Schüßler, Wilhelm
| * 5. April 1879, Ilfeld (Harz) † 11. Mai 1945, Altona (Freitod) |
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Wilhelm Schüßler war ein Sohn des Gymnasialoberlehrers Dr. phil Günther Otto Schüssler und dessen fast sechs Jahre jüngeren Ehefrau Anna Katharina Margarethe 'Kätchen', geborene Ulex. Er trat am 8. März 1897 als Fahnenjunker in das Königlich Preußische Heer ein. Er kam dabei zum 1. Schlesisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm II" Nr. 10. Bei diesem wurde er im Herbst 1897 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 10. September 1898 zum Sekondeleutnant befördert. Als solcher wurde er dann als Kompanieoffizier im 1. Schlesisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm II" Nr. 10 eingesetzt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Er heiratete am 11. April 1908 seine Ehefrau Alexandra Olga Luise Rosalie Helene Schubert. Am 4. August 1908 wurde er zum Oberleutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Seine einzige Tochter Jutta Olga Katharine Wilhelma Schüssler kam taubstumm am 8. April 1909 in der elterlichen Wohnung in der Breitestraße 22 in Berlin-Steglitz auf die Welt. Sein Patent als Oberleutnant hat er am 20. April 1909 erhalten. Am 1. Oktober 1913 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann als Hauptmann beim Regimentsstab vom 1. Schlesisches Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm II" Nr. 10 eingesetzt. Ende Juli 1914 wurde er dann als Kompaniechef zum 3. Ostpreußisches Grenadier-Regiment "König Friedrich der Grosse" Nr. 4 versetzt. Später wurde er dann als Adjutant beim Stab der 3. Infanterie-Brigade eingesetzt. Später wurde er dann als Generalstabsoffizier beim Generalkommando I. Armeekorps und im Stab der 54. Infanteriedivision eingesetzt. Am 5. September 1917 wurde ihm das Ritterkreuz des Königlich Sächsischen Albrecht-Ordens verliehen. 1918 wurde er als 1. Generalstabsoffizier bei der 85. Landwehrdivision eingesetzt. Dabei wurde er am 22. März 1918 zum Major befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach Kriegsende wurde er 1919 auch als Major mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er dann dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 11 zugeteilt. Diesem gehörte er auch noch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 an. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment übernommen. 1921 wurde er dann zum Kommandeur des I. Bataillons vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Oppeln ernannt. 1923 wurde er dann zum Kommandeur des III. Bataillons vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Breslau ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1924 zum Oberstleutnant befördert. Spätestens am 1. April 1924 wurde er dann zum Generalstab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin versetzt. Dort wurde er dann mehrere Jahre, vermutlich als 1. Generalstabsoffizier (Ia), eingesetzt. 1926/27 wurde er dann zum Regimentsstab vom 17. Infanterie-Regiment nach Braunschweig versetzt. Bei diesem wurde er am 1. November 1928 zum Oberst befördert. Spätestens im Frühjahr 1929 wurde er dann zum Stab vom Gruppenkommando 1 nach Berlin versetzt. Am 31. Januar 1931 wurde er dann aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Generalmajor verliehen.
Am 1. Oktober 1935 trat er dann bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wieder in das Heer ein. Er wurde dann als Kommandeur vom Wehrbezirkskommando Hamburg V eingesetzt. Am 12. Oktober 1937 gab er sein Kommando an Oberst (E) Maximilian Lindenau ab. Nach anderen Quellen ist er bereits am 29. Februar 1936 aus dem Heer ausgeschieden.
Er trat dann mit der Mitgliedsnummer 8901450 in die NSDAP ein. Außerdem trat er auch mit der Nummer 323047 in die SS ein. Am 17. Mai 1938 erteilte die Gauleitung Hamburg auf Anforderung eine positive politische Beurteilung des Generals. Er wurde dann später als Gauverbindingsführer beim NS-Reichskriegerbund eingesetzt. Seine z.V. Stellung wurde mit dem 30. April 1943 aufgehoben. Am 20. April 1944 wurde er dann zum SS-Brigadeführer befördert. Anfang November 1944 wurde er dann beim Stab vom SS-Abschnitt XXXVIIII eingesetzt. Kurz nach der deutschen Kapitulation im Frühjahr 1945 beging er noch im Mai 1945 Selbstmord.
Aus der am 3. Oktober 1871 in Verden an der Aller geschlossenen Ehe seiner Eltern sind noch
einige Geschwister bekannt.
Das älteste Kind war der im Sommer 1872 in
Verden geborene Carl Heinrich Franz Schüssler. Dieser starb als Kleinkind
bereits im Alter von zweieinhalb Jahren am 20. Januar 1875 im Klostergebäude in
Ilfeld/Harz.
Seine ältere
Schwester war die am 10. November 1873 in Ilfeld/Harz geborene
Gertrud Mathilde Anna Wilhelmine Schüssler.
Diese heiratete am 6. Januar 1910 den Christian Eberhard Strate in Verden an der
Aller. Der Ehemann starb am 27. Dezember 1945. Die Schwester ist am 30. November 1948 in ihrer Wohnung in der
Silberbornstraße 6 in Frankfurt am Main gestorben. Als Todesursache wurden
Kreislaufschwäche, schwerer Herzmuskelschaden mit Wassersucht und Myodegeneratio
cordis angegeben.
Eine weitere ältere Schwester war die am 27. Oktober 1877 in
Ilfeld/Harz geborene Margaretha Bertha Emma
Schüssler. Diese heiratete am 9. Juni 1904 den fast zwölf Jahre älteren späteren
Postrat Heinrich Dreisbach, Sohn von Heinrich Dreisbach, in Emden. Dem Paar
wurde am 11. Juli 1906 die Tochter Gertrud Dreisbach geboren. Am 21. März 1914
wurde dem Paar noch die Tochter Adelheid
Ludwiga Dreisbach geboren. Seine Schwester
starb am 15. Januar 1941 um 11 Uhr im Graf-Botho-Schwerin-Krankenhaus in
Berlin-Lichterfelde. Als Todesursache wurde Basedow, schwere Herzinssuffizienz
und Thrombose in beiden Beinen angegeben. Der Ehemann starb am 26. September
1942.
Eine weitere ältere Schwester war die am 11. Februar 1885 geborene
Adelheid Schüssler. Diese heiratete den fast neun Jahre älteren Karl Wulkow. Der
Ehemann starb im Juli 1959. Seine Schwester starb am 22. April 1975.
Ein
jüngerer Bruder war der am 28. Oktober 1887 in Hannover geborene
Adalbert Theodor Heinrich Schüssler.