth Siber. Diese heiratete am
13. Januar 1917 den Hütten-Ingenieur und Leutnant der Reserve Friedrich Paul
Karl Wilhelm 'Fritz' Graef, Sohn des Königlichen Baurats
Paul Karl Johann Friedrich Graef, in Berlin.
Dieser Ehe entsprangen 1919 und 1920 zwei Töchter. Die Schwester Margarete Graf ist am 19. Juli 1941
um 16 Uhr im Sankt Hedwig Krankenhaus in Berlin gestorben. Sie wohnte eigentlich
in der Eschenstraße 3 in Berlin-Friedenau. Als Todesursache waren Carcinoma
ovarii, Cachexie angegeben. Deren Witwer starb am 17. Juni 1961 ebenfalls in
Berlin.

BArch Pers 6/1828 im Jahr 1919 als Oberleutnant