de Salengre-Drabbe, Hans

 

* 21. Oktober 1894, Sigmaringen

† 25. August 1944, bei Tiraspol (gefallen)

 

Hans de Salengre-Drabbe trat nach seinem Abitur am 7. März 1914 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam er zum 2. Rheinisches Infanterie-Regiment "von Goeben" Nr. 28. Bei Beginn des 1. Weltkrieges rückte er dann mit diesem als Zugführer an die Front aus. Am 24. Dezember 1914 wurde er dann zum Leutnant ohne Patent befördert. Er wurde dann in der Folge weiter als Zug- und Kompanieführer sowie Bataillonsadjutant im 2. Rheinisches Infanterie-Regiment "von Goeben" Nr. 28 eingesetzt. 1917 hat er dann ein Patent als Leutnant vom 23. Juni 1913 erhalten. Zum Ende des Krieges wurde er als Adjutant bei der 30. Infanterie-Brigade eingesetzt. Am 18. Oktober 1918 wurde er dann zum Oberleutnant befördert. 1919 wurde er dann als Regimentsadjutant wieder zum 2. Rheinisches Infanterie-Regiment "von Goeben" Nr. 28 versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Weiß (Silber) widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er 1919 als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei später auf den 20. Juni 1918 festgelegt. Am 1. Oktober 1919 wurde er dann  im Reichswehr-Infanterie-Regiment 19 eingesetzt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er in diesem verwendet. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 16. Infanterie-Regiment übernommen. Anfänglich wurde er bei diesem als Bataillonsadjutant eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 gehörte er als Kompanieoffizier zur 5. Kompanie vom 16. Infanterie-Regiment in Hannover. Bei dieser wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. Anfang 1927 wurde er dann in den Stab des II. Bataillons vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Prenzlau versetzt. Am 1. Juli 1927 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann zum Chef der 1. Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Stettin ernannt. Dieses Kommando behielt er dann für über sechs Jahre. Am 1. Oktober 1933 wurde er dann zur Standort-Kommandantur Braunschweig versetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment Königsberg ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober 1935 wurde er zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 43 in Insterburg ernannt. Als solcher wurde er zum 1. August 1937 zum Oberstleutnant befördert. Am 15. August 1938 wurde er zum Adjutant des Chef des Heereswaffenamtes (WaA), General der Artillerie Prof. Dr. Ing. Dr. phil. h.c. Karl Becker, ernannt. Auch nach Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 blieb er weiter in dieser Funktion eingesetzt. Zum 1. Juni 1940 wurde er zum Oberst befördert. Am 5. Oktober 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 457 in Polen ernannt. Zum Sommerbeginn 1941 führte er sein Regiment dann im Ostfeldzug im Verband der 257. Infanterie-Division beim Angriff auf Südrussland. Im Sommer 1942 verlegte er mit seinem Regiment nach Frankreich. Auch bei der Umbenennung seines Regiments zum Grenadier-Regiment 457 blieb er weiter der Kommandeur. Erst Anfang 1943 gab er sein Kommando ab und wurde dafür in die Führerreserve versetzt. Vom 18. Januar 1943 bis zum 12. Februar 1943 nahm er dabei am 1. Divisionsführerlehrgang in Berlin teil. Am 22. Februar 1943 wurde ihm für seine vorherige Tätigkeit als Regimentskommandeur das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. In der Zeitung hieß es dazu: "Oberst Hans de Salengre-Drabbe hat als Stützpunkt-Kommandant sieben Tage fast ununterbrochen starke, durch Panzer unterstützte Angriffe der Sowjets mit großem Erfolg abgewehrt und im Gegenstoß dem Feinde schwerste Verluste an Menschen und Material zugefügt. Durch seine kühne Führung und vorbildliche Standhaftigkeit wurde die Gesamtlage im Abschnitt in hervorragender Weise beeinflusst." Danach wurde er im Februar 1943 mit der Aufstellung der 384. Infanterie-Division beauftragt und dabei mit ihrer Führung beauftragt. Zum 1. Mai 1943 wurde er dann zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er dann zum Kommandeur der 384. Infanterie-Division ernannt. Im Herbst 1943 verlegte er mit der Division in den Südabschnitt der Ostfront. Zum 1. Januar 1944 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 27. Januar 1944 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 25. August 1944 ist er bei Tiraspol östlich des Pruth im Alter von 49 Jahren gefallen.

 

Ritterkreuz (22. März 1943)